Otto gründet Beteiligungsfirma eVenture Capital Partners
Der Versandriese Otto arbeitet schon seit einigen Monaten an einem neuen Ableger. Nun wagen sich die Hamburger mit ihrer Beteiligungstochter eVenture Capital Partners, die in junge Internet- und Medienfirmen investieren soll, an die Öffentlichkeit. “Wir brauchen neue Ideen und müssen uns nach neuen Konzepten für den elektronischen Verkauf von Waren umschauen. Dafür schaffen wir jetzt eigens eine Gesellschaft, die wir E-Venture Capital Partners nennen”, sagt Hans-Otto Schrader, Vorstandsvorsitzender der Otto Gruppe gegenüber “Welt Online“. Sitz der neuen Firma sind Hamburg und San Francisco.
Die Investmenttochter, die von Andreas J. Haug und Ludwig Richter geführt wird, soll in den nächsten fünf Jahren jährlich sechs bis zehn Beteiligungen eingehen. Das Mutterhaus hat E-Venture Capital Partners dazu mit einem mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag ausgestattet. Angestrebt werden Beteiligungen von 5 bis 49 %. Besonders interessieren das eVenture-Team “Firmen, die sich etwa mit mobilen Verkaufskonzepten für das Handy, mit Suchmaschinen im Internet oder der Kundenkommunikation beschäftigen”. Wenn das finanzierte Start-up erfolgreich auf die Bahn gebracht wurde, ist die Integration der jungen Firma in den Konzern eine mögliche Option. Genauso aber der Weiterbetrieb der Gesellschaft mit einem strategischen Partner oder der Verkauf an andere Unternehmen.
“Wir lernen von den Start-ups und sie lernen von uns”
Treibende Kraft bei der Gründung von eVenture Capital Partners war Otto-Vorstand Reiner Hillebrand: “Indem wir uns in den innovativen Wachstumsmärkten als Investoren engagieren und, wenn gewünscht, auch die operative Geschäftsentwicklung der jungen Unternehmer mit den Möglichkeiten von Otto unterstützen, fördern wir einen Lernprozess. Wir lernen von den Start-ups und sie lernen von uns.” Auch vor der Gründung von eVenture Capital Partners investierte Otto bereits in Start-ups. Im vergangenen Jahr hievte der Versandriese beispielsweise die Social Shopping-Plattform smatch (www.smatch.com). Vor fast einem Jahrzehnt engagierte sich Otto zudem bei der Einkaufsplattform myToys.de (www.mytoys.de). Oliver Beste, Mitgründer von mytoys, sitzt nun auch im Investment Committee von eVenture Capital Partners.
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7 Kommentare »
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[...] nachhaltiger Copy Cats (siehe Punkt 2) bereitsteht. Das Geld für Gründungen wird eher von der Industrie (Amazon, OTTO, eBay, H&M) kommen. Geld steht entgegen vieler anderslautender, [...]
Pingback von Fünf E-Commerce Thesen 2009 « Kassenzone - Commerce, Mobile, Technologie — 07. Januar 2009 @ 09:35
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Das Thema Corporate VC läuft normalerweise prozyklisch: Corporate VCs werden in Boomzeiten gegründet und investieren zu überhöhten Bewertungen, und in schlechten Zeiten werden sie mit hohen Verlusten wieder dicht gemacht. Siehe im letzten Zyklus zum Beispiel Infineon Ventures oder Daimler Chrysler Ventures. Otto scheint für dieses Muster etwas spät dran zu sein. Mal sehen, ob sie es wirklich schlauer machen (in schlechten Zeiten zu niedrigen Bewertungen investieren und dann sogar Gewinn machen), oder ob sie der “Allianz Venture Partners Strategie” folgen (am Anfang der Rezession gründen, ein paar Jahre lang gar nichts machen und dann wieder schließen)…
Kommentar von Will — 28. Oktober 2008 @ 09:54
..es ist auf alle Fälle davon auszugehen, dass OTTO gerade Retailern und Shopping Clubs extreme Mehrwerte bieten kann
nicht umsonst zählt Otto im eCommerce weltweit zu den TOP 3, wenn ich richtig informiert bin!
Und Sixt & Stroeer sind ja auch schon sehr erfolgreich als Corporate VC! Siehe http://www.neu.de Exit zu ca. 25 MIO DS- berichtete etc..
Kommentar von Thomas Schulze — 28. Oktober 2008 @ 10:52
@Thomas Schulze:
Du meinst aber die Beteiligungsgesellschaft von Dirk Ströer und nicht die die Corporate VC der Ströer AG (sofern es die denn geben sollte)?
@Will:
Wenn ich richtig informiert bin, wurden irgendwann in 2002 sämtliche Private Equity-Aktivitäten der Allianz zusammengefasst und somit auch die Allianz Venture Partners in die neue Allianz Private Equity Holding integriert – die dann meines Wissens nach in der Allianz Capital Partners (ACP) aufging. Meiner Ansicht nach eine sinnvolle Strategie…
Korrekt ist aber auch, dass die Allianz zwischenzeitig (2004-2005) einen Großteil des Beteiligungsportfolios verkauft hat.
Ebenso korrekt ist, dass die ACP in Zeiten schwierigen Fahrwassers (also wie derzeit) erst einmal abwartet, bevor ge- oder verkauft wird. Laut Aussage von Thomas Pütter, Sprecher der ACP, auf dem Münchner Finance Forum am 23.10.2008 muss die ACP gar nichts – weder ver- noch zukaufen. Es gab in der zeit der ACP auch eine Phase, in der 16 oder gar 18 Monate nur die Füße still gehalten wurden. Im Gegensatz zu einem VC-Fond oder zahlreichen andere PE-Unternehmen am Markt lassen sie sich anscheinend nicht unter Druck setzen, zumal da aktuell keine Preise existieren…
Kommentar von David — 28. Oktober 2008 @ 11:48
@David: Integration von AVP in ACP ist wohl eher ein Euphemismus. In 2003 wurden alle Mitarbeiter der AVP entlassen, das Büro aufgegeben und seither wurde kein Venture Investment mehr gemacht (auch vorher waren es nur drei) – sounds more like a shut-down to me…
Siehe auch hier:
http://www.boocompany.com/index.cfm/content/story/id/11087/
Kommentar von Will — 28. Oktober 2008 @ 12:21
@Will:
Danke für den Link und Deine Einschätzung. Hach, herrlich, man sollte doch viel öfter mal auf Boo Company recherchieren… Wohlwissend, dass man vorher am besten einen tiefen Schluck nehmen muss, ob des ganzen überbordendenen Sarkasmus insbesondere in den Kommentaren. Dennoch: immer wieder erfrischend…
Okay, alles bisschen verwirrend bei der Allianz SE… Aktuell gibt es 2 Gesellschaften im PE-Umfeld, die ACP (Capital Partners) sowie die APEP (Private Eyuity Partners), die allerdings im Bereich Fund of Fund-Investitionen unterwegs ist… Auch die ACP ist aktuell nicht in Gründungsfinanzierungen involviert: http://www.acp.allianz.com/de/philosophie/transaktionen/page1.html
Wie dmals dann die Aufspaltung der Holding exakt verlief und welche Bestandteile – falls es noch welche gab – der einstmals so stolzen AVP noch “übernommen” wurden, entzieht sich meiner Kenntnis.
Die bisherigen Transaktionen der ACP jedenfalls werden nicht verschwiegen: http://www.acp.allianz.com/de/presse/transaktionen/index.html. Habe allerdings nicht geprüft, was davon noch lebt und gedeiht…
Kommentar von David — 28. Oktober 2008 @ 13:27
@David: (Ohne die Diskussion zu sehr ausufern zu lassen (es geht ja eigentlich um Otto)): ACP und APEP haben nix mit Corporate VC zu tun, sondern sind einfach Teil der allgemeinen Asset Allocation der Allianz für PE. AVP war der Versuch, in Start-ups im Finanz- und Insurance Bereich zu investieren, also eher ein Corporate VC, vergleichbar zu Otto hier. Und die sind definitiv dichtgemacht worden (ich kenne ein paar Ex-Mitarbeiter).
Kommentar von Will — 28. Oktober 2008 @ 14:34
@ david Thanks, hier die genaue Bezeichnung
Media Ventures GmbH, Köln
Ströer Allee 1, 50999 Köln
Kommentar von Thomas Schulze — 28. Oktober 2008 @ 16:10