Seit rund einem Jahr buhlen die Karaokedienste Mikestar (www.mikestar.com) und TalentRun (www.talentrun.de) um die Gunst von sangesfreudigen Onlinern. Bei beiden Anbietern können Nutzer kostenlos Lieder bekannter Stars und Sternchen mitsingen und mittels einer Webcam aufnehmen. Bei Mikestar stehen rund 800 Songs zur Verfügung, bei TalentRun knapp 1.400. In der realen Welt funktioniert Karaoke seit Jahren, im World Wide Web ist die japanische Erfindung noch kein Massenmarkt. Bei Mikestar tummeln sich nach eigenen Angaben bisher 60.000 registrierte Nutzer. Diese und alle nicht registrierten User sorgen monatlich für rund 600.000 Videoabrufe. Die Zahl der Page Impressions geben die Mikestar-Macher mit rund 2 Millionen pro Monat an. Gründer Cord-Christian Behrens sieht das junge Start-up, welches unter anderem von High-Tech Gründerfonds, CatCap und einigen Business Angels unterstützt wird, damit im “Planungskorridor”. TalentRun-Gründer Dirk Wischnewski spricht von 120.000 registrierten Nutzern, 1,5 Millionen Videoabrufen im Monat und knapp 6 Millionen Seitenabrufen. Auch Wischnewski sieht sich damit “auf einem guten Weg”. Finanzielle Unterstützung erhält die Karaokebar von den beiden Beteiligungsgesellschaften Neuhaus Partners und Holtzbrinck Ventures (auch an deutsche-startups.de beteiligt).
In den kommenden Monaten will Behrens gemeinsam mit seinen Mitgründern Monte A. Miersch und Joachim Penk die spielerischen Elemente bei Mikestar ausbauen. Ganz frisch ist der sogenannte MikeScore, eine Art digitaler Gesangscoach. Die Flash-Applikation analysiert und bewertet wie ein Gesangslehrer Noten, Ausdruck und Abstimmung der Karaokestars. Quasi ein computergestütztes “Deutschland sucht den Superstar”. “Das Tool dient jedoch nicht nur der Verbesserung der eigenen Fähigkeiten, es kann auch dazu genutzt werden, Freunde herauszufordern oder als Gaming-Tool dem Spaß- und Unterhaltungsfaktor zu dienen”, sagt Behrens. Um die Online-Karaokebar bekannter zu machen, setzt das Mikestar-Team wie die Mannschaft von TalentRun auf Kooperationen mit gewichtigen Partner. Auf der Partnerliste von Mikestar stehen starke Marken wie Bravo, MTV und Viva. TalentRun kooperiert mit ProSieben, dem Super-RTL-Ableger element girls und Schwergewicht MSN.
60.000 Euro Umsatz bei Mikestar; 114.000 Euro bei TalentRun
Neben neuen Nutzern spülen diese Partnerschaften auch Geld in die Kasse der Start-ups. Eine weitere Einnahmenquelle bei beiden Angeboten, die vorangig von Frauen genutzt werden, sind neben White-label-Lösungen Werbung und Premiumdienste rund um die Gesangsaufnahmen der Nutzer. Auf der letzten VentureLounge in Bonn verkündeten die Mikestar-Macher, dass sie 2008 rund 60.000 Euro Umsatz erwirtschafteten. Bei Talentrun waren es im vergangenen Jahr rund 114.000 Euro. Bei einem weltweiten Karaokemarkt von geschätzten 20 Milliarden Euro backen die beiden deutschen Kontrahenten somit noch kleine Brötchen. Spätestens im dritten Quartal dieses Jahres wollen Wischnewski und seine Mitstreiter Benjamin Brandt und Matthias Krause zumindest etwas größere Brötchen backen und vor allem profitabel wirtschaften. Ein ambitioniertes Ziel. Grundstein dafür ist für die Talentrunner der Ausbau des Songangebots auf rund 2.000 Lieder. Ebenfalls in den Startlöchern steht die professionelle Vermarktung der Plattform durch einen Fremdvermarkter.
Wir bereits geschrieben, setzen beide Karaokedienste nicht ausschließlich auf diese derzeit etwas wackelige Einnahmequelle Werbung, sondern fahren zahlreiche Ansätze zur Monetarisierung ihrer Unternehmungen. “Blumenstraußmodell” nennt Wischnewski dieses Konzept. Selbst die Lizensierung der gesamten Plattform in andere Länder gehört für den Talentrun-Macher dazu. Um die Karaokerechte müssen sich die ausländischen Lizenznehmer in diesem Fall selbst kümmern. Einige Länder will Wischnewski selbst angehen – zumindest über Sprachversionen. Eigene Länderdomains würden vermutlich auch längere Lizenzierungsverhandlungen nach sich ziehen. Mitstreiter Behrens hat das Thema ebenfalls auf dem Schirm hält sich aber noch etwas zurück: “Ergibt sich eine gute Gelegenheit einfach in einen Markt eintreten zu können, lassen wir diese nicht an uns vorbei ziehen”.
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Kommentare
ähm 20 Milliarden Euro ? Woher kommt denn diese Zahl ?
Kommentar von Roland 18. Februar 2009 @ 11:08Witzige Idee eigentlich und mit etwas Glück könnten die Nutzer bei diesen Plattformen sogar bereit sein eine Art monatlichen Grundbetrag zu zahlen – bei vielen anderen Startupds darf soetwas ja bezweifelt werden.
Dennoch etwas Kritik muss sein : Die meisten Startups gehen immer nach dem Shema vor : Idee vorstellen, Finanzierung kurzfristig sichern, Besuchervolumen maximieren und dann nach einiger Zeit (Jahren) zu überlegen wie man das ganze kostendeckend betreiben kann.
Auf die Idee mal nicht erst 100tsd registrierte Benutzer zu bekommen und mit einer stabilen Kalkulation und eher wenigen Nutzern natürlich zu wachsen scheinen die wenigsten zu kommen.
Kommentar von Sven 18. Februar 2009 @ 11:1220 Mrd. Markt.. hhmm ich denke, hier rechnet man alle Karaoke Clubs in Japan, China etc. mit rein! Und die Home Automaten Hersteller.. Man muss bedenken, dass es sich bei Karoke mehr um ein ” ausgehen mit Freunden und Geschäftspartnern ” geht, so ist es auf alle Fälle in Asia.
Kommentar von Thomas Schulze 18. Februar 2009 @ 11:23Das Buisiness ist eher der Rubrik ” entertainment und Gastro” zuzurechnen.
Trotzdem denken wir gibt es einen “Markt im Netz”. http://www.Sauspiel.de hat es ja auch geschafft, Wirtschhausatmospäre ins Netz zu bringen für das Thema Schafskopf :-) Viel ErfolG!
@Roland + Thomas: Die Zahl bezieht sich in der Tat auf alle Umsätze die mit Karaoke zu tun haben. Wobei 6 Mrd. davon auf Asien fallen.
@Sven: Vielleicht weil die meisten Geschäftsmodelle eine kritische Masse erreichen müssen? Und wie kommst Du auf die Idee Talentrun und MIKESTAR hätten sich im Vorfeld keine Gedanken bezüglich Einnahmen gemacht?
@Thomas: SCEE (Sony) hat mit Singstar schon über eine halbe Mrd. Umsatz erzielt. Das findet ja auch in den eigenen vier Wänden statt. ;)
Kommentar von Cord 18. Februar 2009 @ 13:35Karaoke wird in Taiwan, China und Korea in kleinen Gruppen betrieben, nicht im öffentlichen Lokal wie hier in D.
Thx für den Input!
Kommentar von Thomas Schulze 18. Februar 2009 @ 14:45Gerne, ist ja ganz in meinem Interesse :)
Kommentar von Cord 18. Februar 2009 @ 16:23Ich verstehe das ganze überhaupt nicht. Ganz ehrlich: Es gibt YouTube, das ist komplett kostenlos, bietet eine viel größere Zielgruppe. So wie ich das sehe wird gerade aktuell im Internet in allen großen Bereichen Kommunikation, Video, Shopping alles in “Speciel Interests” geteilt.
Wer will es wirklich so haben? Ein Angebot a la YouTube ist doch viel besser, da kann ich eine zentrale Anlaufstelle, muss mir nicht hunderte von Domains merken. Gehe drauf und kann dann in den Rubriken mir das passende raussuschen.
Ist für mich einfach nur beschämend, dass Hightech Gründerfonds in diesem Bereich investiert. Und was zum Teufel nochmal soll hier bitte schön “Hightech” sein? NICHTS aber auch garnichts! Der Hightech Gründerfonds nutzt anscheinend schön unsere Steuergelder mit dem Argument, dass sie auf “Hightech” setzen aber in Wirklichkeit nur als klassicher VC agieren. Auch sehr schlau wie man sich sein Fond zusammenrechnet.
Kommentar von Alex 18. Februar 2009 @ 18:09@Alex:
Überhaupt mal die beiden Seiten (oder vergleichbare) angeschaut? Dein Statement lässt erahnen, dass Du es nicht getan hast.
Kommentar von Manuel 18. Februar 2009 @ 22:57Und ich verstehe Deinen Beitrag überhaupt nicht, Alex. Hast Du Dir Talentrun mal angeguckt? Was hat denn Youtube damit zutun? Haben die ne Karaoke Funktion? GAnz zu schweigen von nem Gesangs-dingensbums-coach?
Ist Youtube Twitter? Nein, auch das nicht Alex.
Youtube = Videosuche
Noch nicht mal im Bereich Video gibt es einen Grund andere Formate auszuklammern. hulu.com, freecaster.tv & co sind völlig andere Seiten und für ihren Zweck tausend mal besser als Youtube. Selbst redaktionelle Funvideo Seiten sind für ihren Zweck besser als Youtube, wenngleich Du alle Inhalte auch dort finden könntest.
Mein Tipp für Dich, Yahoo und andere Portale, da findest Du dann alles. *hust*
Dein Beitrag ist… ach lassen wir das.
Kommentar von Ben 19. Februar 2009 @ 00:46