Soziale Netzwerke und ihre Nutzer

Die sozialen Netzwerke des Landes ziehen weiter immer mehr Nutzer an. Der wichtigste Marktbeschleuniger ist dabei hierzulande wer-kennt-wen.de (www.wer-kennt-wen.de): Die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) zählte bei der RTL-Beteiligung im vierten Quartal des vergangenen […]

Die sozialen Netzwerke des Landes ziehen weiter immer mehr Nutzer an. Der wichtigste Marktbeschleuniger ist dabei hierzulande wer-kennt-wen.de (www.wer-kennt-wen.de): Die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) zählte bei der RTL-Beteiligung im vierten Quartal des vergangenen Jahres 5,71 Millionen Unique User im Monat. Im Vergleich zu den internet facts 2008-III ist dies ein stattliches Plus von 25,5 % oder 1,15 Millionen Unique User. Bei der AGOF-Premiere in den internet facts 2008-II (April bis Juni 2008) startete wkw mit 3,54 Millionen Unique User. Innerhalb von wenigen Monaten steigerte das soziale Netzwerk, welches seit Februar dieses Jahres komplett dem TV-Sender RTL gehört, seine Nutzerschaft somit um imposante 2,17 Millionen Unique User.

Beim Konkurrenten studiVZ (www.studivz.net) sieht die Lage anders aus. In der aktuellen AGOF-Erhebung erreichte das Studenten-Netzwerk 5,29 Millionen Unique User – im Vergleich zum Vorquartal ein Minus von 2,2 % oder 120.000 Unique Usern. Der kleine Bruder meinVZ (www.meinvz.net) gleicht dieses Minus allerdings deutlich aus: Der Netzwerk-Nachzügler sicherte sich bei der Premiere 3,27 Millionen Unique User. Über die meinVZ-Nutzer wurde bereits viel spekuliert, Zeit für einen Blick auf die Strukturdaten des Jederman-Netzwerkes: Auf beiden Diensten tummeln sich hauptsächlich (53,8 %) Onliner zwischen 20 und 29 Jahren. Kein anderes Social Network zieht annähernd so viele Menschen aus dieser Altergruppe an. Bei Dickschiff wer-kennt-wen.de sind gerade einmal 23 % der Nutzer zwischen 20 und 29 Jahre alt.

51,9 % der meinVZ-User haben die mittlere Reife

Unterschiede zwischen studiVZ und meinVZ bestehen dagegen bei anderen Altergruppen: Das Studenten-Netzwerk spricht mehr 14- bis 19-Jährige (18,8 %) an als meinVZ (14,5 %). Das Jederman-Netzwerk ist dagegen deutlich besser in der Altersgruppe 30 bis 39 Jahre (17 %) vertreten als studiVZ (11,4 %). Ein Blick auf den Bildungsgrad der Nutzer zeigt, dass es meinVZ tatasächlich gelungen ist, andere Nutzer an die VZ-Familie heran zu führen. 23,8 % der meinVZ-Nutzer haben keinen Schulabschuss oder einen Hauptschulabschluss. Bei studiVZ sind es nur 19,5 %. Die mittlere Reife haben 41,5 % der studiVZ-Nutzer aber 51,9 % der meinVZ-User. Ein Spitzenwert unter den sozialen Netzwerken des Landes. Spitzenreiter (40,1 %) in der Rubrik “kein oder Hauptschulabschluss” ist weiter wkw. Zu guter Letzt noch ein Blick auf die Tätigkeiten der VZ-Nutzer: 49,5 % der studiVZ-User sind berufstätig, bei meinVZ sind es 68,2 %. Wahrscheinlich sind etliche ehemalige studiVZ-Mitglieder nach dem Abschluss ihres Studiums flugs in das Schwester-Netzwerk gewechselt.

Frauen in der Mehrheit – aber Männer holen auf

Wie bei den vergangenen Betrachtungen bleibt die Welt der Social Networks weiblich: In fast allen Netzwerken sind Frauen in der Mehrheit. Der Anteil der Männer steigt aber kontinuierlich. Bei den Lokalisten (www.lokalisten.de) haben die Männer inzwischen sogar das Kommando übernommen. Anfang des vergangenen Jahres waren noch 54,6 % der Lokalisten-Nutzer weiblich, jetzt beträgt der Frauenanteil nur noch 49,5 %. MySpace.de (www.myspace.de) war in diesem Punkt schon vorher eine Ausnahme.

Strukturdaten ausgesuchter Social Networks (Geschlecht / Alter) *

 
Männer
Frauen
14-19
20-29
30-39
40-49
50-59
60+
Lokalisten
50,5
49,5
18,5
38,8
19,1
14,8
6,6
2,3
meinVZ
48,3
51,7
14,5
53,8
17,0
9,4
4,3
1,0
MySpace.de
54,0
46,0
23,7
30,3
18,7
16,4
7,6
3,3
schülerVZ
48,9
51,1
57,3
15,7
7,7
13,9
3,7
1,8
StayFriends
48,3
51,7
5,6
18,4
30,5
27,1
12,2
6,2
studiVZ
48,4
51,6
18,8
53,8
11,4
8,3
6,3
1,4
wer-kennt-wen
47,0
53,0
11,5
23,0
26,5
24,4
10,6
4,0

Strukturdaten ausgesuchter Social Networks (Bildung) *

 
kein oder Hauptschulabschluss
Mittlere Reife
Hochschulreife
Lokalisten
35,9
41,1
23,0
meinVZ
23,8
51,9
24,2
MySpace.de
29,2
42,6
28,3
schülerVZ
38,9
47,3
13,8
StayFriends
30,1
42,3
27,5
studiVZ
19,5
41,5
39,0
wer-kennt-wen
40,1
39,5
20,5

Strukturdaten ausgesuchter Social Networks (Tätigkeit) *

 
in Ausbildung
berufstätig
nicht/nicht
mehr berufstätig
Lokalisten
27,0
61,9
11,1
meinVZ
23,4
68,2
8,4
MySpace.de
32,6
55,6
11,7
schülerVZ
60,0
29,6
10,5
StayFriends
9,6
74,5
15,8
studiVZ
41,7
49,5
8,8
wer-kennt-wen
15,1
71,4
13,5

* Quelle: AGOF (internet facts 2008-IV), alle Angaben in Prozent

Artikel zum Thema
* Soziale Netzwerke und ihre Nutzer – Oktober 2008
* Soziale Netzwerke und ihre Nutzer – Juni 2008

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Sebastian

    Interessante Daten! Dber im schülerVZ sind mehr als 25% zwischen 30 und 60+? Sollte das nicht zu denken geben..

  2. Was sich wiederspiegelt ist auch, dass die Grenzen zwischen den VZ Netzwerken fliessend sind. Prima! Wer wollte nicht immer schon der grossen Schwester nachspionieren auf deren SN! Beeindruckend was WKW an Wachstum hinlegt. Sind wir mal gespannt, wer sich denn jetzt Die Lokalisten kauft. P7S1 stellt sie ja gerade zur Disposition :-)



  3. Borg

    die sollte manN gleich sperren ! was haben die da zusuchen ?
    wieder ein beleg das sich Holzb nicht um seine Plattformen kümmert..



  4. Karim Saad

    19,5% bei studivz “kein oder Hauptschulabschluss” …. das finde ich spannend. interessant ist auch dass stayfriends doch ab 30 vor wkw liegt, das ja immer so als das “alte” SN beschrieben wird…



  5. tina Obermeier

    @Borg: Natürlich nicht: Es ist doch egal welche User sich drauf bewegen hauptsache sie bringen Geld.

    Jetzt könntest du argumentieren das die die Plattform langfristig kaputt machen. Kann schon sein aber ein Quartalsziel ist halt nicht langfristig ;)

    Und zu Lokalisten:
    Würd ich nix kaufen denn ich hab generell so das Gefühl das die Communties ein bisschen wie Discos/Clubs sind.
    Mann trifft sich da ein paar mal, klickt jeden dazu und dann geht einer in ein anderes Lokal und das ist IMMER besser.
    Und deswegen gehen alle grad in den WKW-Club.
    Morgen ist dann der Facebook-Club dran usw.

    Wenns also bei den Lokalisten nicht mehr steigt dann ist aus die Maus.
    Evtl gehts mit neuer Einrichtung und anderer Musikrichtung weiter aber sicher ist das nicht.



  6. derPeterPeter

    stayfriends ist ein totes, inaktives Urgestein vergangener Tage und bedarf dringend einer Generalüberholung

  7. Vielen Dank für die interessanten Daten. Schade, dass Facebook nicht dabei ist. Die Alters- und Bildungs-Strukur dort hätte mich auch sehr interessiert. Vielleicht beim nächsten Mal…

  8. @Markus Möller

    Facebook ist nicht Teil der AGOF, deswegen können wir keine Daten dazu liefern.



  9. Patrick L.

    Die meisten Zahlen werden eh geschönert. Viele der angegebenen User sind INAKTIV!!!



  10. tina Obermeier

    “stayfriends ist ein totes”….

    ich würde sagen: selbst Schuld – wer seinen Dienst für kostenlos so einschränkt der brauch sich nicht wundern



  11. seb

    Da die Daten auf den Nutzenangaben beruhen und nicht geprüft wurden, sag ich mal vorsichtig: mumpitz. Nach der AGB Änderung bei StudiVZ haben 80 % meiner Kontakte zumindest das Geburtsdatum, viele auch mehr ( Abschluss, Hochschule, etc) geändert, um zu überprüfen welches Call-Center mit den Daten anruft… Ich war damals ( meinen account habe ich gelöscht auch 52 Jahre alt. )

  12. Schöne Daten, vielen Dank! Bei der AGOF findet man noch eine ganze Menge mehr relevanter Internetdaten. Ist evt. interessant für Online-Marketer :)

    Grüße Tobias

  13. wie zählt die agof diese zahlen? per umfrage-popup? (wenn ja, sagen die zahlen dann nicht eher nur was darüber aus, wer solche umfragen beantwortet?)

    danke.

  14. @kosmar

    Zitat AGOF:

    Die methodische Grundlage der internet facts ist ein Drei-Säulen-Modell, in dessen Zentrum die elektronische Messung der Nutzung (Basiserhebung) steht, und die durch eine OnSite-Befragung sowie eine bevölkerungsrepräsentative Telefonbefragung ergänzt wird.

    http://www.agof.de/methode.585.html

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  17. Vielen Dank für die Aufschlüsselung. Schreibe gerade an meiner Diplomarbeit im Bereich Marketingkommunikation, das Thema sind SC, SNS und Web 2.0 ANwendungen. Die AGOF internet facts wollte ich gerade durchgehen. Das hat sich jetzt ja erledigt. Vielen Dank.

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  20. Danke für diese Daten. Sehr interessant, mich würden aber auch die Daten von Facebook interessieren. Weiß jemand, ob man irgendwo an diese bekommt?!

  21. Tolle Statistik, danke auch an Tobias für den Tipp mit der AGOF. Kennt den trotzdem jemand eine Quelle für Statistiken von Facebook? Mich interessiert dieses Thema schon seit längerem, gerade jetzt wo auch der neue Film in die Kinos kommt…

  22. Wirklich interessant, aber nicht mehr aktuell. Schließlich hat sich im letzten Jahr doch sehr viel getan. Hat den jmd. einen Link zu den aktuellen Zahlen aus dem Jahr 2010?!

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  27. Sehr interessante Daten. Schon unglaublich, wie viele Menschen und aus welchen Schichten in solchen Web 2.0 – Portalen angemeldet sind.

  28. Mir kommt es so vor, dass in einigen Social Media, wie zum Beispiel StudiVZ, die Nutzer sich abmelden und sich stattdessen bei Facebook anmelden.

  29. Also das ist wirklich interessant hier mal einen älteren Beitrag zu lesen.
    Wenn da mal nicht ein Gigant fehlt:)Wirklich bemerkenswert wie schnell das Internet ist.
    Keine drei Jahre und Facebook ist mit einem Überschalldonner an allen vorbeigezischt….

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