Die Verschmelzung von Telefon, Radio und Internet haben sich Frank Felix Debatin und Peter Schweyer mit 1000Mikes (www.1000mikes.com) auf die Fahnen geschrieben. Gleichzeitig wollen die ehemaligen Geschäfsführer von Minick, einem Unternehmen für interaktive mobile Anwendungen, das Thema Talk Radio 2.0 in Europa etablieren. Mit Talk Radio 2.0 ist im Grunde nichts anderes als User generated Radio gemeint. Mit Hilfe von 1000Mikes und einem Telefon oder Handy kann jeder seinen eigenen Radiosender starten. Somit ist der Dienst eine weitere Spielart für Bürgerjournalismus – allerdings mit dem Schwerpunkt Live-Berichterstattung. Nach der einmaligen Einrichtung eines Kanals kann jeder 1000Mikes-Nutzer direkt loslegen und der Welt seine Gedanken mitteilen.
“Wovon berichten? Das freie Wort kennt keine Grenzen! Sport, im Großen wie im Kleinen, Regional oder Trend, Politik und Unterhaltung, Literatur und Tratsch, die Freuden und das Leid des Alltags – die Mikes entscheiden selbst, worüber sie berichten, und was sie hören”, sagt Gründer Debatin. Um ihre Stimme bei 1000Mikes zu hinterlassen, müssen die Hobby-Berichterstatter lediglich eine Festnetznummer anrufen – bei entsprechender Telefonflatrate ist der neue Dienst für die Nutzer damit völlig kostenlos. Wer live zu einer bestimmten Uhrzeit mit einem Beitrag beginnt, kann diesen auf der Plattform ankündigen. Wer den Bericht verpasst hat, kann über das Archiv das Ereignis im Nachhinein noch einmal erleben. Re-Live nennt man so etwas im Fernsehen. Den eigenen Kanal kann jeder 1000Mikes-Nutzer auch in seine eigene Homepage oder sein Blog einbinden. Finanzieren soll sich der frisch gestartete Dienst über Audio-Werbung, die in die Beiträge eingebunden werden. Wobei die Radiomacher dann an den Einnahmen beteiligt werden.

Fragen










Kommentare
erinnert mich an skypecasts und die user generated channels die sevenload anbietet. optisch nicht schlecht gemacht. viel erfolg.
Kommentar von Marko 26. März 2008 @ 16:48Bleibt abzuwarten, ob sich diese Idee auf Dauer durchsetzt – viele Köche verderben den Brei, und viele Sender heißt weniger Zuhörer pro Sender. Und die machen ja bekanntlich den Erfolg.
Kommentar von Bernhard 26. März 2008 @ 17:44Nett, aber wofür braucht es für das Projekt gleich eine AG?
Kommentar von John 26. März 2008 @ 17:52Was sagen denn die Landesmedieanstalten dazu? Laut Mediengesetz braucht ein eigener Sender eine Lizenz!Zumindest wenn er mehr als 1000 Nutzer/Hörer hat!
Kommentar von Kai Thierhoff 26. März 2008 @ 18:19Kai
Noche eine Ergänzung, die uns wichtig ist: der Radiomacher entscheidet selbst, ob er überhaupt Werbung will, wann und welche. Ist zum Beispiel Spielpause, drückt er die 9, um seine Werbeschleife einzuspielen.
Kommentar von Frank Felix Debatin 26. März 2008 @ 18:19@John Warum eine AG? Als Antwort ein kleines Plädoyer für die AG. Meistens verbindet man mit einer AG börsennotierte Firmen. Aber wir sehen die AG einfach als bessere Alternative zur GmbH. Die AG macht es sehr einfach, Mitarbeiter, Freunde, Familie, wenn auch immer, zu beteiligen, und zwar über die Ausgabe von Aktien. Es ist sehr einfach, Rückkaufbedingungen zu vereinbaren. Auch ein Laie blickt da durch. Bei Minick hatten wir eine AG, und das hat wunderbar funktioniert, zum Vorteil aller Beteiligten. Bei einer GmbH ist die Beteiligungsfrage weitaus komplizierter, es ist notwendigerweise immer ein Notar involviert, etc.
Auf der Negativseite der AG ist das doppelt so hohe Mindeststammkapital. Ok, das ist halt die Investition, die wir leisten müssen. Dann gibt es zwingend einen Aufsichtsrat – das muß aber nicht unbedingt ein Nachteil sein, daß es auch nochmal eine Kontrollinstanz gibt. Der bürokratische Aufwand ist im wesentlichen der gleiche wie bei einer GmbH.
Als weitere Alternativen gibt es noch die GbR, die wegen der Haftungsproblematik ausgeschlossen ist, und die Ltd – wo man sich allerdings mit dem britischen Rechtssystem auseinandersetzen muß oder einem der einschlägigen Dienstleister vertrauen.
Kommentar von Frank Felix Debatin 26. März 2008 @ 18:40@Kai
Internetradio fällt nach gängiger Auffassung nicht unter den Rundfunkstaatsvertrag, der die Aufsicht durch die Landesmedienanstalten festlegt. Habe gerade noch mal nachgeschaut, in §2 heißt es:
[...] Telemedien sind alle elektronischen Informations- und Kommunikationsdienste, soweit sie nicht Telekommunikationsdienste [...] sind, die ganz in der Übertragung von Signalen über Telekommunikationsnetze bestehen [...]
Demnach ist 1000MIKES ein Telemediendienst. Ich bin allerdings kein Jurist – unser Anwalt hat uns aber auch so eingeordnet.
FFD, 1000MIKES
Kommentar von Frank Felix Debatin 26. März 2008 @ 19:02Ich find’s jedenfalls schon des Namens wegen spannend und drück die Daumen ;-)
Kommentar von Monte 26. März 2008 @ 19:06Hallo,
ich finde es eine super Idee. Es gibt sicherlich mehr als nur 1000 Leute die gerne etwas sagen möchten…. warum nicht Deutsche-Startups Radio ;)
Viel Erfolg
Kommentar von Martin 26. März 2008 @ 20:05@Martin: Das ist doch mal ne Idee ;-)
Kommentar von Tobias Worzyk 28. März 2008 @ 10:16