Riecke weg bei studiVZ
Stühlerücken bei studiVZ (www.studivz.net): Völlig überraschend verlässt Geschäftsführer Marcus Riecke das Berliner Unternehmen. Seine Aufgaben übernimmt Clemens Riedl zusätzlich zu seinem Posten als Vice President Sales. In der knappen Pressemitteilung ist davon die Rede, dass Riecke, der im Sommer des vergangenen Jahres seinen Dienst in der Hauptstadt antrat, das “Unternehmen auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung” verlässt. “Wir danken Marcus Riecke für seine sehr erfolgreiche Tätigkeit bei studiVZ Ltd. und seine Verdienste um die Weiterentwicklung des Unternehmens”, sagt Jochen Gutbrod, Stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, und dort für das Online-Geschäft verantwortlich.
Über die Gründe des rasanten Abgangs, der offenbar extrem kurzfristig entschieden wurde, kann bislag nur spekuliert werden. Stefan von Holtzbrinck habe studiVZ-CEO Marcus Riecke an die frische Luft gesetzt, weil der nicht mit der offenen Unternehmenskultur des Verlages zurecht gekommen sei, berichtet beispielsweise turi2. Und weiter: “Zwischen Riecke und der Verlagsführung in Stuttgart hat die Chemie offenbar schon länger nicht mehr gestimmt”. Netzökonom Holger Schmidt von der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” berichtet von einem “Streit um die strategische Ausrichtung” der Community: “Riecke hätte es wohl gerne gesehen, wenn sich studiVZ enger an den amerikanischen Konkurrenten Facebook angelehnt hätte.” Zudem hätte Riecke wohl gerne einen anderen Online-Vermarkter ausgesucht, der mehr Erfahrung und eine bessere Technik als der hauseigenen Vermarkter GWP habe.
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Nach so vielen Fehlern und der weiterhin langsamen (Feature-)Entwicklung bei StudiVZ würde ich sagen es ist die richtige Entscheidung.
Der Fisch fängt ja bekanntlich am Kopf zu stinken an…
Kommentar von Wizard — 22. Oktober 2008 @ 13:06
Spannendes Thema!
Johannes
(Angenehm bei Deutsche Startups ist, dass es – im Vergleich zu vielen anderen sog. “Blogs” – weniger unverifizierte (und teilweise haarsträubende!) Spekulationen über den Abgang gibt)
Kommentar von Johannes — 22. Oktober 2008 @ 13:51
Egal, warum man jetzt getrennte Wege geht …
Imho sind die Jungs – der neue “Chef” macht da imho keine Ausnahme – einfach nicht für den Job geeignet. Da müssen Leute dran, die schon erfolgreich Communities vermarktet haben.
Man kann doch als Marktführer nicht hergehen und wie ein kleiner Krauter von ganz vorne zu Lernen anfangen.
Wenn ich mich an die Statements von Herrn Riecke bezüglich der Monetarisierung erinnere, kann ich mir in etwa vorstellen, wie weit man in seinem Denken noch von der Realität entfernt ist.
Kommentar von Sebastian (Internetszene.de) — 22. Oktober 2008 @ 14:02
In Fachkreisen wird gemunkelt, der Kaffee habe ihm nicht geschmeckt o_O
Kommentar von Anne — 22. Oktober 2008 @ 14:05
Wir hätten es natuerlich alle besser gemacht.
Kommentar von Jan — 22. Oktober 2008 @ 14:14
besser vermarktet eher nicht, aber sinnvolle funktionen hätte ich einige im petto…
Kommentar von max — 22. Oktober 2008 @ 14:41
Besser vermarktet? Aber hallo. Holtzbrinck gehört mit der (Jungen) Karriere eine Zeitschrift, die 1000%ig auf die Zielgruppe passt. Faust, Auge – ihr kennt den Zusammenhang. Mir ist es ein absolutes Rätsel, wie blind und unfähig man sein kann, diese beiden Produkte nicht mehr miteinander zu verbinden, als eine Junge-Karriere-Gruppe im StudiVZ zu öffnen. Das ist so lächerlich, dass es einfach weh tut.
Es wäre so einfach, das größte deutsche Studentenportal aufzubauen und so auch in Richtung Monetarisierung einen weiten Schritt nach vorn zu machen, aber bei Holtzbrinck scheint das schlicht keinen zu interessieren. Anders kann ich mir nicht erklären, wie man ein 80-Mio.-Euro-Investment derart in den Sand setzen kann – rein wirtschaftlich betrachtet, natürlich.
Gerade Holtzbrinck hätte die Möglichkeit, aus diesem ganzen unwirtschaftlichen, schwer vermarktbaren Community-Gedödel journalistischen Mehrwert draufzupappen. Dann hätte man einen journalistisch betreuten Bereich, der sicher schnell massive Reichweiten erreichen würde (und damit auch gut vermarktbar wäre), und man hätte als Motor des Wachstums noch immer die Community dranhängen. Diese Chance lässt man sich entgehen, warum auch immer. Sollte aber mal gemacht werden, denn die minimalen Investitionen würden mit großer Sicherheit sehr schnell gedeckt sein.
Ob Riecke weg ist oder nicht … ich kann nur hoffen, dass jemand diesen mit purer Weisheit vollgelöffelten Beitrag liest, und endlich mal begreift, welches Potenzial in StudiVZ steckt, wenn man es nur gescheit angehen würde.
Kommentar von Blah — 22. Oktober 2008 @ 15:45
@blah: Es gibt definitiv eine Junge Karriere-Gruppe bei studivz, sie ist sogar “Edelgruppe”…ich stimme aber zu, dass diese Verknüpfung nicht sehr weit vertieft wurde…lediglich ca. auf einer Seite wird in jeder Zeitschrift eine Diskussion aus der Gruppe veröffentlicht…
Kommentar von talypo — 22. Oktober 2008 @ 16:26
Dazu kann ich nur sagen das sie Einnahmen durch Werbung garnicht nicht nötig haben: Wir wollten einen 6-stelligen Betrag einbuchen. Der Deal ist geplatz weil “die banner nicht passen”. Jetzt buchen wir bei Wer-Kennt-Wen
Kommentar von Daniel — 22. Oktober 2008 @ 17:35
@blah
Viel besser hätte man es nicht schreiben können!
Kommentar von Wizard — 22. Oktober 2008 @ 18:52
Da kann man ja mal gespannt sein, was mit den anderen 2.0 Firmen so wird. Desöfteren hatte man das Gefühl: HYPE 2.0 => Holtzbrinck-Kauf.
Jetzt werden im Verlag sicherlich noch mehr Firmen unter Beobachtung stehen, welche schön teuer waren und KEIN Plus machen. Und dabei sollten sich eigentlich auch irgendwann die Investitionen wieder einspielen – also nicht nur kleine Kleckerlesgewinne einfahren (wenn sie das überhaupt schon machen).
Zur Personalie? Keine Ahnung… Aber ich denke, es ist mittlerweile nicht unbedingt so, daß der Hinweis $$-Er kam von EBAY-$$ gleich zum Erfolg führen muß.
Zum einen ist EBAY verm. aufgrund des damaligen Erfolgs ein Dickschiff geworden (So manch einer, der später hinzukam, hat nicht unbedingt zum Erfolg beigetragen – sondern evtl. nur davon profitiert) und zweitens hat EBAY bekanntlich ja nun auch so seine Schwierigkeiten (dazu hat dann evtl. das Aufblähen zum Dickschiff geführt, und das wäre dann nicht gerade ein Auszeichnungsmerkmal späterer EBAY-Mitarbeiter).
Da ich den Herrn allerdings nicht kenne, möchte ich mir kein Urteil erlauben, ob er ein guter EBAYer war oder ob er dort eine Luftpumpe gewesen ist.
Spannend bleibt abzuwarten, ob uns nicht die Tage weitere Meldungen anderer aufgekaufter Firmen erreichen – genügend davon gibt es ja nach den Shoppingtouren:
http://www.holtzbrinck.de/artikel/787987&s=de
Da sagt der ein oder andere Aktienkurs schon was aus, finde ich…
Kommentar von 3,2,1 — 22. Oktober 2008 @ 19:37
Riecke hat auf einer Holtzbrink-Veranstaltung über Holtzbrink gelästert. Deswegen wurde er gefeuert. Adieu.
Kommentar von philphil — 23. Oktober 2008 @ 00:58
@talypo / #8: Ja, ich weiß, dass es die Junge-Karriere-Gruppe gibt. Und ob sie Edelgruppe ist oder nicht – so what? Das Erschreckende ist doch (und so will ich diesen Absatz meines Kommentars auch verstanden sehen), dass es nicht darüber hinaus ging. Und da bin ich ja offensichtlich nicht alleine mit der Meinung.
Mir ist einfach rätselhaft, wie man da nicht auf die Idee kommt, eins und eins zusammenzuzählen. “Deutschlands größtes Studentenportal – jetzt auch mit Inhalt!”, das wär doch was. Und könnte man geil vermarkten – erstmal Verlagsintern (Handelsblatt, Junge Karriere), dann aber auch darüber hinaus, weil es sich in einem journalitisch-betreuten Umfeld nun mal leichter und besser wirbt.
Aber entweder bin ich zu schlau für Web 2.0 oder die alle zu doof. Da ich kein CEO-Masterbrain bin mit einem super-hippen, tollen Web-2.0-Projekt, das mal Millionen und Milliarden Wert sein wird, wenn erst mal die User alle da sind, tendiere ich mal zu der zweiten Variante. Aber vielleicht kann ja Alexander meine Vorschläge weiterreichen, der sollte den Draht nach ganz oben ja haben
Kommentar von Blah — 23. Oktober 2008 @ 12:30
hmm, das ist etwas merkwürdig, aber naja wird schon gründe dafür geben.. ma sehn in welche richtung die neue führung das unternhemen treibt. lg
Kommentar von Frank — 23. Oktober 2008 @ 21:55