Cocktailbude liegt trocken

Der kleine Online-Shop Cocktailbude (www.cocktailbude.de) existiert nicht mehr. David Holzmann und Andreas Meinl haben ihre Cyber-Cocktailbar geschlossen. “Es hatte sich zwar wirklich gut entwickelt und die erste Förderung war auch gesichert, aber es […]

Der kleine Online-Shop Cocktailbude (www.cocktailbude.de) existiert nicht mehr. David Holzmann und Andreas Meinl haben ihre Cyber-Cocktailbar geschlossen. “Es hatte sich zwar wirklich gut entwickelt und die erste Förderung war auch gesichert, aber es hatte nicht die Zuwachsraten, die notwendig sind”, sagt Gründer Holzmann gegenüber deutsche-startups.de. Über Cocktailbude konnten Onliner einzelne Cocktails bestellen. Zur Auswahl standen verschiedene Klassiker wie Sex on the Beach, Tequila Sunrise und Zombie. Die Münchner schickten aber keinesfalls die fertigen Cocktails auf die Reise, sondern nur die einzelnen Zutaten. Diese kamen als kleine Tütchen in einer Schachtel zu den Kunden. Wer seinen Cocktail trinken wollte, musste die einzelnen Zutaten lediglich zusammenschütten. Für den Versand ihrer Cocktailzutaten verwendeten die Online-Barkeeper Holzmann und Meinl spezielle Lebensmittelverpackungen, die insbesondere für Flüssigkeiten entwickelt wurden. “Wir hätten zumindest eine halbe Millionen Umsatz haben müssen im ersten Jahr, davon waren wir aber weit entfernt”, zieht Holzmann Bilanz. Die beiden Cocktailbude-Macher haben unterdessen ihr Studium beendet und der Gründerszene den Rücken gekehrt – beide sind ins Angestelltenverhältnis gewechselt.

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* Cocktailbude mixt Cocktails

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. jk

    Haben, den mal Ihre Zahlen grob überschlagen???

    500k im ersten Jahr sind ca. 42k im Monat oder 1400!!! pro Tag. Selbst wenn man pro Bestellung 30 Euro schätzt sind das 46 Päckchen pro mit 4 Cocktails a 10 Euro und das sieben Tage die Woche. Einschweißen, packen, versenden etc…

    Wie soll das denn von 2 Leuten geschafft werden??

    Also ein bisschen mehr Realitätssinn wäre schon angebracht.

    Als netter Gag neben dem Studium ok, aber um davon zu Leben nie.

    Wo sind eigentlich die mycornflakes geblieben :))



  2. Heinz

    Jens, Du bringst es auf den Punkt. Vollkommen irsinnige Kalulation.

    Die Leute denken, wenn sie ein My irgendwo dran klatschen, dass sie dann die neuen dotcom-Millionäre sind.
    Auch Vorbild mymuesli.de wird keine viel höhere Rohmarge haben als der Tante-Emma-Laden um die Ecke, denn das ist reines FMCG-Retailing. Aber das wird leider immer wieder vergessen.



  3. tina

    “Wer seinen Cocktail trinken wollte, musste die einzelnen Zutaten lediglich zusammenschütten.”

    Cool.
    Bei mir gibts sowas auch ums Eck.
    Scheint aber erfolgreicher zu sein.

    Es nennt sich Supermarkt und vermaktet sich unter diversen Brands wie Tengelmann, Real, Penny-Markt, Netto usw..



  4. Jens

    Wo ist eigentlich Demandr geblieben? ;-)



  5. Dieter

    @Heinz

    Verdient mymuesli.de inzwischen ueberhaupt Geld? Mit der ganzen kostenlosen PR sollte es ja mittlerweile vorbei sein.

    Und duerfen die arbeitsrechtlich ueberhaupt auf unbegrenzte Zeit ihre 50 “400 Euro Job Sklaven” beschaeftigen oder muessen die nicht auch mal Steuern zahlen?



  6. Dieter

    OT:
    Man kann sich uebrigens Gedanklich schon mal auf den Abgesang von Weblin vorbereiten: http://trends.google.com/websites?q=weblin.com&geo=all&date=all

  7. @ Dieter

    Wieso sind denn die 400 Euro Jobber Sklaven? Die ganzen Praktikanten sind die einzigen Sklaven bei Mymuesli und anderen Start Ups.



  8. Nils

    OT:
    Bei dem von Sir Tobi gehypten(Web 3.0) Startup Askerus scheint auch die Post in Sachen Traffic abzugehen.

  9. leute wo bleibt das positive. warum sollten zwei personen mit ein wenig aushilfe nicht rund 60 päckchen an fünf werktagen packen können? soviele cocktails gibt es ja ausch nicht. da kann ja einiges vorproduziert werden.



  10. jk

    @Heinz

    erschreckend finde ich dabei nur, dass anscheinend beide auch noch BWL studiert haben.

    Da beide jetzt ja einen Job haben wäre ja mal interessant zu wissen was.

    Bei den Rechenkünsten vielleicht Investmentbanker oder Unternehmensberater ;)



  11. Heinz

    @Jens:
    Ja, das wäre echt mal spannend, wer die beiden genommen hat ;)
    Da ich selbst mehrere Jahre in der Strategieberatung gearbeitet habe, würde ich sagen, dass man mit den gezeigten Rechenkünsten dort eigentlich keine Chance hat, es sei denn es geht um das Hochrechnen irgendwelcher absurder Marktpotenziale … kann man sehr gut bei meinem Lieblinsladen smava sehen:
    “Für die Gründer von smava spricht auch eine Studie des internationalen Beratungsunternehmens Gartner. Demnach werden Privatkredite bis 2010 einen Marktanteil von 10 Prozent einnehmen.” Aha…noch 9 Monate bis dahin. Ich bin gespannt und drücke die Daumen.
    http://www.foerderland.de/419+M555274a954f.0.html



  12. Dieter

    Du liegst mit Investmentbanker sogar richtig!



  13. Dieter

    Und zudem ist man noch Mitglied im “Elitenetzwerk Bayern” und hat einen MBA in der Tasche.

    Gute Nacht Deutschland!



  14. Ole

    Hey, warum nur so negativ….

    Auch wenn die Zahlen vielleicht etwas krass aussehen, die Jungs haben wenigstens was versucht. Und neben dem Studium ist das ja wohl mehr als zu loben.

    Also ruhig mal mehr Respekt für den Mut! – Vor allem, wenn man nur sein eigenes Geld verbrennt…



  15. Hui

    Nicht zu vergessen den e-fellows-Geheimbund…

  16. “Es hatte sich zwar wirklich gut entwickelt und die erste Förderung war auch gesichert, aber es hatte nicht die Zuwachsraten, die notwendig sind.”

    Wieder so ein Müllprojekt, was von vornherein darauf ausgerichtet war, Fördermittel zu verbrennen.

    Der eine Pseudo- Gründer (David) ist jetzt Investmentbanker bei Rothschild. Der geht jetzt evtl. mit Geldern von Kunden um. Obwohl er sein eigenes Projekt, wie oben von jk gezeigt, nicht durchrechnen konnte. Ohne Worte ;-(.



  17. jk

    @Ole

    Die Zahlen mal kurz überschlagen dauert 2 Minuten. Von jemandem der BWL kann man sowas, denke ich, erwarten.

    500k Umsatz im ERSTEN Jahr ist schon recht ordentlich. Wenn ich Exiting Commerz richtig im Kopf habe gehöret man damit schon zu den TOP 500 Onlinshops in D.

    Ich habe hohen Respekt vor Personen die etwas riskieren und zu ihren Ideen stehen. Aber Leute die auf eine heiße Herdplatte fassen und sich dann noch wundern, dass sie sich die Finger verbrennen sind für mich nun wirklich nicht mutig und der “Durchhaltewillen” hat ja auch wohl nur bis zum Ende des Studiums gereicht ;)



  18. AiAiAi

    “Cocktailbude liegt trocken”

    Wenigstens die Formulierungen von Alexander sind nicht in einer Depression :)

  19. Pingback: hypermegaglobal.net

  20. was könnte man nicht alles verpacken und in kleinen tütchen verschicken: joints etwa, oder ideen..



  21. David

    cocktailbude war ein aus meiner Sicht wirklich hirnrissiges start-up-projekt. allein die kostenblöcke nicht richtig zu überschlagen ist weniger professionell, als ich erwartet habe. meines wissens nach wurde über eine (teil-)automatisierung der abfüllung diskutiert. es wäre sinnvoll gewesen, diesen meilenstein stärker zu fokussieren, denn ansonsten ist (wie auch jk angedeutet hat) die geplante kapazität produktionsseitig kaum darstellbar – auch wenn ich darüber hinaus die geschätzte nachfrage und damit die umsätze nicht nachvollziehen kann…
    leider ist auch das vorgängerprojekt youop über den jordan gegangen – leider deshalb, weil das mitte 2007 durchaus noch einen gewissen charme hatte und man da u.u. mehr draus hätte machen können.
    naja, rothschild wird sich freuen. und viele gründer freuen sich vermutlich, dass die beiden sich nicht im early stage vc-bereich rumtreiben…

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  23. Julia

    Nicht so schadenfroh sein. Die Jungs haben lediglich die Bude als ein Experiment betrieben: learning by doing und trial and rrror”. Ich gehe davon aus, dass sie später nochmal gründen werden.



  24. Sebastian K.

    Jetzt heißt es einfach nur abwarten!

    In Kürze wird die Cocktailbude eine postmortale Konkurrenz bekommen. Ich behaupte jetzt einfach ganz frech, dass unsere Geschäftsidee wohl zur gleichen Zeit entstanden ist, wie bei den Münchner Jungs. Nur gut Ding braucht Weile und wir haben bisher auch festgestellt, dass das Cocktail-Thema gar nicht so leicht zu händeln ist. Bald ist es so weit! Vielleicht gibt es dann hier auf deutsche-startups.de News dazu!



  25. BostonGeorge

    Anscheinend gibt es jetzt einen Nachfolger von der Cocktailbude: http://www.saftschubser.de
    Hab allerdings noch nicht selber bestellt. Kein Plan ob die gut sind…

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