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18 Kommentare

Autor: Alexander Hüsing

Kategorie: Aktuell

Tags:

eMorial setzt auf Erinnerungen

Donnerstag, 10. Juli 2008 08:00

Traueranzeigen sind aus regionalen Tageszeitungen nicht wegzudenken. Und selbst in den großen überregionalen Tageszeitungen haben solche Anzeigen ihren festen Platz. Martin Kunz und Anton Stuckenberger wollen Traueranzeigen, die im Grunde eine Mischung aus Mitteilung und Erinnerung sind, nun im Netz etablieren. Bei eMorial (www.emorial.de) können Privatpersonen, Vereine und Firmen Erinnerungsseiten für Verstorbene anlegen. “Es ist schade, wenn von einem ausgefüllten Leben nur ein Grab und eine Schublade Fotos übrig bleiben“, sagt Gründer Stuckenberger, Eigentümer der Stuckenberger-Software GmbH.

Sogenannte Basis-Einträge mit dem Namen, Geburts- und Sterbedatum des Verstorbenen sind bei eMorial kostenlos. Gedenkseiten mit Texten, Dokumenten, Fotos, Audio- und Videodateien dagegen kosten einmalig 19 Euro. “Dies ist eine Investition in die Ewigkeit, denn das Internet bietet wunderbare Möglichkeiten, die Erinnerung an Angehörige aufrecht zu erhalten“, sagt Gründer Kunz, Wissenschaftsjournalist und Ressortleiter beim Nachrichtenmagazin “Focus”. Die Einsteller der Gedenkseiten können dabei festlegen, ob diese für alle Nutzer der Plattform zugänglich ist, oder ob nur Angehörige und Freunde die kompletten Daten einsehen können. Um ihre Verbundenheit mit dem verstorbenen auszudrücken, ist es bei den Premium-Einträgen von eMorial möglich eine digitale Kerze aufzustellen – diese brennt dann für sieben Tage. Daneben bietet der Erinnerungsdienst seinen Nutzer Biografien zu verstorbenen Prominenten.

Generationen übergreifender Zusammenhalt

Die beiden Gründer sehen eMorial aber keinesfalls als Konkurrenz für Traueranzeigen. Vielmehr sei ihr Erinnerungs-Portal eine sehr nützliche Ergänzung. “Derzeit versterben in Deutschland pro Jahr etwa 850.000 Menschen und für sie werden über 400.000 Traueranzeigen geschaltet.” Kunz und Stuckenberger gehen davon aus, dass “in den nächsten Jahren ein erheblicher Prozentsatz dieser Kunden digitale Memorials für Verstorbene anlegen wird”. Der Besuch und die Pflege von Gedenkseiten könnte das Gedenken an Mitmenschen neu aufleben lassen und eröffne Familien einen ganz neuen, Generationen übergreifenden Zusammenhalt.

Neben eMorial existieren bereits einige andere virtuelle Friedhöfe oder Gedenkseiten – beispielsweise Memoseo (www.memoseo.com), die Straße der Besten (www.strassederbesten.de) oder trauer.de (www.trauer.de), ein Gemeinschaftprojekt der Verlagsgruppen WAZ, Ippen und Georg von Holtzbrinck (auch an deutsche-startups.de beteiligt). Vermutlich wird das Thema aber noch eine Weile in der Nische verharren, das Internet hat sich trotz der vielen Silver Surfer noch nicht als Trauermedium etabliert. Wenn die Generationen, die mit dem Netz aufgewachsen sind älter werden, könnte sich dies ändern.

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18 Kommentare »

1.

Das ist sicher eine Herausforderung, vor allem wg. Wikipedia.

Kommentar von Klaus-Martin Meyer — 10. Juli 2008 @ 08:04

2.

@Klaus-Martin Meyer

Wikipedia ist irrelevant für den Markt. Da werden nur öffentlich relevante Personen geführt.

Ich finds aber krass, wie billig die Seite aussieht.. dass man bei der Beerdigung sparen will, kann ich ja verstehen.. aber sowas..

Kommentar von Peter — 10. Juli 2008 @ 10:35

3.

Ich stimme Peter zu. Wenn ich sowas machen würde, dann auf einer Seite die auch nach was ausschaut.

Das ist ja eine Beleidigung für jeden Toten auf so einer Seite seine letzten “Handzeichen” zu hinterlassen.

Schlimm, wirklich schlimm das Design :(

Kommentar von Maik — 10. Juli 2008 @ 10:52

4.

memoseo gefällt mir persönlich noch am besten von den Angeboten!

Kommentar von Maik — 10. Juli 2008 @ 10:53

5.

erinnert mich dann doch an das Konzept von http://www.mannazza.net :-) Gruss TS

Kommentar von Thomas Schulze — 10. Juli 2008 @ 10:56

6.

Ich muss gnaz ehrlich sagen, dass ich nicht nur die Seite ziemlich billig finde sondern auch das Angebot nicht so überzeugend.
Also ich persönlich möchte nachher nicht irgendwo auf so einer Seite aufgelistet werden. Aber vielleicht bin ich da auch einfach ein bisschen zu traditionell.
Ein bisschen erinnert mich das auch an die Teenie-Selbstmordserie in Großbritannien mit dem Hintergrund, dass dan Memorial-Seiten für die Teenies erstellt wurden. Aber gut, damit hat das sicher wenig zu tun…

Kommentar von Lina — 10. Juli 2008 @ 10:58

7.

Gefällt überhaupt nicht. Finde auch nicht, das es einen Artikel wert ist. Sicher wird die Seite bald selbst tot sein.

@Alexander: Falls der Post zu hart ist, dann lösch ihn einfach. Ist halt meine Meinung.

Kommentar von Anonym — 10. Juli 2008 @ 14:24

8.

So läuft das heute im Web 2.0 Wunderland…Eine Seite mit Drupal basteln…und schon ist man bei ds prominent vertreten..wo soll das alles noch hinführen?

Kommentar von eddie — 10. Juli 2008 @ 17:06

9.

Na also,
nichtmal mehr im Tot ist man nunmehr anonym.. Web2.0 from hell

Kommentar von Martin — 10. Juli 2008 @ 19:24

10.

Zitat: “Es ist schade, wenn von einem ausgefüllten Leben nur ein Grab und eine Schublade Fotos übrig bleiben”

Dazu noch ein Eintrag auf emorial.de macht die Sache aber auch nicht besser. Wer zu Lebzeiten versäumt hat, irgendwie in Erinnerung zu bleiben, der kann das nicht als Leiche nachholen.

emorial.de – Zero Points

Kommentar von Cheater — 10. Juli 2008 @ 20:58

11.

Eine pompöse Startseite macht noch kein gutes Portal. Schlicht muss nicht billig sein. Auch ebay würde da ein Minus bekommen! Und bei diesem Thema und der Zielgruppe sollte Bedienbarkeit und einfaches Handling im Vordergrund stehen. emorial.de bietet tolle Möglichkeiten, wesentlich mehr als die Anderen. Die Seite ist auffällig klar strukturiert. Kein langes Suchen. Alle Infos von der Startsete aus. memoseo.com ist zwar peppiger, dafür hat es kaum Inhalte. Und eingetrgen hat sich wohl auch kaum jemand -> Die Suche in Berlin gibt einen Treffer!

Klarer Aufbau – neues Konzept emorial.d +++

Kommentar von Hubert — 11. Juli 2008 @ 11:04

12.

Also ich muss ja auch sagen, die Seite ist wirklich schlecht. Prinzipiell finde ich haben virtuelle Friedhöfe eine wirkliche Daseinsberechtigung, aber diese … naja, http://www.strassederbesten.de gefällt mir hier jedoch ziemlich gut … danke für den Tipp

Kommentar von Fox — 11. Juli 2008 @ 11:07

13.

Fox, was bitte gefällt Dir an strassederbesten? Für mich sieht das aus wie “Ich bastle neine erste Seite”

Kommentar von Hubert — 11. Juli 2008 @ 14:39

14.

Wow – was für ein Hype.
Gedenkseiten gibt es doch schon lange.
Eine der ersten war http://www.weseler-gedenkstaette.de
Und wenn ihr euch das anseht werdet ihr feststellen, daß das damals schon besser war als die hier erwähnten seiten.
Frage mich warum der Hype nicht mehr bringt, wenn soviel schlaue Menschen dran sitzen.
Aber lasst euch überraschen. Da kann ja noch was kommen.

@Alexander: ich halt Dich auf dem laufenden
@all: sorry, es ist wirklich eine PRIVATE beta

Kommentar von RB — 11. Juli 2008 @ 15:10

15.

@Hubert,

ich denke die Idee und Umsetzung von “Strasse der Besten” ist sehr gelungen, es geht weit über das hinaus was beispielsweise alle anderen Seiten inklusive “emorial” hier zu bieten haben. Die Gedenkstätten können auf jeden Fall individueller gestaltet werden, was ja auch offensichtlich ankommt. Immerhin haben die seit dem 1.11.07 immerhin schon über 500 scheinbar real erstellte “Gräber”. Ich denke in diesem Umfeld eine beachtliche Leistung. Außerdem ist die Seite komplett kostenlos …

Kommentar von Fox — 11. Juli 2008 @ 16:46

16.

Also, eure kategorische Ablehnung kann ich nicht ganz verstehen. Ich bin ein älteres Semester und emorial finde ich von allen genannten Seiten am besten. Sehr einfach zu bedienen, serlös und vor allem pietätvoll. Ich brauche keine ‘ultracoole’ Seite um meinen Liebsten ein ehrendes Andenken zu bewahren – über viele Generationen hinweg. Wer selbst Erfahrung mit dem Tod eines seiner Nächsten hat, wird die Portale mit ganz anderen Augen sehen! Die Benutzer sind eben keine 20 mehr und ev. nicht besonders firm mit der Maus. Das sollte man scho auch bedenken….

Kommentar von Lena — 11. Juli 2008 @ 20:41

17.

Ganz anders gehen die Initiatoren der Seite
http://www.meschen-gedenken.de an das Thema heran.
Hier geht es vor allem nicht so um Kommerz wie mir scheint …?

Kommentar von Mica — 10. September 2008 @ 20:54

18.

Mittlerweile hat sich http://www.emorial.de zum Marktführer gemausert und wurde an Allerheiligen sogar von der Tagesschau ausgestrahtlt. Respekt!

Kommentar von Bernd — 05. November 2009 @ 19:29

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