Als “Der Sargnagel für die Musikindustrie” bezeichnete die Zeitung “20 Minuten” kürzlich das Berliner Start-up Songbeat (www.songbeatplayer.com). Harte Worte, die Gründer und Geschäfsführer Philip Eggersglüß so nicht stehen lassen will: “Wir sehen uns als eine der Lösungen, die den Musikmarkt revolutionieren wird und dabei gut für die User ist sowie Künstler und Labels unterstützt. Wir gehen aktiv auf Künstler und Labels zu, um mit diesen zusammen zu arbeiten. Songbeat soll für alle Beteiligten arbeiten.” Via Songbeat ist es möglich, sämtliche im Internet verfügbare Musik zu suchen, abzuspielen und runterzuladen. Dafür muss mann sich lediglich den Songbeat-Player auf seinen Rechner ziehen. “Die Zahl der Downloads liegt momentan im sechsstelligen Bereich”, sagt Eggersglüß, der Songbeat gemeinsam mit Marco Rydmann auf die Beine gestellt hat. Derzeit gibt es Songbeat nur für Windows – eine Mac-Version befindet sich aber bereits in der Entwicklung und soll noch im ersten Quartal dieses Jahres auf die Startbahn geschoben werden.
Selbstverständlich sei die Software-Songbeat legal, sagt Eggersglüß. “Songbeat ist kein illegales Filesharing, weil es keine P2P-Technologie, sondern lediglich clevere Such- und Aufnahme-Funktionen verwendet. Es werden auch keine Kopierschutzmechanismen umgangen.” Und Radioaufnahmen seien in Deutschland legal. Songbeat ermöglicht nämlich auch die Aufnahme des Musikdienstes last.fm an. Durch die Eingabe eines beliebigen Künstlers generiere Songbeat automatisch einen last.fm-Stream, der live mitgeschnitten werde. “Wie damals mit dem Kassettenrecorder”. Ein weiterer wichtiger Punkt in der Strategie des Musikdienstes heißt “Songbeat Discover”. In dieser Rubrik aggregiert Songbeat alle möglichen Informationen zu einem gerade gesuchten Künstler – beispielsweise Wikipedia-Artikel, Hinweise auf Konzerte und verfügbare Alben – samt Bestelllink.
Interessante Promolösung für Musikfirmen
“Weiterhin verfügen wir mit Songbeat über ein internationales Promotiontool für Künstler und Labels. Spielt eine Band aus Paris an einem Wochenende in New York können wir bei allen Playern die sich in New York lokal einloggen in der Woche vor dem Konzert Werbung dieser französischen Band einspielen”, sagt Eggersglüß. Klingt nach einer interessanten Lösung für Musikfirmen, die zunächst vermutlich keine großen Freunde des Songbeat-Konzeptes werden. Für Nutzer ist Songbeat kostenlos. Lediglich die Downloadfunktion ist in der Standardversion limitiert. Wer mehr als 25 Downloads tätigen möchte, muss einmalig Euro 19,99 an die Songbeat-Macher zahlen. Wie viele der vielen Nutzer für Songbeat in die Tasche greifen wollen die Hauptstädter leider nicht verraten.

Fragen










Kommentare
Ziemlich genial. Auf jeden Fall auch eine Altenative zu last.fm.
Kommentar von Alex 21. Januar 2009 @ 08:4820min macht damit ja super Werbung für das Startup. Wer Musik im Netz sucht bedient sich nach wie vor youtube oder lädt z.b. über Songbird oder P2P sein zeugs runter, ob dieses Tool sich hier durchsetzen wird ist fraglich vor allem da man hier Geld zahlen soll, die P2P user wird das sicher kalt lassen..
Kommentar von keez 21. Januar 2009 @ 09:08absolut geil. good luck für Philip Eggersglüß!
gruß aus der Chaussee86
Kommentar von Benjamin Rohé 21. Januar 2009 @ 12:34Na da haben wir den Haken :
Ist Songbeat legal?
Songbeat findet jegliche Musik: Diese im Internet zu suchen und anzuhören ist nicht verboten. Zudem ist das Herunterladen von Musik grundsätzlich erstmal nicht illegal. Es liegt jedoch am Nutzer zu prüfen ob er die jeweiligen Rechte an dem heruntergeladenen Musikstück hält oder nicht. Die Software ist daher legal.
Die SOFTWARE ist legal – soso – der Rest liegt beim Nutzer, na fein.
Sorry Leute, da sind Konzepte wie flatster.de aber durchdachter….
Kommentar von Marcel 21. Januar 2009 @ 13:27Ich probiere es gerade aus und finde es genial
Kommentar von Alexander 21. Januar 2009 @ 13:41wozu downloaden, wenn man es umsonst bei roccatune anhören kann?
Kommentar von Frage 22. Januar 2009 @ 00:25Weil die Leute ihre Musik nun mal auf dem Rechner oder auf dem MP3 player haben wollen – um unabhängig von Bandbreite – Internetverfügbarkeit – oder roccatune zu sein. Warum ein Auto haben, wos doch Bus und Bahn und Taxi gibt….ts ts ts…
Kommentar von Antwort 22. Januar 2009 @ 13:05Songbeat ist illegal, weil die Quellen ihrer Musik, (egal ob gestreamt oder runtergeladen) illegal sind. Songbeat nutzt und verkauft “pirated material”. Das ist nicht nur gemein den Musikern und Produzenten gegenüber, sondern auch (zu recht) strafbar.
Kommentar von Jens Tiefschneider 07. Februar 2009 @ 14:38Ich verstehe immer noch nicht, wieso man für songbeat bezahlen sollte.
Kommentar von The Ingenious Wiz 28. Juni 2009 @ 17:32Ein weiterer, hoffnungsloser Versuch die Musik Pirateri einzudämmen. Völlig falscher Ansatz.
Kommentar von Tina 28. November 2009 @ 12:46