Kurz nach dem ersten Geburtstag gönnt sich der Online-Kreditmarktplatz smava (www.smava.de) ein weiteres Standbein. Alexander Artopé, Gründer und Geschäftsführer von smava, öffnet seine Plattform – auf der sich bisher alles um die Vermittlung von Krediten unter Privatpersonen drehte – für gewerbliche Kredite. “Ob traditioneller Familienbetrieb oder innovatives Kleinunternehmen – wir möchten den vielen Selbstständigen in Deutschland eine Möglichkeit zur Finanzierung bieten, die ihnen bei Banken oft verwehrt bleibt”, sagt Artopé. Der Vorteil von smava gegenüber einer klassischen Bank sei einfach: “Bei smava treten die Kreditnehmer nicht als Bittsteller auf”. Geld bekommen die anvisierten Kleinunternehmen bei smava natürlich auch nur, wenn sie die “üblichen Sicherheitsbedingungen” des Marktplatzes erfüllen. Privatpersonen, die sich Geld leihen möchten, werden beispielsweise mittels Postident und Schufa überprüft und in Risikostufen eingeteilt.
Im Zuge der Erweiterung ändern die Berliner die Kredit- und Anlageobergrenzen. Statt bisher 10.000 Euro können sich Kreditnehmer nun bis zu 25.000 Euro leihen. Anleger wiederum dürfen nun bis zu 100.000 statt 25.000 Euro investieren. Ansonsten wäre smava für kleine, mittelständische Unternehmen und Selbständige auch kaum attraktiv. Insgesamt eine logische Erweiterung des Marktplatzes – wie im Privatgeschäft liegt auch bei der gewerblichen Vermittlung von Krediten allerdings noch ein weiter Weg vor Artopé und seiner Mannschaft. Wichtigtse Aufgabe dabei, den Bürgern der Republik beizubringen, dass die Kreditvergabe übers Internet eine seriöse Sache sein kann. Mit der bisherigen Vergabe von knapp 2 Millionen Euro konnten die smava-Macher aber bereits einen Achtungserfolg verbuchen. Von den finanzierten Kreditbeträgen wandert ein Prozent als Provision in die Kasse des Unternehmens.
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Kommentare
> Von den finanzierten Kreditbeträgen wandert ein Prozent als Provision
> in die Kasse des Unternehmens
Das hast Du schon mal geschrieben. Ich halte das aber für schlecht recherchiert! 1 Prozent beträgt die Vermittlungsgebühr. Die Abwicklung erfolgt (mangels Banklizenz) ja aber nicht direkt durch Smava sondern durch die biw AG. Die macht das ganz sicher nicht aus reiner Startupliebe ;-)
Viele Grüße vom Wannsee,
Sebastian
Kommentar von Sebastian (naanoo.com) 23. April 2008 @ 14:24@Sebastian…
Haste schonmal dran gedacht, dass die Bank erstens beteiligt sein könnte und zweitens auch davon profitiert, dass sie ihren Kundenstamm erweitern kann? Schließlich lassen sich smava Kunden auch andere Bankprodukte verkaufen.. und normalerweise zahlen Banken ja auch Vermittlungsprovisionen für Neukunden… gell?!
Kommentar von Peter 23. April 2008 @ 14:47also hat Smava bei 2 Mio und 1 prozent gebühr plus weiterer provisionen unter 20.000 eingenommen.
Kommentar von der Troll 23. April 2008 @ 14:53denke man kann die berichterstattung bis ein solches nicht funktionierendes Geschäftsmodell einstellen.
Viele Grüße von der Außenalster.
@ Sebastian
smava finanziert sich über eine Vermittlungsprovision, welche bei Abschluss eines Kreditvertrags fällig wird – dieser beträgt 1 % des Kreditbetrags. Die Bank macht sicher nicht aus reiner Startupliebe mit, wenn ein Start-up für einen Premiumaccount (78 Euro) eine Bezahlung per Kreditkarte anbietet, rechne ich doch aber auch nicht die Provision für diese Zahlart vom eigentlichen Betrag runter. Das Start-up finanziert sich dann immer noch über die genannten 78 Euro.
@ Troll
smava ist gerade einmal ein Jahr alt. Und es gibt sicherlich Projekte, die genauso lange im Markt sind, und weniger Einnahmen haben. Es liegt in der Natur der Sache, dass Start-ups keine großen Einnahmen haben oder gar profitabel arbeiten. Nach deiner Logik hätte man über Google nach dem Start nicht berichten sollen/dürfen, die hatten nämlich gar kein Geschäftsmodell.
Kommentar von Alexander Hüsing 23. April 2008 @ 15:06Wirklich lustig wie ein Geschäftsmodell was offensichtlich nicht funktioniert von den Gründern auch noch schön geredet wird “Wir wollen auch … die Möglichkeit bieten…” usw.
Klar, die Suche nach Erweiterungen ist notwendig und sehr begrüßenswert, wenn das Kerngeschäft nicht funktioniert.
Aber bitte klar und deutlich und nicht verwässern. Misserfolg ist nichts schlimmes.
Überhaupt fällt auf, dass viele Projekte die vor Jahresfrist (zB edel?ght) nun zwangsläufig am Limit ihres Potentials angelangt sind nun -völlig richtig- sich nach neuen Möglichkeiten umschauen.
Aber dass dann die Gründer jede weitere Abkehr vom vormals als Evangelium gepredigte Geschäftsidee nun wieder als Offenbarung und Segnung feiern müssen ist erstaunlich.
Bei Smava der Schritt zum Geldverleiher, bei Edel?ght die Ramschbude mit Werbung wie ein x-beliebiger Linksammler usw usw usw.
Kommentar von Johnny D 23. April 2008 @ 15:11Es nervt wirklich!
@troll
anhand deiner artikulationsschwierigkeiten solltest du dich eher proll nennen
Kommentar von Peter 23. April 2008 @ 15:14okay, “aufgrund” statt “anhand”
Kommentar von Peter 23. April 2008 @ 15:16@alex
Bei “finanziert sich über” kommen wir zusammen. Aber bei “spült in die Kasse” (=Cashflow) eben nicht. Das wäre, als wenn ich als Affiliate bei Amazon die Bruttoumsätze auf der Plattform ausweise.
Sorry, auch wenn das pendantisch klingt. Aber Du weisst genau, daß Du wieder x mal zitiert wirst. Und das wäre nicht das erste Unternehmen, wo dann aus Provisionen, Umsätze und später Gewinne werden. Das muss man nicht noch fördern ;-)
Viele Grüße vom Wannsee,
Sebastian
Kommentar von Sebastian (naanoo.com) 23. April 2008 @ 15:20@ Sabastian
“wandert in die Kasse” soll nun wirklich keine Aussage für Cashflow sein. Wenn etwas in die Kasse wandert, schließt dies ja nicht aus, dass man noch Mitarbeiter, Dienstleister etc. bezahlen muss.
Kommentar von Alexander Hüsing 23. April 2008 @ 15:25ein geschäftsmodell was in den usa teilweise funktioniert und von dort abgekupfert wurde, funktioniert hier noch lange nicht. wir wissenschaftler nennen das auch “cultural bias”.
Kommentar von der Troll 23. April 2008 @ 15:35@ peter, im gegensatz zu dir knie ich hier grade über
einen deal sheet und habe keine zeit auf interpunktionen zu achten.
viele grüsse aus der sonnigen freien und hansestadt.
So geil ich das smava-Konzept auch finde, kann ich mir nicht vorstellen, dass deren Atem lang genug ist sich durchzusetzen. Dafür herrscht hierzulande ein zu großes Misstrauen in Sachen Geld. Während in den USA fast jeder nur auf die Rendite schaut, schauen die Deutschen IMMER zuerst auf das Risiko. Dieser Pessimismus wird letztendlich (leider) dazu führen, dass der Break-Even nicht rechtzeitig erreicht wird.
Man brauch sich nur mal die Schulderberatungssendungen im TV ansehen um zu sehen wie verantwortungslos manche mit ihrem Geld umgehen und ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Genau das werden sich dann auch vieler Anleger denken, bevor sie ihr Geld über smava investieren.
Nehmts mir nicht übel – ich finde die Idee richtig gut – und das obwohl ich absoluter Startup-Pessimist bin – aber ich glaube nicht, dass smavas finanzielle Polster lang genug ausreichen.
Kommentar von Eugen 23. April 2008 @ 15:40@Troll
Mensch, und über Deinem Dealsheet hast Du auch noch irgendwo Deinen Dativ verloren.. so kanns gehen..
Kommentar von Peter 23. April 2008 @ 15:45Also das Scheitern von Smava mit Pessimismus zu bewerten (No 11) halte ich für verfehlt.
Darum schert sich der Kunde (Verleiher) doch nicht; und wo Du Sendungen im “Unterschichtenfernsehen” anführst; wer verleiht denn Geld an Leute die nicht kreditwürdig sind? Der Pessimismus ist doch nachvollziehbar, oder?
Kommentar von Johnny D 23. April 2008 @ 15:53@Peter:
Eigentlich ja weder “anhand” noch “aufgrund”, sondern besser “angesichts” ;-)
Aber ansonsten hast Du recht ;-)
Kommentar von Formwandler 23. April 2008 @ 15:55@eugen: was passiert, wenn man sich erst die rendite und dann (fast) nicht das risiko ansieht, sehen wir ja gerade in den usa :)
Kommentar von Max (talentarena) 23. April 2008 @ 16:23@Max – wohl wahr :-)
@Johnny – ja ich weiss. Ich wollte damit nur meine Aussage untermauern, nicht dass es wieder heißt ich sei ein Dauernörgler (was ich ja auch bin :-)
Kommentar von Eugen 23. April 2008 @ 16:27@Formwandler:
“hinsichtlich”, “rücksichtlich” ist noch besser. Hauptsache wir sind einer Meinung :)
Kommentar von gott 23. April 2008 @ 16:51Zuerst konnten nur Kredite an Privatpersonen bis Risikogruppe F vergeben werden. Smava drohte komplett einzuschlafen. Später (und immer noch) konnten dann auch Leute mit bis zu 15% Kreditausfallwahrscheinlichkeit(G und H) Kredite erhalten.
Jetzt die erneute 180°- Wende mit der Vergabe von geschäftlichen Krediten.
Zwischen den Zeilen lese ich die Entwicklung bei Smava so:
Das Geschäftsfeld wird offensichtlich ständig erweitert, weil mit der ursprünglichen Geschäftsidee kein Blumentopf zu gewinnen ist.
Der Kreditumsatz von bisher 2Mio € ist lächerlich gering (das schaffen einige Kreditvermittlungs- Affiliates ganz alleine). Der Rohgewinn von 20.000€ innerhalb eines Jahres ist ein Witz.
Ich sehe das Problem im starken Wettbewerb der deutschen Kreditbanken. Kreditnehmer erhalten Konditionen, welche sich für die Banken kaum noch rechnen. Der Wettbewerb beim Tagesgeld ist ähnlich ruinös. Da rechnet es sich für Kreditgeber nicht, für 1 oder 2% mehr Zinsen bei Smava den Totalausfall zu riskieren.
Kommentar von Olaf 25. April 2008 @ 18:49Gibt es ne Möglichkeit seine eigene Klasse irgendwo abzurufen? Das würde mich nämlich schon reizen mal zu wissen in welche Risikogruppe man selber gesteckt werden würden…
Kommentar von ol 27. April 2008 @ 11:26