Warner besiegt Songbeat

Im Kampf David gegen Goliath, hatte David diesmal keine Chance: Der Musikkonzern hat das kleine Start-up Songbeat (www.songbeatplayer.com) vorerst in die Knie gezwungen und eine einstweilige Verfügung gegen das junge Berliner Unternehmen erwirkt. […]

Im Kampf David gegen Goliath, hatte David diesmal keine Chance: Der Musikkonzern hat das kleine Start-up Songbeat (www.songbeatplayer.com) vorerst in die Knie gezwungen und eine einstweilige Verfügung gegen das junge Berliner Unternehmen erwirkt. Warner hatte seine Klage mit dem Bundesverband Musikindustrie (BVMI) abgestimmt und klagte stellvertretend für die gesamte Branche. Weltweit sorgte Songbeat mit seinem Konzept für Aufsehen. Via Songbeat ist es möglich, sämtliche im Internet verfügbare Musik (lizenzfreie und geschützte Werke) zu suchen, abzuspielen und runterzuladen. Dafür muss mann sich lediglich den Songbeat-Player auf seinen Rechner ziehen. Für Nutzer ist Songbeat kostenlos. Lediglich die Downloadfunktion ist in der Standardversion limitiert. Wer mehr als 25 Downloads tätigen möchte, muss einmalig Euro 19,99 an die Songbeat-Macher zahlen. Musiktitel aus dem Katalog von Warner darf Songbeat künftig nicht mehr “erreichbar machen”. Das Konzept von Songbeat, sämtliche im Internet verfügbare Musik zu finden, ist somit vorerst gescheitert. Eigentlich wollten die beiden Gründer Philip Eggersglüß und Marco Rydmann Songbeat nicht gegen, sondern mit der Musikindustrie aufziehen: “Wir sehen uns als eine der Lösungen, die den Musikmarkt revolutionieren wird und dabei gut für die User ist sowie Künstler und Labels unterstützt. Wir gehen aktiv auf Künstler und Labels zu, um mit diesen zusammen zu arbeiten. Songbeat soll für alle Beteiligten arbeiten.” Die Musikindustrie ging auf dieses Angebot bisher nicht ein.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Marc

    Richtig so, erstmal einfach irgendwas ins Internet hauen und hoffen das alle Applaus klatschen – so läuft der Hase nicht.



  2. Martin

    Äh…David gegen Goliath?

    David erscheint mir hier ein bisschen dämlich, naiv und/oder dreist zu sein. Wie kann man ernsthaft erwarten, mit einem derart krassen Rechtsverstoss durchzukommen?

    Die Krönung ist deren pathetische Pose: “Wir sehen uns als eine der Lösungen, die den Musikmarkt revolutionieren wird und dabei gut für die User ist sowie Künstler und Labels unterstützt.”

    Absolut lachhaft! Illegale Downloads sind nix Neues, insofern auch nicht revolutionär, und wo die Vorteile für Labels und Künstler sein sollen ist mir ebenfalls schleierhaft.

    Im Gegenteil, mit dieser Aktion haben sie allen Start-Ups und Projekten, die ähnliches auf seriösem (!) Weg versuchen, das Leben doppelt schwer gemacht!



  3. Alex

    Warum dreist? Die Bilder- und Videosuche bei Google ist doch nichts anderes, da werden auch urheberrechtlich geschützte Werke gefunden. Es ist ein Suchdienst. Songbeat bietet selbst nichts an, sondern durchsucht das Web.

    Siehe Baidu (chinesische Suchmaschine – Rubrik MP3-Suche)

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  5. Die Musikindustrie lernt und lernt nicht aus. Und mal wieder weigert sie sich gegen eine Möglichkeit, Gestalter der künftigen Mediennutzung zu sein. Aber was erwartet man von Konzernen, deren Vorstandsetagen Stück um Stück ihre Pfründe wegschwimmen sehen und nicht begreifen, dass sie dabei sind, sich selbst überflüssig zu machen.



  6. jan

    Hach ja die Musikindustrie – immer noch? omg

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