Überall im Lande gibt es Spezialitätenanbieter, die ihre Waren über selbstgestrickte Shops, kleine Läden oder Märkte anbieten. Genau diese Produzenten klappern Ann Marisa Freese und Mirko Riedel seit einigen Wochen ab und versuchen sie von einer Präsenz bei Kisju (www.kisju.de) zu überzeugen. Der Marktplatz, der in rund vier Wochen offiziell für den Publikumsverkehr freigegeben wird, soll “Menschen, Produzenten und Lebensmittel” miteinander verbinden. Kisju ist quasi ein Dawanda für Lebensmittelsproduzenten. Kunsthandwerker, Künstler und Designer aller Art können über den 2006 gestarteten Cyber-Kaufladen Dawanda ihre selbst gefertigten Produkte und Kunstwerke vertreiben. “Innerhalb weniger Minuten können kleine Produzenten und Manufakturen ihren eigenen Online-Shop eröffnen”, sagt Gründerin Freese, die nach dem BWL-Studium in Spanien sowie Frankreich arbeitete und zuletzt als Business Analyst bei Axel Springer tätig war. Mitgründer Riedel sammelte erste Berufserfahrungen in einer Münchener Werbeagentur und gründete schließlich Cazoon Networks – zum Unternehmen gehört unter anderem die Online-Partnervermittlung Yeeva.

Die Idee zu Kisju entstand auf Rügen. Die dort angebotenen Sanddorn-Produkte inspierten die Gründer zu ihrem Marktplatz. “Wir fragten uns, wie es möglich sein könnte, dass jeder Konsument solche regionalen Spezialitäten einfach bestellen kann und wie wir gleichzeitig diese kleinen Produzenten bei ihrem Absatz unterstützen”, sagt Freese. Die Bandbreite bei Kisju soll von Brot über Aufstriche bis zu Essig reichen. Zum Start des Marktplatzes werden rund 50 Lebensmittelanbieter dabei sein. Fixkosten müssen die Shopbesitzer keine entrichten. Zunächst soll lediglich eine Provision in Höhe von 8,5 % in die Kasse des Berliner Start-ups wandern. Später sind auch eine Einrichtungsgebühr und eine moantliche Servicegebühr geplant. Im Gegenzug versprechen die Kisju-Macher einen “besucherstarken Vertriebskanal” für die angebotenen Lebensmittel, “umfangreiche Marketing-Maßnahmen” für den Marktplatz und somit die Shops der Kunden sowie einen “produzentenübergreifenden Warenkorb und Bestellvorgang”. Die Idee, viele kleine Händler rund um das Thema Lebensmittel unter einem Dach zu bündeln, könnte aufgehen. Das Konzept steht und fällt mit dem Marketing für den Marktplatz. Nur wenn viele Kunden Kisju entdecken funktioniert die Sache für alle Seiten. Leider ist der Name Kisju nicht sehr eingängig. Hoffentlich haben sich die Hauptstädter auch die unzähligen Tippfehler-Domains gesichert.

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Kommentare
“Kleine Keks Manufaktur”? Ich kaufe ein “-”. Oder eine “Keksmanufaktur” ;)
Erinnert mich an ein Schild im Kölner Hbf wo es den “Jäger Schnitzel” im Angebot gab.
Ansonsten eine nette Idee, auch wenn die Domain beim Anrufbeantwortertest wohl durchfallen würde.
Kommentar von Gero 25. Februar 2009 @ 08:27Schöne Idee, sehr sehr schlecht gewählter Name – auch unabhängig vom AB-Test. Mit Kisju verbinde ich eher einen Datingschuppen.
Dennoch wünsche ich den Gründern viel Erfolg.
Kommentar von Sven Günzel 25. Februar 2009 @ 08:38Sehr interessante Idee. Denke zu Zeiten des “Bio-Booms” kann das gut was werden.
Meine besten Wünsche!
Da die kleineren Betriebe mit besseren Margen als der klassische Lebensmittelhandel arbeiten ist das Provisionsmodell wohl die beste Wahl, 8.5% vom Umsatz erscheinen mir allerdings in diesem Bereich schon recht viel. Wenn dann noch Setup- und Servicegebühr dazukommen muss man wohl auch bei den Herstellern viel Überzeugungsarbeit leisten.
Zum Thema “gemeinsamer Warenkorb”: Praktisches Feature für den Kunden – allerdings frage ich mich wie das dann mit den Versandkosten gehandhabt wird?
Wenn ein Kunde je ein Produkt von fünf verschiedenen Herstellern ordert –> Wie hoch sollen dann die Versandkosten sein? Vor allem in dem Fall dass es sich dabei um Niedrigpreisprodukte handelt.
Trägt der Hersteller die dann oder muss der Kunde dann 5 x ZZZ Euro zahlen?
Eine Rahmenvereinbarung mit DHL von der auch die Händler profitieren könnten wäre denkbar. Das löst zwar nicht o.g. Problem – könnte aber sowohl für den Hersteller als auch vielleicht für den Kunden von Vorteil sein.
Kommentar von Martin Neumann 25. Februar 2009 @ 08:39Schöne Sache, bin gespannt. Wird es da auch ein Affiliate-Programm oder eine White-Label-Lösung geben?
Kommentar von Kochmeister 25. Februar 2009 @ 09:27Nette Idee, ähnelt aber stark foodzie aus den USA. Trotzdem viel Erfolg.
Kommentar von Sebastian 25. Februar 2009 @ 09:31Tolle Idee, mal schauen ob die Hersteller das überhaupt wollen, manche wollen ja gar nicht mehr produzieren und verkaufen um Ihre Preise hoch halten zu können > exklusivität! Viel Erfolg
Kommentar von Thomas Schulze 25. Februar 2009 @ 10:05Danke für die netten Kommentare zu kisju. Ich möchte kurz die angesprochenen Themen aufgreifen.
@ Gero / Sven
Der Name war auch bei uns lange Diskussionsthema. Besonders die Verbindung zu Dating. Dennoch hat der positive Klang uns dazu bewogen, ihn zu wählen.
@ Martin
8,5% Umsatzdisagio relativiert sich schnell. Enthalten sind da auch die Transaktionsgebühren für das komplette Payment, das wir abwickeln. Der Produzent muss, wenn er an den Handel verkauft mit viel höheren Abschlägen rechnen. Mit kisju ist er in der Lage, sich etwas unabhängiger davon zu machen und auch die Preisgestaltung zu beeinflussen.
Unseren Händlern bieten wir einen DHL Rahmenvertrag, der günstigere Versandkonditionen ermöglicht.
@ Kochmeister
Kommentar von Mirko Riedel 25. Februar 2009 @ 10:17Es wird kurz nach dem Start ein Affiliateprogramm geben, an dem Du mit Deiner Seite “Kochmeister” gerne teilnehmen kannst.
wasn das fürn sicherheitslogo ? jutrust ? soll das extern sein ? finde ich nix, wäre für mich ein Grund nicht zu kaufen
Kommentar von wigger 25. Februar 2009 @ 10:36Ja da muss ich dir recht geben @ Mirko. Das mit dem Payment-Disagio hatte ich zugegebenermaßen vergessen.
Dann viel Erfolg. Wenn`s losgeht gibts hier denn bitte auch einen Artikel! Mich habt ihr dann als Kunden bestimmt sicher ;)
lg
Kommentar von Martin Neumann 25. Februar 2009 @ 10:38Gute Idee! Ich drücke die Daumen, dass es gelingt interessante Hersteller zu finden.
Kommentar von Martin Piske 25. Februar 2009 @ 10:53Hm,
selbstgemachte Lebensmittel gibts auch auf dawanda mit nur 5% + Einstellgebühr…
Aber trotzdem viel Glück.
Kommentar von tina Obermeier 25. Februar 2009 @ 11:05So eine Mischung aus Tradoria und foodize. Gefällt mir aber sehr gut! Wünsche viel Erfolg!
Kommentar von Markus Trumann 25. Februar 2009 @ 11:18Die Anlehnung an Tradoria ist in der Tat nicht zu übersehen.
Wir wünschen den Kollegen dennoch viel Erfolg für den Start.
Viele Grüße aus Bamberg,
Kommentar von Tobias Kobier 25. Februar 2009 @ 11:54Tobias Kobier
@Tobias
auch wenn sogar das Farbtüpfel aufm i so gefärbt ist wie bei Tradoria…
Eine weisse Seite mir grauen Kästchen und einer farbigen Leiste oben drüber gibts halt auch schon xmal in Netz.
Siehs als Lob ;)
Kommentar von tina Obermeier 25. Februar 2009 @ 12:52mit Genusshandwerker und Landecht gibt es anscheinend schon ähnliche Konzepte. Ich wünsche allen viel Glück! Insgesamt ein interessantes Thema
Kommentar von marc 25. Februar 2009 @ 13:17@ wigger
Das Sicherheitslogo ist “jutrust”. Wir arbeiten derzeit an einem internen Zertifizierungsprogramm, dass dem Käufer transparent darlegt, welche Standards die angeschlossenen Produzenten mit Ihren Shops auf kisju erfüllen.
@ tina
Kommentar von Mirko Riedel 25. Februar 2009 @ 13:19Das stimmt. Allerdings bietet Dawanda kein zentrales Paymentsystem mit verschiedenen Zahlungsoptionen an. Rechnest Du das mit ein, bewegen wir uns auch bei ca. 5%. Und dafür ist der Produzent auf einem spezialisierten Marktplatz für Food vertreten.
Sind wir jetzt schon so weit, dass jede Seite einfach ihr eigenes Sicherheitssiegel erfindet? Ich finde das ist nichts weiter als ein Versuch die Kunden hinter’s Licht zu führen. Das kann doch hier nicht nur in einem Nebensatz erwähnt werden!
Es wäre ja ok für die Shops der Kunden zu sagen, dass diese bestimmte Kriterien erfüllen (die man im Moment ja noch nicht einsehen kann). Aber das “Siegel” auf die Startseite zu packen impliziert, dass Kisju selber zertifiziert ist, was irreführend da falsch ist.
Kommentar von Marc 26. Februar 2009 @ 08:04@Marc
Da muss ich Dir Recht geben. Aber geh doch mal auf die Homepage von Cazoon:))
Find ich immer toll wenn es kein Impressum, Steuernummer, etc gibt aber der Inhaber als “Vorstand” aufgeführt ist. In Xing übrigens CEO:)), und noch eine Ltd. für Asset Mangement zu der man aber leider nix findet;)
Da Kisju im August registriert wurde denke ich eher es ist noch ein Überbleibsel von Yeeva das hier recycelt wird, da der Name nun absolut nicht zu diesem Thema passt.
Kommentar von jk 26. Februar 2009 @ 09:07finden wir eine gute sache!
wir sind selber hersteller einer regionalen “spezialität” und haben uns mal die kosten genau angeschaut. es fallen wirklich nur die 8,5% provision an, ansonsten nichts weiter. wir haben selbst einen kleinen online-shop und bieten vorkasse sowie paypal an, was auf keine fall deutlich günstiger ist, wenn man sich den aufwand (bei vorkasse) und die gebühren (bei paypal) mal anschaut.
kurzum, wir haben uns direkt bei kisju registriert! jetzt mal schauen was dabei rauskommt, wir hoffen und wünschen das beste für kisju :)
Kommentar von becker 26. Februar 2009 @ 12:01Sehr cool! Jetzt nur noch Abmahnung schreiben und gut! :D
Kommentar von Marc 26. Februar 2009 @ 12:17Vieleicht sollte der Herr “Becker” mal seine Shop URL angeben, dass soll schon recht hilfreich sein wenn man schon einen Onlineshop hat :))
Kommentar von jk 26. Februar 2009 @ 16:14@marc
Wir denken, es ist durchaus legitim ein eigenes Siegel zu etablieren. Dieses Siegel gilt fuer alle teilnehmenden Shops auf kisju. Andere Anbieter wie z.B. Trusted Shops sind private Gesellschaften, die kommerziell Siegel verteilen. Ich sehe da keine Unterschied.
@jk (johannes)
Kommentar von Mirko Riedel 27. Februar 2009 @ 16:17kisju verwendet ein von uns entwickeltes Framework. Darauf setzt auch Yeeva auf. Ausser diesem technischen Framework haben die beiden Firmen konzeptionell und inhaltlich nichts gemeinsam.
@mirko
Kommentar von johannes 24. März 2009 @ 09:56ich kann dir deine assoziation nicht wirklich verdenken. es liegt nahe. trotzdem enttäuscht sie mich sehr. ich wünsche dir und vor allem den anderen viel glück bei dem projekt. mir gefällt es.
Der Herr Becker ist doch sehr still, ein Schelm wer böses (gepushe)dabei denkt:))
Ich geh übrigens auch nicht mehr mit dem Auto zum TÜV, hab mir jetzt meine eigene Plakete gepinselt ich lass mir mein tolles auto doch nicht von denen schlechtmachen;)
Kommentar von jk 01. April 2009 @ 09:24