Facebook verklagt studiVZ

Das amerikanische Social Network Facebook (www.facebook.com) fährt die Krallen aus und verklagt den deutschen Platzhirschen studivz (www.studivz.net). “Dem Facebook-Klon soll untersagt werden, weiterhin \’look, feel, features and services\’ von Facebook.com zu kopieren.\’Ein großer […]

Das amerikanische Social Network Facebook (www.facebook.com) fährt die Krallen aus und verklagt den deutschen Platzhirschen studivz (www.studivz.net). “Dem Facebook-Klon soll untersagt werden, weiterhin \’look, feel, features and services\’ von Facebook.com zu kopieren.\’Ein großer Teil des Erfolgs – wenn nicht der gesamte Erfolg – von StudiVZ ist dem Kopieren und dem Missbrauch von Facebooks geistigem Eigentum geschuldet\’, heißt es in der 116-seitigen Klageschrift, die Facebook bei einem US-Bezirksgericht in San Jose im Silicon Valley einreichte”, berichtet die “Financial Times Deutschland“. Und weiter: Facebook werfe dem sozialen Netzwerk unter anderem auch vor, ohne Erlaubnis auf seine Computersysteme und -netzwerke zugegriffen zu haben, um sich unrechtmäßig Daten zu verschaffen.

“Der Klage sind offenbar monatelange Gespräche zwischen Facebook und studiVZ vorausgegangen, die aber wohl nicht das erhoffte Ergebnis aus der Sicht von Facebook gebracht haben. StudiVZ hat nun 20 Tage Zeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern oder seine Website umzubauen”, berichtet Holger Schmidt von der “FAZ” in seinem Blog Netzökonom. Das Studenten-Netzwerk studiVZ ging eineinhalb Jahre nach Facebook an den Start. Beim Design und den Funktionen orientierten sich Ehssan Dariani und seine Mitstreiter ohne Zweifel am großen Vorbild, lediglich die Farbe war immer anders: rot statt blau. Inzwischen gehört das erfolgreiche Angebot zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck (auch an deutsche-startups.de beteiligt).

“Lange Zeit nicht ernst genommen”

Bleibt die Frage: Warum kommt die Klage erst jetzt? Netzökonom Schmidt liefert eine mögliche Antwort: “Vermutlich hat Facebook seinen deutschen Klon lange Zeit nicht ernst genommen. Erst nach dem Start in Deutschland, der lange nicht so erfolgreich verlief wie erhofft, hat Facebook wohl erkannt, gegen studiVZ in Deutschland keine Chance mehr zu haben”. Seit März buhlt Facebook mit einer deutschsprachigen Seite um hiesige Onliner. Die Klage könnte aber auch eine Möglichkeit sein, das deutschsprachige Netzwerk wieder an den Verhandlungstisch zu drängen – diesmal mit dem Ziel der Übernahme. Bei Facebook sind seit Januar auch die Samwer-Brüder mit ihrem European Founders Fund (ebenfalls an deutsche-startups.de beteiligt) mit an Bord.

Nachtrag (20. Juli, 16:44 Uhr) Inzwischen liegt eine offizielle Stellungnahme von studiVZ vor. Demnach sei die Klage dem Unternehmen bislang nicht zugestellt worden. “studiVZ kann und wird den Inhalt der Klageschrift daher nicht kommentieren”, heißt es in der Presseerklärung. Die Berliner ziehen nun ebenfalls vor Gericht: Bereits am vergangenen Freitag habe man eine Feststellungsklage beim Landgericht Stuttgart eingereicht. Diese habe das Ziel, von den zuständigen deutschen Gerichten feststellen zu lassen, dass die von Facebook erhobenen Vorwürfe nicht zutreffend seien. Die studiVZ-Mannschafthält die in Medienberichten erhobenen Vorwürfe für haltlos. “Nachdem es Facebook trotz aufwändiger Bemühungen bisher nicht gelungen ist, in Deutschland Fuß zu fassen, versucht man jetzt offenkundig, den Erfolg von studiVZ gerichtlich zu behindern”, sagt studiVZ-Chef Marcus Riecke. „Es gibt weltweit zahlreiche soziale Netzwerke. Facebook war nicht das erste und ist beileibe nicht das Einzige. Mit dem Versuch, studiVZ durch die Durchführung eines Prozesses ohne Erfolgsaussichten vor einem amerikanischen Gericht zu schädigen, erhebt Facebook im Prinzip den Anspruch auf ein weltweites Monopol bei sozialen Netzwerken. Dies ist vermessen und wird sich schnell entlarven. Wir sehen der Sache gelassen entgegen.“

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  1. … also das hat jetzt aber mal richtig Potenzial ein interessanter (vielleicht auch irgendwann nerviger) Krimi zu werden….

  2. Interessant wird dieser Rechtsstreit sicherlich auch für andere Copy-Cats werden. Wenn das die Praxis wird und Facebook sich durchsetzt, könnten sicherlich weitere Klagen folgen.

  3. Pingback: facebook verklagt studivz wegen ideenklau | ripanti.com

  4. > Facebook sich durchsetzt, könnten sicherlich weitere Klagen folgen

    Gerade in Deutschland ein lohnendes Geschäft. Die Portfolios stecken voll dreister Kopien.

  5. Copycats,Copycats,Copycats



  6. hm

    blah, blah, blah

    was soll der kommentar, Michael?

    Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, was da rauskommmt. Wahrscheinich: nix.
    Was will facebook (ja ich weiss schon) – das wird nicht hinhauen. solln sie halt klagen. eine niederlage würde ich svz gönnen, aber dazu wirds nicht kommen.



  7. Kimi

    Ich finde das als eine peinliche Aktion von Facebook und vorallem für die Samwer-Brüder, da die ja sich am besten in Sachen CopyCats auskennen :)



  8. Stefan

    Wow, das nenn ich mal eine Meldung!
    Da bin ich mehr als gespannt wie das weitergehen wird!

  9. Hi hm,

    developers, developers, developers

    anyone ?



  10. Stefan Manns

    Naja, die amerikanischen Gerichte sind hart. Es kann schon zu einem Multimillionen Klage kommen. Wahrscheinlich wird auch Facebook gewinnen. USA halt. Da Holtzbrinck international handelt, hat das natürlich folgen.

    Ich glaube, es wird für StudiVZ unglaublich schwierig werden. Besonders, da es wirklich eine 100 % Billig KOPIE von Facebook ist. Sie hatten einfach nur Glück, dass es in Deutschland funktioniert hat.

  11. Michael, du bringst wirklich substanzlose Statements! Willst du gern wieder in einer monopolistischen (Plan-)Wirtschaft leben? Kopieren ist doch Prinzip einer modernen Marktwirtschaft. Kopieren bedeutet Wettbewerb und davon profitierst du, als Verbraucher, doch am meisten. Ohne Wettbewerb kein Fortschritt.

    Sollen wir warten bis alle ausländischen Start-Ups sich entschliessen, auf den europäischen Markt zu expandieren? Ich würde das Produkt bzw. die Dienstleistung gerne schon vorher beziehen und bin dankbar, dass es gute Second-Mover in DE/EU gibt, die das Produkt kopieren und in den meisten Fällen auch verbessern. Zudem ist das Kopieren das Codes noch lange keine Erfolgsgarantie: Marktstrategie, Kommunikation und Pull-Effekte sehen oft völlig verschieden aus…



  12. Maik

    1. Facebook will Presse und darum die verspätete Klage.
    2. Wird die Klage erfolglos, da es rechtlich dafür keine Handhabe gibt.

  13. “Nieder mit den Kopierkatzen! (Second mover, lol)”

  14. “orientierten” – Da habt ihr aber eine sehr freundliche Ausdrucksweise zu einer andere Holtzbrinck-Beteiligung gefunden … ;-)



  15. Peter R.

    Sehe ich wie Maik, das ganze ist für Facebook eine Werbeaktion um auf sich aufmerksam zu machen.

  16. Pingback: Gründerfragen Teil XII: Einfach mal US-Seiten kopieren? - aktuell: der Fall facebook vs. studivz | Das imedo-Gesundheitsblog

  17. PR? Diese Klage interessiert doch 99% der Zielgruppe gar nicht.



  18. jenz

    Wieso meinVZ und Facebook hätten gerne jeden als User.
    Und wer bei Heise, FTD usw. etwas von der Klage liest, meldet sich vielleicht an, um zu schauen ob was an der Klage dran ist.

    Steigert den Bekanntheitsgrad der Marke, auch meistens gewünscht.



  19. stefan g

    hoffe facebook gewinnt !



  20. Svenja klar

    First of all- das wird sicherlich die story der woche auf DS! ein geschäftsmodell zu kopieren ist absolut legitim! wo würden wir heute sonst stehen? wir hätten kein lidl, kein h&m, kein media markt…
    aber – studivz hat wohl ohne erlaubnis auf facebooks computersysteme und -netzwerke zugegriffen, um sich unrechtmäßig daten zu verschaffen und das ist ein großer unterschied! gleichzeitig verklagen studivz und holtzbrinck massenweise portale die eine endung mit vz
    als url adresse gewählt haben. zum thema pr- wenn facebook presse benötigen würde eine übernahmeangebot ausreichen.



  21. Maik

    @svenja: ich glaube nicht das an den Vorwürfen was dran sein sollte. Wie sollen denn die einfach auf die netzwerke zugegriffen haben ?



  22. der gast

    natürlich ist es legitim eine Idee zu kopieren und weiterzuentwickeln. Niemand kann Dir letztlich verbieten beispielsweise ein eigenes Auto zu bauen. Sieht das dann allerdings zufälligerweise von innen und aussen wie ein BMW aus hört der Spass bekanntermassen auf..



  23. stefan g

    facebookvz.de ist noch frei

    wäre doch n super Name für beides :)



  24. Maik

    @der gast: quatsch! das einzige mit was man Ideen etc. schützen kann is der gewerbliche Rechtsschutz, also sprich Patente, Geschmacksmuster etc.

    Leider gibt es da aber nichts für solche Internetportale, deswegen kann man theoretisch ohne weiteres nahezu 1:1 kopieren. (nahezu wegen Urheberrecht..)

  25. Interessante Sache, es sind vier Punkte angesprochen 1. look, hier sieht es aus meiner Sicht schlecht für StudiVZ aus. Die Ähnlichkeiten im Design sind nicht zu übersehen. Allerdings dürfte, hier auch relativ leicht Änderungen vorzunehmen sein.
    2. feel, jo Gefühle zu kopieren ist natürlich streng verboten (Ironie)
    3. features, hier müsste es erstmal neue, eigene Funktionalitäten geben. Nachrichten schreiben, Gruppen bilden, Profile im Netz anlegen. Das alles hat Facebook ja nun auch nicht erfunden. Was ist denn Unterschied einer SN von 2004 und einer Communitie von 1997? Der wichtigste ist, das die Nutze ihre richigen Namen verwenden und so der Offline Wert eines SN steigt.
    4. services siehe Punkt 3

    Insegsamt ist das eine unangnehme Situation. Erstinstanzlich bei einem Amerikanischen Gericht antreten zu müssen. Ich hoffe, dass die Klage in den meisten Punkten abgewiesen wird.
    Man kann sich dann vortellen, welchen Rattenschwanz das Ganze nach sich zieht.
    Naja, wenn du im Wettbewerb verloren hast, dann gibt es immer noch den grünen Tisch (Gerichte)



  26. Svenja klar

    die Datei, die das gruscheln ausführte hieß anfänglich poke.php und – oh wunder – bei facebook heißt die seite auch so. jetzt geht man aber sogar noch hin und möchte den namen “gruscheln” als marke schützen!!!

  27. Pingback: Facebook vs. StudiVZ | Telagon Sichelputzer



  28. Thorsten B.

    Ist wirklich Wahnsinn, wie wenig sich die Deutschen Gründer bzw. Interessierten der Gründerszene im Wettbewerbs- und Urheberrecht auskennen:

    Im Internet (Softwarebereich) sind Design von Homepages, Geschäftsmodelle usw. nicht schützbar und können 1:1 kopiert werden. Einzig Textpassagen oder der Quelltext sind Urheberechtlich geschützt. Facebook dürfte also wenig Erfolg bei seiner Klage gegen studiVZ haben. Es sei denn, es wurden nachweislich Bilder, Grafiken(selbsterstellte!) und Tabellenstrukturen von Facebook übernommen, was im Quelltext nachweisbar sein könnte (manchmal sind im Quelltext auch noch Verlinkungen zur Copysite vorhanden!).

    Bei gleichen Dateinamen kann man absolut nichts machen!

    Features sind Patentrechtlich genauso wenig schützbar, so lange man Sie selbst (nach)programmiert, was einem aber eigentlich nicht schwerfallen sollte.

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  30. jenz

    @Thorsten B.

    Du kennst du auch mit dem Recht in CA aus?
    Dort wurde geklagt….



  31. Maik

    @jenz: Das spielt bei dieser Angelegenheit keine Rolle, da studivz sowieso nicht in Amerika aktiv ist. Weiß gar nicht was die von denen wollen, können ihnen doch eh nix verbieten.

    Und wenn es über das PCT Abkommen läuft, dann haben sie wie gesagt keine Chance, da nichts schützbar ist.

    Aber wir werden sehen!



  32. Cheater

    Erstmal ist es sehr logisch, daß Facebook bis jetzt mit der Klage gewartet hat, denn bei den Gründern war ja nichts zu holen. Aber bei Holtzbrinck sind locker einige 100 Mios drin, wenn die Klage in den USA gut läuft. Und das ist ziemlich wahrscheinlich, wenn sich das Gericht dort für zuständig erklärt. In den USA sind auch Verfahren, also die Bedienung einer Website, urheberrechtlich geschützt. Man erinnere sich an die One-Click Klage von Amazon.

    Zweitens ist es noch ein Beleg für meine Behauptung, daß die Verlage über ihre VC-Gesellschaften gerade völlig sinnlos die Millionen rausknallen und eigentlich überhaupt keine Ahnung haben, was sie sich da einkaufen. Due Dilligence, was zum Teufel ist eine Due Dilligence?



  33. Christian

    Finde die Entscheidung zur Klage vollkommen in Ordnung und richtig. StudiVZ ist und war schon immer eine grenzenlos schlechte Kopie von Facebook. Und damit meine ich nicht die Idee an sich. Die skrupellose Dreistigkeit mit der jegliche Aspekte von Facebook bis auf das kleinste Detail kopiert wurden ist nicht nur peinlich und systematisch für die deutsche Internet-Gründerszene, sondern meines Erachtens auch zweifellos rechtswidrig. Da ist es mir auch egal, dass StudiVZ deutsch ist oder wie groß und machtvoll Facebook ist. Hier geht es ums Prinzip.

  34. Habe den Artikel gerade um eine Stellungnahme von studiVZ erweitert.



  35. Maik

    @Christian: Interessant. Und wo genau liegt jetzt der von dir angesprochene Rechtsverstoß ? würde mich interessieren!



  36. Tobias

    Ähem also wenn Leute aus den Medien nach dem ersten Blick behaupten das StudiVZ das gleiche ist wie Facebook nur in Blau kann ich das ja vielleicht noch nachvollziehen wenn sie bei keinem der Netzwerke angemeldet sind aber wenn man etwas mehr ins Detail geht unterscheiden sie sich sowohl vom Design als auch von den Funktionen zumindest 2008 doch recht heftig.
    Und schon 2006 war zum Beispiel die Art wie mit der Privatsphäre umgegangen wurde (StudiVZ erstmal immer sichtbar) Facebook gab es Networks usw. auch eine ganz andere.
    Gmx.de und Web.de ähneln sich ja nun auch nen bischen.
    Das StudiVZ an Facebook angelehnt war bestreitet ja nun keiner aber es wird generell keine Social Network Seite mehr geben ohne Wall, Fotoalben usw.
    Wieso verklagt Facebook nicht gleich wer-kennt-wen mit, die haben doch jetzt auch Erfolg.



  37. Christian

    @Maik
    Ich bin natürlich kein Jurist und ich lass mich auch gerne eines besseren belehren (es gibt garantiert Juristen, die sowohl für als auch gegen StudiVZ argumentieren könnten).

    Ich habe soeben unter den früheren Kommentaren gelesen, dass offenbar Design im Internet (in Deutschland) nicht geschützt werden kann. Dem kann ich leider nicht widersprechen. Allerdings höre ich das auch zum ersten mal in meinem Leben. Ich sehe eigentlich keinen Grund, warum sich das Urheberrecht nicht auf das Internet erstrecken soll. Der genannte Amazon-Fall ist eigentlich ein gutes Gegenbeispiel.

    Wie gesagt, ich kritisieren nicht, dass die Idee des Social Networks kopiert wurde (immerhin gibt’s das schon länger als Facebook). Das ist üblich und vollkommen legitim. Womit ich ein Problem habe ist die 1-zu-1 Kopie einer gesamten Website.

    Wenn in China deutsche Produkte kopiert und verkauft werden, dann schreien in Deutschland alle empört auf. Wenn aber deutsche Firmen skrupellos kopieren dann (am besten noch bei den Amis), dann ist das auf einmal in Ordnung.

    Mir soll mal jemand diese Heuchlerei rechtfertigen.



  38. Stefan

    “Das StudiVZ an Facebook angelehnt war bestreitet ja nun keiner aber es wird generell keine Social Network Seite mehr geben ohne Wall, Fotoalben usw.”

    Ich würde hier nicht nur in schwarz-weiß denken. Es ist doch alles reltiv: es gibt 1:1 Copycats, was StudiVZ anfangs ohne Zweifel war und es gibt “Nachahmer”. Letztere geben sich wenigstens noch Mühe den Vorwurf eines Copycats soweit wie möglich zu verschleiern. Da werden dann vielleicht selbst neue Features eingebaut, oder vorhandene abgeändert, oder einfach mehrere Seiten kopiert. Aber bei einer 1:1 Kopie sieht es doch wieder ganz anders aus.
    Es ist nicht alles schwarz und weiß, sondern auch grau. Daher kann man es sich nicht so einfach machen StudiVZ frei zu sprechen, weil “man gar kein Social Network aufbauen könnte ohne Features zu übernehmen”. Das bestreitet auch keiner, nur ist es ein großer Unterschied ob man einzelne Features einfach übernimmt weil sie einfach notwendig sind, oder ob man eine vorhandene Seite 1:1 kopiert.
    Das ist auch völlig unabhängig von der Legitimität des ganzen. Fakt ist: Copycat nicht gleich Copycat…



  39. Maik

    danke @ Christian für dein Statement. Das mit dem Amazon Fall würde mich interessieren, was da genau war. Hat da jemand einen Link dazu ?



  40. Tobias

    Stefan, wie bereits gesagt war StudiVZ schon 2006 keine 1:1 Kopie. Siehe Networks/Privatsphären usw.
    Und wieso genau sollte Facebook jetzt wer-kennt-wen nicht verklagen? Inwiefern ist wer-kennt-wen 2008 weniger von Facebook beeinflusst also StudiVZ?



  41. Martin

    Ich hoffe das StudiVZ verliert! Wer anderen eine Grube gräbt fällt selbst hinein :)



  42. steffen

    das design fällt unters urheberrecht und darf genauso wenig kopiert werden wie irgendwelche lied-texte, melodien, filme, gedichte, …

    hierbei sei nurmal an die dreistigkeit der telekom erinnert, die schon massenhaft seiten, wegen der verwendung der farbe magenta abgemahnt haben.

    mit studivz hat es meiner meinung nach die richtigen getroffen, wer die kombination aus 2 von 26 buchstaben für sich reklamiert und horden von anwälten auf kleine wehrlose website-betreiber jagt, gehört abgemahnt.

    wenn es danach geht, reserve ich mir gleich noch die anderen 675 möglichkeiten und dann darf in deutschland niemand mehr den mund aufmachen, ohne was an mich abzudrücken.

    die klage in den usa kann auch nicht einfach ignoriert werden. dann gibt’s wahrscheinlich ein krasses versäumnis-urteil oder wie das heißt. und dann darf kein studivz-manager / eigner mehr in den usa urlaub machen und alle operativen geschäfte stehen dann dort auch auf dem spiel.

    wie wärs denn, wenn der jurist, der hier seine gastbeiträge schreibt, dazu mal seine sicht der dinge darlegt? die würde mich wirklich mal interessieren.



  43. Christian

    @Tobias
    Was man unter einer 1-zu-1 Kopie versteht, das soll das Gericht entscheiden. Eine chinesische Firma einen Smart zu 99% kopiert (sprich: lediglich die Rückspiegel anders ausrichtet) macht das das Unterfangen nicht gleich legal bzw. urheberrechtlich unbedenklich.

    Ich könnte mir gut Vorstellen, das Facebook auch stark mit den “Fakebook”-Geschichten (die in den URL immer auftauchten) argumentieren werden und außerdem darauf hinweisen werden, dass der große Erfolg von StudiVZ zu einem relativ großen Anteil auch auf die ähnliche Gestaltung, Benutzerführung und eventuell auch Verwechslungsfähigkeit zurückzuführen ist. Als StudiVZ auf den Markt kam wurden bei Facebook vorerst nur Studenten an amerikanischen und britischen Unis geführt. Man könnte argumentieren, dass viele Studenten daraufhin zu StudiVZ gingen, weil es ihnen ganz natürlich (auch wegen dem Design) wie die Facebook-Präsenz für Deutschland vorkam.

    Das sind alles Aspekte, die man nicht vergessen darf. Urheberrecht ist wahnsinnig komplex. Vor allem wenn es zu Verwechslungen kommen kann. Man siehe die Klage von Jack Wolfskin gegen die TAZ von 2002. Damals setzte sich Jack Wolfskin durch.



  44. Tobias

    Stimme ich dir zu Tobias, nur ist es halt schon absurd anzuführen das 2006 die Studenten zu StudiVZ gingen weil sie dachten es sei Facebook.
    Absurd deshalb weil auch 2008 die meisten Studenten noch nie den Namen Facebook vernommen haben.



  45. Tobias

    Ich meinte natürlich Christian.

  46. Das wird ein sehr langwieriger Rechtsstreit……



  47. Roland Moriz

    1. Was ist an dem auf Golem geäusserten Vorwurf, ein ex-Facebook-Entwicklere wäre aktiv an der Entwicklung von StudiVZ beteiligt gewesen?

    2. Wenn StudiVZ verliert, haftet höchstens die Limited. Holtzbrinck müsste das Investment dann abschreiben, ein ordentlicher Teil trägt dann die Allgemeinheit.

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  49. Naja ein redesign sollte ja wohl nicht so schwer zu bewerkstelligen sein?!



  50. DR.zahl

    der Verkauf von StudiVZ gehört rückabgewickelt, Samwer, Dariani und Co. haben geklautes verkauft.
    man kann nur für Holtzbrinck hoffen, dass sie einen guten vertrag gemacht haben und klauseln zur rückabwicklung drin stehen. sonst könnte es in der tat eine millionenstrafe in den usa geben.



  51. Christian

    @Tobias
    Es ist vollkommen egal was du oder ich für richtig oder absurd halten. Absurde Urheberrechts-Entscheidungen gibt es am laufenden Band, also ist dein “Absurditäts-Argument” nicht wirklich überzeugend.

    Ich wollte vielmehr ein Beispiel dafür geben, wie so ein Gericht durchaus räsonnieren könnte.

    Und was meinte ursprünglich Aussagen angeht, dass ich die Klage richtig finde und auf einen Erfolg hoffe, bleibe ich nach wie vor dabei.

  52. Pingback: BlogWave.de » StudiVZ reagiert auf Facebook Anklage

  53. Da sind wir mal gespannt, denke, das wird noch ein zwei Jahre dauern, bevor es da eine Entscheidung gibt! Schneller sind die Gerichte nicht :-) Gruss TS

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  55. Lina

    Uh, das ist doch mal ne Meldung. Sehr schön ;-)
    Ich denk die Facebook Anwälte werde sich ihre Gedanken gemacht haben und sehen sicher Chancen in der Klage, sonst würde facebook sich das sicher nicht geben. Nach den eher niedrigen Einstiegszahlen in Deutschland würde FB das ja sonst den Todesstoß versetzen.
    Amerikanischen Gerichte stehen übringens auf Einstwillige Verfügungen. Das wäre doch mal interessant…

  56. Feierabend.net kann jetzt auch ein paar schnelle Webdesigner gebrauchen.



  57. Vuiker


  58. Gandolf Hübinger

    “Mit dem Versuch, studiVZ durch die Durchführung eines Prozesses ohne Erfolgsaussichten vor einem amerikanischen Gericht zu schädigen, erhebt Facebook im Prinzip den Anspruch auf ein weltweites Monopol bei sozialen Netzwerken. Dies ist vermessen und wird sich schnell entlarven.”

    Ich fass es nicht! Markus Riecke wirft FB vor Monopolanspruch bei SNs zu erheben. Nein, wirklich, wie gemein! Morgen verschenkt er ‘ne halbe Million Nutzer an Knuddels, oder?

    Mein Tip: Schnell die entrüstete Studi-Gemeinde anpoken um Front gegen den bösen Monopolisten aus Amerika zu machen. Die wollen doch nur Geld verdienen!

    Meine Meinung: Bei dem Verfahren gegen FB geht es weniger darum wer Recht hat, sondern ob die eine Seite genug Geld hat um die andere auszuhungern. So ein Verfahren kann mal schnell in die zig Millionen gehen und das wird sich StudiVZ und Lord von Holtzbrinck kaum leisten wollen.

    Also: Bude für ne halbe Milliarde verkaufen und den bösen Monopolisten aus den USA kampflos das Feld überlassen. Um so viel Knete mit ‘ner Zeitung zu verdienen muss auch ulle Holtzbrinck lange stricken.



  59. Alex

    Wenn man die Funktions- und Designbasis von StudiVZ mit der von Facebook zum Start von StudiVZ vergleicht, so war doch eine 99% Übereinstimmung vorhanden. Den 1% Unterschied machte statt dem Blau das Rot aus.

    Da die Codebasis ja laut einigen Berichten auch teilweise geklaut war (poke.php, facebook.php usw.), finde ich es schon eine dreiste Kopie. Aber das man mit solchen Kopien durchaus Erfolg haben kann, zeigten wohl die vergangenen 2 Jahre. Kein Wunder also, daß die Facebook Chefetage (zu Recht) verärgert ist und eine Klage anstrebt.

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