Nach etlichen Monaten Funkstille gibt’s mal wieder ein Lebenszeichen aus dem Hause Townster (www.townster.de). Zur Erinnerung: Die lokale Such-Plattform, die sich Thorsten Borsch, Thomas Mindnich und Gleb Tritus ausgedacht haben, steht nach einer gescheiterten Finanzierungsrunde samt Streitigkeiten unter den Gründern seit November des vergangenen Jahres zum Verkauf. Grundgerüst von Townster ist ein soziales Netzwerk. Neben dem Knüpfen von Kontakten geht’s bei dem Dienst – wie bei vergleichbaren Angeboten – um die Bewertung von Restaurants, Clubs und Hotels. Darüber hinaus kann jeder Events ankündigen, Listen anlegen und sich in Gruppen austauschen. Ein wichtiger Punkt zur Abgrenzung von Konkurrenten ist für Tritus die Verbindung zwischen sozialem Netzwerk und lokaler Suche.
“Wir haben bis heute acht Verkaufsverhandlungen geführt, darunter mit zwei namhaften Medienhäusern. Zu einer Einigung ist es bisweilen nicht gekommen, war doch jeder Deal stets an die Weiterverpflichtung des Teams inklusive unserer Personen als Geschäftsführer für mindestens 6 bis 12 Monate gekoppelt”, schreibt Gründer Tritus in seinem Blog. Die ehemaligen Macher wollen dies aber nicht: “Wir haben uns mittlerweile neuen Projekten zugewandt und betreiben Townster nur noch nebenbei, was mit diesem Wunsch leider klar kollidiert.” Nun suchen die Kölner weiter nach einem Käufer. Extremen Verkaufsdruck spürt Tritus aber nicht mehr. Ohne eine – zumindest kurzfristige Unterstützung – durch die Gründer wird es aber sicherlich schwer, Townster noch an den Mann zu bringen. Viele potenzielle Käufer werden auf ein Engagement der Gründer bestehen.
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Kommentare
Der Verkaufspreis, von was spricht man da so?
Kommentar von jenz 10. Juni 2008 @ 14:1210k, 50k, 100k, 500k? So die grobe Richtung?
6 Monate noch dabei bleiben (schönes Gehalt bekommen), nebenbei die anderen eigenen Projekte reifen lassen und dann sich nur noch darauf konzentrieren. Ist doch kein schlechter Weg – jedenfalls besser als alles irgendwann einzustampfen oder bei eBay zu verramschen.
Kommentar von Roland 10. Juni 2008 @ 14:22Also sorry – aber meiner Meinung nach machen die so ziemlich alles falsch was man nur falsch machen kann.
1. Denke ich auch, dass sie keinen Käufer finden der das Ding einfach so übernimmt. Ich vermute mal sogar, dass keine Doku o.ä. existiert auf die sich aufbauen ließe.
2. Halte ich die Kommunikation für katastrophal. Ich würde doch so eine Meldung “…war doch jeder Deal stets an die Weiterverpflichtung des Teams inklusive unserer Personen als Geschäftsführer für mindestens 6 bis 12 Monate gekoppelt…” nicht nach außen kommunizieren! Damit schrecke ich doch nur weitere Interessenten bereits im voraus ab und schwäche meine eigene Verhandlungsposition! Selbiges bei “…was mit diesem Wunsch leider klar kollidiert.” und “Extremen Verkaufsdruck spürt Tritus aber nicht mehr.”.
Kommentar von Eugen 10. Juni 2008 @ 14:35Was würde ich da als potentieller Käufer denken? Das Ding ist eine Last für die und die wollen das nur noch los werden – selbst für ein Appel und ein Ei
Das, was Eugen und Roland sagen, kann ich genau nachvollziehen – ich habe auch den Eindruck, dass die Jungs selber einiges falsch machen oder sich so uneinig sind, dass dieser Eindruck sich einfach aufdrängt.
Schade um ein eigentlich geiles Projekt wie townster.
LG Martin
P.S.: Als Investor würde ich das Rumgeeiere nicht mitmachen…
Kommentar von Martin 10. Juni 2008 @ 16:55Huch, da habe ich meinen Blog noch nicht einmal fertig gebaut, schon macht er die Runde bei Alex :)
Zunächst danke für die Coments.
@Eugen: Eine Doku ist vorhanden.
Was die Kommunikation angeht: Wir sind seit Tag 1 dafür bekannt, eine sehr offene Kommunikationspolitik zu betreiben – von unseren Gründungsaufwendungen über die Investorensuche bis hin zu dem Vorfall im November sind wir immer sehr offensiv mit unserer Entwicklung umgegangen.
Am Ende des Tages hat es uns persöhnlich sehr genützt, da wir uns auf diesem Weg verhältnismäßig schnell einen Namen machen konnten.
Was diese bestimmte Meldung angeht: Nun, wie im Blog erwähnt, steht für uns die Mitübernahme des Teams zumindest derzeit aus zeitlichen Gründen ausser Frage, da wir bereits in neuen Unternehmungen involviert sind. Das gilt für uns, die Gründer – die ehemaligen Entwickler stehen indes für eine Weiterverpflichtung zur Verfügung, vllt hätte ich das besser rausstellen sollen.
Mit dem Posting ersparen wir sowohl uns, als auch Käufern, die an jenem Übernahmemodel mit Team interessiert sind, Zeit und Nerven. Was spricht gegen eine klare Message? Wir möchten das Projekt in neue Hände weggeben, gerne auch mit 1-2 Monaten Begleitung unsererseits, aber ein weiteres Jahr dabei sein können wir schon aus vertraglichen Gründen nicht mehr.
Eine “Last” ist Townster sicherlich nicht. Wir kriegen es derzeit ganz gut im Tagesgeschäft unter.
@Martin: Thorsten und ich, die verbliebenen GFs, sind uns sehr einig. In unseren Augen erscheint uns das Vorgehen richtig.
Viele Grüße aus Köln
Gleb
Kommentar von Gleb 10. Juni 2008 @ 20:08