Knapp ein Jahr haben die vier Studenten Anselm Föhr, Johannes Drees, Felix Speiser und Sebastian Jörg an ihrerm Dienst Floka.de (www.floka.de) gearbeitet. Seit wenigen Wochen ist der “Flohmarkt à la carte” (Selbstbeschreibung) nun online. Das Quartett will mit Floka.de nicht weniger als “die Nutzung privater Kleinanzeigen revolutionieren”. Das zentrale Element der neuen Kleinanzeigenplattform ist eine Landkarte – auf dieser sind sämtliche eingetragenen Angebote verzeichnet. “Dabei wird die Karte die ganze Zeit über im Vollbild angezeigt, ist also nicht, wie bei vielen anderen Plattformen in einem kleinen Fenster als Zusatzfunktion zu sehen”, sagt Föhr. Auf dieser Karte könne jeder Nutzer, zum Beispiel in seiner Nachbarschaft, nach Schätzen stöbern, die
andere nicht mehr brauchen, und deshalb loswerden möchten.

Die Kontaktaufnahme zwischen Käufer und Verkäufer ist per interner Nachricht und über sogenannte Einmalnummern möglich. Dadurch sind die Verkäufer telefonisch erreichbar, ohne ihre tatsächliche Telefonnummer preisgeben zu müssen. Die Nutzung von Floka.de ist für Käufer und Verkäufer komplett kostenlos. “So können auch solche Dinge angeboten werden, die nur einen
sehr geringen Wert haben, für die Andere aber noch Verwendung haben könnten”, sagt Föhr. Die Finanzierung der Kleinanzeigenplattform soll über die Einmalnummern gelingen. Jedes Mal, wenn ein Verkäufer telefonisch Kontakt mit dem Verkäufer ausnimmt, wandern ein paar Cent in die Kasse von Floka.de.
Zahlreiche Plattformen buhlen um Kleinanzeigen
Optisch macht Floka.de einen guten Eindruck. Über eine Suchmaske, die Eingabe eines Ortsnamens, Kategorien oder durch verschieben der Landkarte können Nutzer nach interessanten Artikeln stöbern. Kleine Dinge wie die Anzeige von Artikeln im Sichtbereich erleichtern die Suche dabei. Kartenausschnitte und einzelne Artikel lassen sich zudem als Direktlink weitergeben. Noch ist allerdings nicht viel los bei Floka.de. Und der Markt für Kleinanzeigen ist heiß umkämpft: Erst kürzlich landete die amerikanische Kleinanzeigenbörse craigslist (www.craigslist.org) in Deutschland. Das Auktionshaus eBay buhlt mit Kijiji (www.kijiji.de) um Kleinanzeigen aller Art. Daneben existieren mit Quoka.de (www.Quoka.de), markt.de (www.markt.de) und dhd24 (www.dhd24.com) noch weitere starke Konkurrenten.


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Kommentare
Love the idea. There will be lots of people wanting to ‘opportunity’ buy, meaning they do not necessarily need something, but since it is close by and it’s e.g. cheap, they buy it.
Great idea…best of luck
Kommentar von Nicholas MacGowan von Holstein 01. Juli 2008 @ 08:44Good stuff, I like micro webs!! Viel Erfolg und Gruss Thomas !
Kommentar von Thomas Schulze 01. Juli 2008 @ 09:32Die Idee und Umsetzung ist klasse.
Kommentar von Sebastian 01. Juli 2008 @ 09:37Jetzt fehlen nur noch die Anzeigen. Erst wenn viele Anzeigen zu finden sind, steigt die Breitschaft selbst was einzutragen.
Muß man hier jetzt auf Englisch kommentieren, oder soll das nur cooler rüberkommen? Sozusagen als Beweis dafür, daß man mental schon beim Global Player angekommen ist?
Wie auch immer, ich sehe keinen Zusammenhang zwischen Kleinanzeigen und dem exakten Standort des Verkäufers. eBay funktioniert ja auch ganz gut ohne standortbezogene Suche, also scheint das ja kein entscheidendes Erfolgskriterium zu sein. Bringt es einen Mehrwert?
Kommentar von Cheater 01. Juli 2008 @ 09:40@ Cheater
In der Offline-Welt gibt es sehr wohl einen Zusammenhang zwischen Kleinanzeigen und dem exakten Standort des Verkäufers. Die diversen Kleinanzeigen in Tageszeitungen und die vielen lokalen und regionalen Kleinanzeigenblätter beweisen dies eindrucksvoll. Das Internet hat dieses Prinzip aber in der Tat abgelöst. Dank eBay und Co. war es plötzlich möglich Sachen bundesweit anzubieten und zu verkaufen. Besonders den Sammlermarkt hat dies gehörig durcheinander gewirbelt. craigslist, kijiji und markt.de funktionieren aber doch alle lokal. Der Verkauf vieler Dinge, ohne großen Wert, funktioniert mit lokalem Bezug einfach besser.
Kommentar von Alexander Hüsing 01. Juli 2008 @ 09:48Finde das Konzept garnicht schlecht – auch die Umsetzung ist sehr sauber. Viel Glück euch!
Kommentar von Roland 01. Juli 2008 @ 10:11Sehr gut! Bedienung 1A, Idee 1A, hoffentlich kommt das Konzept auch an!
Kommentar von Christian Reber 01. Juli 2008 @ 10:22Gut gemachtes GoogleMashup. Sehe aber noch keinen Ansatz für ein profitables Erlösmodell. Aber in der ganzen Welle der “MixMüsliKaffeeTeeCornflakes” Startups fast schon wieder ein Lichtblick. Viel Glück
Kommentar von Pierre 01. Juli 2008 @ 11:06Ich sehe auch einen Zusammenhang zwischen der Anzeige und dem Standort. Beispielsweise habe ich sperrige Sachen im Keller liegen, die ich aber nicht über ebay verkaufen würde, da die Versandkosten extrem hoch wären. Zudem könnte man sich ein persönliches Bild von der Ware machen, wenn es in der Nähe verkauft wird.
Kommentar von Sebastian 01. Juli 2008 @ 11:10Ich werde meine sperrigen Sachen bei Gelegenheit dort mal einstellen, obwohl es sicherlich noch Zeit braucht bis dieses Portal bekannt wird, um genügend Interessenten zu erreichen.
Standort ist ein Faktor, ganz klar. Deswegen haben ja auch Dienste wie Kijiji (schrecklicher Name), aber auch Ebay die Möglichkeit nach Standort und sogar Entfernung zu sortieren. Floka hat das Rad nicht neu erfunden, nur optisch etwas aufgewertet. Wie gesagt die großen (zb. Kijiji) werden Google Maps Dienste bestimmt in Zukunft als einen weiteren Service anbieten. Floka baut aber im Moment seine ganze Daseinsberichtigung darauf auf, da fehlt (noch?) die Substanz.
Kommentar von Pierre 01. Juli 2008 @ 11:33die netzwereffekte werden entscheidend sein, geolocalisation kann nur ein zusatzfeature sein, nicht jedoch einzige säule des business models!
Kommentar von DR.zahl 01. Juli 2008 @ 11:54@Alexander.
Die Existenz von Kleinanzeigen bei markt, kijiji etc. liegt vor allem darin, kostenlos seine Anzeigen auch über eine bestimmte Anzahl von Tagen einzustellen und auch keine Verkaufsgebühren zahlen zu müssen.
Der Vorteil der kostenlosen Angebotserstellung muss bei ebay auch noch stärker kommuniziert werden, sodass zumindest dieser Vorteil bei anderen Anbietern wegfällt.
Die Existenz von Anzeigenblättchen kann man eher mit der fehlenden Offline-Affinität von bestimmten Zielgruppen erklären, bzw. in der lokalen Stärke einer bestimmten Marke… Hier sehe ich weniger die Lokalität im Vordergrund..
Und alle bisherigen Dienste, inbesondere eBay, funktionieren bisher bereits lokal. Fraglich, ob man ohne große Reichweite nur weil die Karte schöner aussieht, seine Angebote da reinstellt..
Aber ansonsten find die die Seite ganz nett gemacht..
Kommentar von Peter 01. Juli 2008 @ 13:09Naja… ist ganz nett anzusehen aber für mein Geschmack etwas schwerfällig zu bedienen. Bei Kleinanzeigen dann doch lieber ein simples Listing wie es auch kijiji craigslist gemacht wird. Vielleicht solltet ihr überlegen auch eine “Light-Version” anzubieten..
Bei Kleinanzeigen geht es schließlich nicht um Entertainment und Special-Effects sondern um kaufen und verkaufen – da haben solche Spielereien nichts zu suchen, es sei den es macht wirklich Sinn und ist dem Verkauf förderlich… was hier aber nicht der Fall ist – Produkteingabe > PLZ und Umkreis in Km angeben > Liste mit Angeboten ausgeben > Fertig! So muss es sein.
Btw.: Wie wollt ihr den die Nutzung von Kleinanzeigen im Internet “revolutionieren”??
Kommentar von Maik 01. Juli 2008 @ 13:09quick an dirty – Gute Idee, gute Umsetzung. Jetzt noch vernünftiges Marketing und Durchhaltevermögen, dann wird das Konzept langfristig aufgehen.
@Pierre
Kommentar von Christian Ogait 01. Juli 2008 @ 13:14ich sehe hier zahlreiche Ansätze um dieses Business-Modell zu monetarisieren.
´Vielleicht als Tipp. Ich würde versuchen durch Kooperationen Anzeigen von anderen Anbietern mit einzubinden.
Kommentar von Martin 01. Juli 2008 @ 14:06Erstmal drücke ich dem Team von Floka die Daumen. Wird nicht einfach sein für euch, so wie man es auch in den Kommentaren entnehmen kann.
Mit den Einmalnummern ist schon ne nette Sache, aber leider zählt somit euer Service nicht mehr als Kostenlos.
Was macht Ihr wenn Google Maps mal ein Tag offline ist? :)
Viel Erfolg beim Marketing, über Google wird man euch sicherlich nicht so leicht finden.
Kommentar von Kimi 01. Juli 2008 @ 14:16Gefällt mir sehr gut, ABER: Haben die die GOOGLE-Map ENTERPRISE-Version genommen – oder nicht.. Wenn nicht dann ist ja eh bald Schluß mit lustig! Nämlich dann wir G. den Saft bald abdrehen..
Kommentar von Nico 01. Juli 2008 @ 14:54“Viel Erfolg beim Marketing, über Google wird man euch sicherlich nicht so leicht finden.”
Doch, daran haben sie gedacht! Ggf. noch verbesserungsfähig, aber Google bekommt die Anzeigen in Textform. Tipp: Mal JavaScript ausschalten :)
Kommentar von Tobias 01. Juli 2008 @ 15:45Danke fuer die vielen Kommentare.
@maik
>Btw.: Wie wollt ihr den die Nutzung von Kleinanzeigen im Internet “revolutionieren”??
Die Revolution sehen wir darin, dass durch den kostenlosen und sehr stark ortsgebundenen Dienst die Hemmschwelle, Dinge zu verschenken statt wegzuwerfen oder verstauben zu lassen, massiv sinken koennte.
@Kimi
>Was macht Ihr wenn Google Maps mal ein Tag offline ist?
Dann sind wir wohl auch einen Tag offline ;)
@Nico
>Haben die die GOOGLE-Map ENTERPRISE-Version genommen – oder nicht.. Wenn nicht dann ist ja eh bald Schluß mit lustig! Nämlich dann wir G. den Saft bald abdrehen..
Wieso sollten sie?
Kommentar von Anselm Föhr 01. Juli 2008 @ 16:15Wie schon gesagt, ich sehe in der aktuellen Nutzung keinen Mehrwert im Ortsbezug des Angebots. Was bringt mir die Info, daß es in Berlin alte Turnschuhe abzuholen gibt?
Der Mehrwert käme erst durch Inhalte mit zwingendem Ortsbezug, also zum Beispiel Gebrauchtwagen, Immobilien, Wohnungen, Studenten-WGs, usw.
Kommentar von Cheater 01. Juli 2008 @ 16:24Nach Saft abdrehen für Google Maps sieht es nicht aus.
Kommentar von Tobias 01. Juli 2008 @ 16:47Aber wie sich Google Werbung in solchen Maps machen wird, bleibt natürlich abzuwarten.
Ganz interessant:
http://www.google.de/enterprise/maps/faq.html Punkt 4
Ich empfinde weder den Ansatz “kostenlose Kleinanzeigen” noch Geomapping als revolutionär.
Kommentar von Mirko Riedel 01. Juli 2008 @ 18:47