Neue E-Commerce-Trends wie Shopping-Clubs, Shopping-Communitys, Mass Customization oder Live Shopping sind noch längst kein Massenphänomen. Am besten schneiden laut zwei.null trends, einer Kooperationsstudie von deutsche-startups.de und dem Internet-Marktforscher Innofact, dabei noch die diversen Shopping-Clubs ab: 18 % der befragten Onliner nutzen solche Dienste. Das Boomthema Live Shopping bringt es dagegen nur auf 8 %. Mehr als 80 % der Internet-Nutzer nutzt stattdessen Suchmaschinen, Online-Marktplätze oder klassische Online-Shops (Grafik 1).

Nutzerbewertungen für Produkte spielen bei der Entscheidungsfindung vor dem Online-Kauf für viele Zeitgenossen eine bedeutende Rolle: Drei Viertel der Befragten gaben an, zumindest gelegentlich die Meinungen anderer Nutzer zu lesen, bevor sie ein bestimmtes Produkt im Netz kaufen. Nur 8 % nutzen solche Hilfestellungen überhaupt nicht. (Grafik 2). Aktiv am Geschehen nehmen aber nur die wenigsten Onliner teil: Nur 33 % haben schon mal selbst ein Produkt beurteilt. 29 % verfassen Kommentare, 15 % schreiben Erfahrungsberichte und nur 9 % haben schon einmal eine Produktempfehlung abgegeben. (Grafik 3).


Das Trendthema Mass Cutomization hat die Mehrheit (51 %) der Befragten bisher bei individualisierter Kleidung ausprobiert. Eine weitere beliebte Einsatzmöglichkeit sind Artikel mit eigenen Fotos (Bücher, Tassen, Kissen). Andere Produkte wie Visitenkarten, Poster und Schmuck, aber auch selbst konfigurierte Computer werden bislang nur von höchstens 10 % der Nutzer online bestellt (Grafik 4). Kleidung ist auch das Produkt, bei dem die meisten Befragten sich vorstellen können, dieses aktiv zu gestalten (Grafik 5). Auf den weiteren Plätzen: Einrichtungsgegenstände (23 %), Unterhaltungselektronik (14 %) und Computer (14 %).


Äußerst interessant ist ein Blick auf den akzeptierten Aufpreis bei individuellen Produkten. 29 % der Befragten sind bereit für ihr Wunschprodukt 10 % bis 25 % mehr auf den Tisch zu legen. 15 % nehmen immerhin noch bis 10 % Mehrkosten in Kauf. Nur 16 % will für ein individuelles Produkte nicht mehr als für normale Waren ausgeben (Grafik 6).

Für die Kooperationsstudie zwei.null trends haben deutsche-startups.de und der Internet-Marktforscher Innofact Trends und Entwicklungstendenzen im Internet untersucht. Dafür wurde im August dieses Jahres eine internet-repräsentative Online-Umfrage im Online-Access-Panel meinungsplatz.de sowie eine On-Site-Befragung unter den Besuchern von deutsche-startups.de durchgeführt. Im Rahmen der Panelstudie wurden über 1.000 Internetnutzer zu den Schwerpunktthemen Web 2.0, Tendenzen im Online-Shopping, Mobiles Internet sowie Gaming befragt. Bei der On-Site-Befragung unter den Lesern von deutsche-startups.de wurden 297 Besucher zu den selben Entwicklungstendenzen im Web befragt – allerdings aus Sicht der Internet-Professionals.
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Kommentare
Die Studie zeigt auch die Entwicklung auf, die wir auf planungswelten.de feststellen können. Insbesondere in der Hausbau- und Einrichtungsbranche gibt es zahlreiche Dinge, die konfiguriert werden können und von den Usern individualisiert werden wollen (Markisen, Tapete, etc.).
Meines Erachtens sind Customized Products auch für die Industrie ein interessanter Ansatz, um zu erfahren, was bei den Kunden gut ankommt. Interessant fand ich auch, dass etliche User für die individualisierten Produkte auch mehr Geld ausgeben würden als für das Standardprodukt. Frage an die Runde: Würdet ihr für ein customized product auch mehr bezahlen?
Kommentar von Dennis Mittelmann 11. September 2008 @ 09:22Fraglich ist, ob der durchschnittliche Internetnutzer überhaupt die Begriffe “Shopping-Club”, “Live-Shopping” und “Shopping-Community” überhaupt unterscheiden und richtig zuordnen kann. Hier müsste man die genaue Fragestellung des Fragebogens kennen, und sehen ob die Fragen unter Nennung von beispielhaften Websites erfolgte.
Kommentar von Daniel 11. September 2008 @ 09:32Hallo Zusammen!
Die Begriffe wurden ganz kurz erläutert und mit Beispielen versehen:
- Klassische Online-Shops (z.B. otto.de, Amazon)
- Shops, bei denen man Produkte selbst gestalten/ zusammenstellen kann (z.B. spreadshirt.com, mymuesli.de)
- Live-Shopping, d.h. nur ein Produkt zu einem stark reduzierten Preis wird angeboten (z.B. woot.com, guut.de)
- Shopping-Clubs, d.h. nicht jeder hat Zugang zum Online-Shop und nur registrierte Mitglieder haben Zugriff auf die Angebote (z.B. buyvip.de, brands4friends.de ).
- Shopping Communities, in denen man „seine“ Produkte empfehlen und beurteilen kann (z.B. edelight.de, shoppero.de)
Produktbeurteilungsportale, wo Sie z.B. Erfahrungsberichte finden können (z.B. ciao.de).
- Preisvergleichs-Websites (guenstiger.de, idealo.de)
- Online-Marktplätze (z.B. ebay.de)
- Suchmaschinen zur direkten Suche von Produkten (z.B. google.de, yahoo.de)
Schönen Gruß,
Kommentar von Marco Mulas - INNOFACT AG 11. September 2008 @ 10:42Marco Mulas
Ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten Jahren neue Einkaufsformen im Internet etablieren werden. Ob die jetzt Maarkenshopping, Live Shopping, CountDown oder wie auch immer heißen: die Emotionalisierung des Kaufprozesses steht im Vordergrund und das wird sich als Einkaufsform neben dem klassischen Katalogkauif etablieren.
Kommentar von Anonym 11. September 2008 @ 11:25Danke Marco für den Info-Nachschlag. Für mich stellen Shopping-Clubs eine geschlossene Form des Live-Shoppings dar. Demnach würden offenes Live-Shopping und geschlossenes Live-Shopping auf zusammen 26% kommen. Was dan doch nicht ganz so unrelevant wäre.
Kommentar von Daniel 12. September 2008 @ 09:32Hallo!
Kommentar von Saskia 02. Oktober 2008 @ 13:58Kann man irgendwo die komplette Studie einsehen? Das würde mich sehr interessieren.
LG, Saskia