Um meinVZ (www.meinvz.net), den neuesten Ableger der studiVZ-Familie, war es seit dem Start Ende Februar teilweise verdächtig ruhig. Nun prischt Unternehmensboss Marcus Riecke vor und nennt in der “FTD” erstmals Nutzerzahlen. “Nach vier Monaten haben wir aktuell die Millionenmarke geknackt”, sagte Riecke dem Blatt. Weniger als 50 % der Mitglieder seien von studiVZ hinübergewechselt. Die Zahl der monatlichen Page Impressions gibt Riecke mit 840 Millionen an. Zum Vergleich: Bei schülerVZ zählte die IVW im Mai 6,3 Milliarden, bei studiVZ 5,4 Milliarden, bei den Lokalisten 1,2 Milliarden, bei MySpace 854 Millionen Seitenabrufe. Bei wer-kennt-wen stoppte der IVW nach einer inoffiziellen Testmessung im Mai bei 2,9 Milliarden Page Impressions. Mit der eine Million Mitglieder bei meinVZ sind bei allen drei Social Networks aus dem Hause studiVZ nun nach eigenen Angaben knapp zehn Millionen Nutzer registriert. Wie bereits angekündigt sollen es bis zum Jahresende 14 Millionen werden.
In den kommenden Monaten will Riecke beim Ableger der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck (auch an deutsche-startups.de beteiligt) vor allem die Vermarktung anschieben. Hohe Erwartungen setzt er dabei auf den neuen Vermarktungschef Clemens Riedl, der Anfang August vom “Tagesspiegel” zu studiVZ wechselt. Neue Vermarktungsideen sollen Werbungtreibenden bereits im September auf der Onlinemarketingmesse OMD in Düsseldorf präsentiert werden. Konkrete Zahlen zu den bisherigen Einnahmen nennt Riecke nicht, stattdessen spricht er davon, dass das Unternehmen dieses Jahr gesunde zweistellige Millionenbeträge erwirtschaften werde. Jochen Gutbrod, stellvertretender Vorsitzender der Holtzbrinck-Geschäftsführung, sagte dem “kressreport” zu diesem Thema kürzlich: “Die Kommerzialisierung von Communitys ist ein längerfristigeres Projekt, als wir gedacht haben. Es gibt Widerstände der Agenturen und der werbetreibenden Industrie. Alle Beteiligten müssen hinzulernen. Trotzdem glauben wir, dass sich ein so starker Trend wie der zu Communitys über kurz oder lang auch monetarisieren wird”.
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Kommentare
Nach den ganzen Turbulenzen muss man Studivz und Co inzwischen ein Kompliment aussprechen. Ich habe den Eindruck, dass sie inzwischen auch ohne Skandale, heimlich still und leise erfolgreich sein können.
Das Eingeständnis, dass die Monetarisierung komplizierter als gedacht sei, finde ich bemerkenswert offen.
Und: Im Gegensatz zu den mymuesli-Zahlen, finde ich diese Zahlen erheblich spannender…
Kommentar von Martin 07. Juli 2008 @ 15:20Hm, Millionmarke. Ist das jetzt viel? Eine “hohe siebenstellige Zahl” war mal bis Ende des Jahres erhofft. Kommt mir manchmal vor, als fehlte es MeinVZ noch an Magneteffekten oder entsprechendem Mehrwert. Wenn schon gewechselt wird, dann womöglich derzeit nach zwei Szenarien: Der StudiVZ entwachsene “Businesskasper” wechselt zu Xing, der entschulte Nutzer trifft seine Freunde bei Wer-kennt-wen. Und die Ü35-Generation trudelt mit Traditionsverwurzelten und Markenkonservativen dann langsam bei MeinVZ ein.
Kommentar von OlafKolbrueck 07. Juli 2008 @ 15:53Also als StudiVZ Nutzer wird mal regelrecht genervt… Man bekommt eine Nachricht wenn ein Freund von StudiVZ zu MeinVZ gewechselt ist und soll auch wechseln. Ich frage mich wieviele Nutzer sind bei MeinVZ neu die vorher nicht bei StudiVZ waren? Ich schätze es sind nicht einmal 100.000!
Kommentar von Martin 07. Juli 2008 @ 16:05letzte Woche noch gerätselt und diese Woche sind die Zahlen schon da…
Es ist nach wie vor spannend, welches der Netzwerke bei den Älteren das Rennen macht.
Kommentar von Stefan 07. Juli 2008 @ 16:41Also nachdem wir bei yasni eine sehr ähnliche Zielgruppe wie meinVZ ansprechen, beobachten wir das natürlich ziemlich genau. Und ich kann hier nur sagen, dass dies ein grober Fake ist: StudiVZ-User werden aktuell fast mit Gewalt zum Wechsel gedrängt und wenn man sich (was ich ja den Journallisten immer empfehle) einfach mal bei Alexa studiVZ und meinVZ im Vergleich ansieht stellt man eine sehr merkwürdige inverse Entwicklung von StudiVZ und meinVZ mit Sprung Ende Mai fest, die es so bei keiner anderen vergleichbaren Plattform gegeben hat.
Ergo: hier wird lediglich massiv Traffic von StudiVZ zu meinVZ geschubst. Vielleicht um den Firmenwert fiktiv zu erhöhen?
Generell ist das auch ok, da die ZG unterschiedlich vermarktbar sind – aber die Jubelmeldung zu den Zahlen sollte man halt mal hinterfragen …
Der Einfachheit halber hier der Link zu Alexa: http://www.alexa.com/data/details/traffic_details/yasni.de?h=300&range=6m&site0=yasni.de&site1=studivz.net&site2=meinvz.net&site3=lokalisten.de&site4=wer-kennt-wen.de&size=Medium&w=610&y=r&z=3
Kommentar von Steffen 07. Juli 2008 @ 16:49Also wenn man mal zwischen den Zeilen ließt bedeutet das ganze doch, dass StudiVZ nun 1 Million weniger Nutzer hat (abzüglich der “eigenständigen” Neuanmeldungen) und MeinVZ 1 Million mehr. Selbiges trifft dann auch auf den Traffic zu.
MeinVZ will doch wohl nicht mit Dubletten arbeiten und diese Zahlen den Agenturen verkaufen wollen?
Kommentar von Eugen 07. Juli 2008 @ 16:57“Ergo: hier wird lediglich massiv Traffic von StudiVZ zu meinVZ geschubst.” Genau.
Ich kann mir vorstellen, wie es war: Am Anfang ist keiner von StudiVZ nach MeinVZ gewechselt, da es im eigenen StudiVZ Account eigentlich ziemlich unauffällig (und dazu noch etwas missverständlich) darauf hingewiesen wurde, dass es MeinVZ gibt. Und dann nach einiger Zeit wo sie gemerkt haben “Ops. Irgendwie klappt das nicht” Wurden die Aufforderungen immer massiver und jetzt wechseln die Leute.
Meint ihr Riecke stellt es so dar, als ob die MeinVZ Nutzer “neue Nutzer” wären?
Kommentar von biernot 07. Juli 2008 @ 17:05Liest hier eigentlich einer noch die Artikel vor dem kommentieren?
Da steht doch, dass von der Millionen Mitglieder weniger als 50% von StudiVZ gewechselt sind.
Kommentar von Sascha 07. Juli 2008 @ 17:28Wenn ich die Kommentare hier lese, glaubt anscheinend keiner an die oben zitierte Aussage:
“Weniger als 50 % der Mitglieder seien von studiVZ hinübergewechselt.”
Abgesehen davon finde ich das ziemlich egal. Bei den wechslenden Usern handelt es sich ja um User, die sich bei studivz “eingeschlichen” hatten.
@Martin: Man bekommt nicht Mails wenn jemand wechselt, sondern nur wenn der Freund aktiv diese Nachricht an dich sendet ;) – Aber ja, es ist nervig. Einfach mit meinVZ verbinden – macht ja auch Sinn ;)
Kommentar von Fabi 07. Juli 2008 @ 17:35Abgesehen davon ist dann morgen auch der große Tag der Karteileichen:
“Liebes studiVZ-Mitglied,
wir haben Dir noch ein paar Tage Aufschub gewährt, aber am kommenden
Kommentar von Markus 07. Juli 2008 @ 19:21Dienstag, den 8. Juli 2008 läuft die Frist zur Zustimmung zu den neuen
AGB und der Datenschutzerklärung leider ab. Wenn Du ihnen nicht bis
zum 8. Juli 2008 zustimmst, sind wir verpflichtet, Dein studiVZ-Profil
zu löschen. Dieser Schritt kann nicht rückgängig gemacht werden.”
Ich muss Steffen da zustimmen: Die StudiVZ User werden regelrecht zu MeinVZ gezwungen. Bei jedem zweiten Login kam vor der Startseite irgendeine Migrationsseite, ständig irgendwo Einblendungen “Wechsel zu MeinVZ” und und und. Das weniger als 50% von StudiVZ kommen, halte ich schlichtweg für Gelaber. Auch schön zu beobachten: Der Alexa Chart von MeinVZ hatte sich null bewegt, bis sie den Kram mit den Migrationsseiten gemacht haben.
Kommentar von Philipp 07. Juli 2008 @ 19:32@Sascha
Kommentar von biernot 07. Juli 2008 @ 19:36Also ja :) Aber ich bin ja hier nicht der einzige, welcher die Aussage von Riecke anzweifelt…
Ich persönlich bin eh nur bei SchülerVZ unterwegs. Habe zwar auch einen Account im MeinVZ, aber das ist mir noch zu klein und es gibt so gut wie keine Kontakte in meiner Nähe.
Kommentar von Anonym 08. Juli 2008 @ 00:50Die Zahlen sind immerhin sehr interessant anzusehen!
Furchtbare Kommentare. Das Ganze nennt sich einfach Segmentierung zur besseren Marktbearbeitung. Weiterhin wir die Fungbilität einzelner Unternehmenskomponenten erhöht.
Was gibt es da zu rätseln? Die Veränderung für den Nutzer äußert sich überwiegend auch nur in leicht veränderter Profildarstellung bzw. GUIs. Bei jährlich hunderttausenden Studien- und Schulabgängern (in das Berufsleben bzw. Ausbildung) gibt es zukünftig auch genug Personen die gerne in das MeinVZ wechseln. Entweder direkt aus SchülerVZ oder mit Zwischenstation im StudiVZ.
Face it. Panfu, SchülerVZ, StudiVZ, MeinVZ und Platinnetz. Perfekte Abdeckung des User-Lifecycle. Da dürfen sich die hier bloggenden Strategieamateure mal gerne eine Scheibe von Abschneiden.
Kommentar von Frank 08. Juli 2008 @ 11:03@Frank: sorry, aber kann dir da nicht beipflichten.
Andere Netzwerke ziehen anscheinend viel mehr als meinvz, eben und imho gerade wegen der besseren Positionierung.
Für mich persönlich ist wkw da ein sehr schönes Beispiel.
In meinen Augen wird meinVz ein “Flop”, auch wenn es der richtige Schritt der Gründer war es zu releasen!
Die Abdeckung des “User-Lifecycle” ist zwar dar, aber hilft nichts wenn man mit den Portalen nicht an der Spitze steht. (Panfu, Studi und Schüler mal ausgenommen)
Aber du hast Recht, zumindest sind Sie soweit in allen Segmenten vertreten!
Kommentar von Maik 08. Juli 2008 @ 11:21Mit meinem zweiten Abschnitt wollte ich genau darauf eingehen. MeinVZ hat sicherlich intern nie den Anspruch gehabt innerhalb weniger Monate Lokalisten und Co. den Rang abzulaufen.
Muss man aber auch nicht. Die starke Positionierung von Panfu, Schüler und Studi wird für einen konstanten Fluss an gewünschten Nutzern führen. Jährlich schätzungsweise 400.000. Langfristig kann da nicht mehr viel schiefgehen.
Kommentar von Frank 08. Juli 2008 @ 11:29Man kann den vorgenannten Kommentaren nur zustimmen. Auch meiner Ansicht nach wird man regelrecht genötigt, in meinvz.net zu wechseln. Vermutlich wird mit der Aufteilung in verschiedenen Altersschichten das Werbepotential dieser Seiten extrem erhöht, da man nun viel genauer die Zielgruppen ansprechen kann – Schüler, Studenden, Ehemalige (also mittleres Alter). Perspektivisch empfehle ich noch frauenvz.net, rentnervz.net und singlesvz.net!!!
Kommentar von Bernhard 08. Juli 2008 @ 11:45