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3 Kommentare

Autor: Alexander Hüsing

Kategorie: Aktuell

Tags:

urdeal schließt die Pforten

Dienstag, 03. Februar 2009 15:00

Der Live-Shopping-Dienst urdeal (www.urdeal.de) gibt auf. “Nachdem es uns in den letzten Monaten leider nicht gelungen ist eine Anschlussfinanzierung für urdeal zu bekommen, haben wir uns in der Winterpause intensiv darüber Gedanken gemacht, wie die Zukunft von urdeal aussehen kann”, heißt es auf der Website. Und weiter: “Aus eigener Kraft und ohne zusätzliche externe Mittel ist es uns jedoch leider nicht mehr möglich das Projekt weiter auszubauen und nach unseren Ansprüchen erfolgreich weiterzuführen.” Der Liveshopping-Anbieter urdeal ging Ende Mai 2007 ins Netz. Betrieben wurde der kleine Dienst von Malte Frantz und Sebastian Wagner. Im vergangenen Jahr experimentierte die urdeal-Mannschaft mit einem Gutschein-Konzept. Drei Monate lang wurde jeden Tag ein anderer Gutschein für einen bestimmten Shop verschenkt. “Das Konzept wurde zunächst von den Usern sehr gut angenommen. Im Laufe der Zeit stellte sich jedoch heraus, dass eine Vielzahl der User weiterhin Produkte auf urdeal sehen wollten”, sagte Frantz. Nun ist auch dies vorbei.

Konkurrenten wie Dealbutler, Magazino, Opow gaben schon vorher auf. Sportlet ist offiziell in der Winterpause und der Live-Shoppingdienst ABeDi wurde gerade in die Urlauber.de intergriert. “Unter dem Titel NurHeute integrieren wir unseren Live-Shopping-Ableger in die bereits bestehende ausgereifte Plattform von Urlauber.de. Sowohl was die Administration der Angebote als auch die Nutzerfunktionalitäten angeht, können wir zukünftig auf die bestehenden komplexeren Tools von Urlauber.de zurückgreifen”, teilt Nix-wie-weg.de-Macher Nww Online mit. Und sogar der gut inszenierte Live-Shoppingdienst schutzgeld.de (www.schutzgeld.de), der nach außen mit einem mafiösen Image auftrat, hat schon längst seine Pforten geschlossen. “Nach nun über 2 Jahren müssen wir aber feststellen, dass dieses Konzept trotz der Aufmerksamkeit der Presse auf die Dauer immer langweiliger wird”, teilte der Dienst im November des vergangenen Jahres mit. Hinter schutzgeld.de stand die Marketing Factory Consulting GmbH von Peter Faisst. Seit 2006 setzten die Düsseldorfer auf den Verkauf von einem Produkt pro Tag und begeisterten mit ihrem Konzept Branchenkenner und Nutzer gleichermaßen. Im Gespräch mit dem Branchendienst “iBusiness” verriet schutzgeld.de-Macher Faisst, dass er den deutschen Markt auf lange Sicht als zu klein ansehe, um auf eine betriebswirtschaftlich kritische Masse an registrierten Nutzern zu kommen. Der Markt biete nur “extrem geringe Wachstumschancen”. Die Zielgruppe der für Liveshopping-Angebote affinen Konsumenten sei in Deutschland nicht größer als 30.000 bis 40.000 Nutzer, so Faisst.

Drei Umsatz-Millionäre in Deutschland

Wie ein Blick auf Google Trends zeigt, hatten später gestartete Live-Shoppingdienste wie Preisbock (www.preisbock.de) und Guut.de (www.guut.de) dem deutschsprachigen Vorreiter im vergangenen Jahr längst das Wasser abgegraben. Ebenso wie der niederländische Anbieter iBood gehören diese beiden Vertreter des Segments inzwischen zu den Umsatz-Millionären in Deutschland. Um Guut.de machen sich einige Branchenvertreter derzeit aber Sorgen: Gründer und Geschäftsführer Robert Stephan ist seit Ende des vergangenen Jahres nicht mehr an Bord. Nach 16 Monten Zusammenarbeit bekommt zudem guut-insider.de keine Insider-Informationen mehr aus dem Hause guut.de. Trotz der vielen kleinen Hiobsbotschaften zeigt ein Blick auf die meistgesuchten Begriffe bei deutsche-startups.de, wie sehr sich die vielen Online-Nutzer im Lande für das Thema Live-Shopping interessieren. Kein anderer Begriff führte im vergangenen Jahr mehr Suchmaschinen-Nutzer auf unsere Seite. Intresse am Thema Live-Shopping ist somit definitiv vorhanden. Der deutsche Markt dürfte auch groß genug sein für zwei, drei große und schlagkräftige Anbieter.

Artikel zum Thema
* schutzgeld.de gibt auf
* Guut.de kooperiert mit T-Online
* Neue Finanzspritze für Preisbock

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3 Kommentare »

1.

Hat sich das nicht auch abgezeichnet? Sind Stand-Alone-Live-Shopper denn nicht grundsätzlich kaum überlebensfähig? Ich denke schon.

Wenn ich eine Million Umsatz im Jahr mache, dann ist das in manchen Segmenten eine Marge von möglicherweise 5-10 Prozent (oder?) also bleiben mir noch 50-100.000 Euro/Jahr für den Betrieb der Seite und das Personal. Davon kann ich eine Person einstellen, ihr einen Büroraum mieten und einen Rechner ans Netz bringen. Viel mehr ist das eigentlich nicht. Aber reicht ein Mitarbeiter für so was????

Anders sieht es aus, wenn ein Live-Shopper die Resterampe für einen “richtigen” Shop macht – da habe ich Synergieeffekte, vermutlich eine bessere Marge und auch schon mal Reichweite.

Das denke ich jedenfalls.

Dass dies bei euch ein so stark gesuchter Begriff ist, sagt mir eigentlich nicht, dass der Markt “da draußen” danach sucht – sondern, dass das Thema in der Branche selber wirklich stark ist. Man könnte fast behaupten, dass das ein Hype ist ;-)

Grüße
eric

Kommentar von Eric — 03. Februar 2009 @ 18:43

2.

Sehe ich auch so wie Eric.

Zudem habe ich das Gefühl dass die Webseiten und Blogs die gerade Liveshopping usw als das Beste was uns die letzten Jahre passiert ist verkaufen wollten irgendwie gerade gar nicht von dem sterben dieser Shops berichten..

Komisch

Kommentar von tina Obermeier — 03. Februar 2009 @ 19:03

3.

1. Problem ist sicher die Marge die ja eher bei 1% liegen wird da die Produkte schon runtergezeichnet wurden.

2. Problem ist die Produktauswahl. Manchmal eher 2. Wahl oder Überflüssiges.

3. Problem ist die fehlende zeitliche Übereinstimmung von Kaufwunsch/Bedürfnis und Produkt. Ich muss als Kunde gerade dann genau das Produkt wollen wenn der Dienst es günstig anbietet. Schwierig, da dies ja für sehr, sehr viele Kunden gelten muss. Und wenn diese grosse Nachfrage da ist muss man als Anbieter nicht runterzeichnen.

Ergo = funzt nicht

Kommentar von mick — 03. Februar 2009 @ 20:07

3 Trackbacks »

  1. Adios Live Shopping…

    Wie haben wir alle diese neue Form des Online Shoppings gefeiert. Live Shopping war eine zeitlang in aller Munde und der neue große Konkurrent der herkömmlichen Online Shops. Selbst die Kollegen vom Spiegel waren sich noch im Januar 2008 dies…

    Trackback von Crossrange.de — 03. Februar 2009 @ 23:17

  2. [...] Hamburger Liveshopping Anbieter Urdeal macht dicht und kommt nicht mehr zurück aus der Winterpause: Nachdem es uns in den letzten Monaten leider [...]

    Pingback von urdeal macht dicht | Mail Men — 04. Februar 2009 @ 08:28

  3. [...] Commerce 1, Exciting Commerce 2, Deutsche Startups, Handelskraft, Live Shopping Days 1, Live Shopping Days 2, Computer Reseller News Antworten zu [...]

    Pingback von Live-Shopping - aktuelle Diskussionen | Projecter.de - Blog — 15. Februar 2009 @ 11:08

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