Communitys und ihr Image

“Angeblich bestimmt der Mensch sein Image. In Wirklichkeit trifft das Gegenteil zu: Die meisten Menschen werden von ihrem Image beherrscht, um nicht zu sagen, tyrannisiert” sagte der ungarische Schriftsteller George Mikes. Neben Personen, […]

“Angeblich bestimmt der Mensch sein Image. In Wirklichkeit trifft das Gegenteil zu: Die meisten Menschen werden von ihrem Image beherrscht, um nicht zu sagen, tyrannisiert” sagte der ungarische Schriftsteller George Mikes. Neben Personen, Marken, Organisatoren und Unternehmen haben selbstverständlich auch Communitys ein Image. Doch wie sieht dieses aus? Die Marktforscher von Ethority (www.ethority.de) haben dies untersucht. Für ihre Datenerhebung wertete das Unternehmen mit Hilfe einer vollautomatischen semantischen Suchapplikation names Gridmaster samt anschließender Überprüfung durch ein Marktforscherteam rund 6.000 Usermeinungen in nutzergenerierten Medien wie Blogs und Foren aus. Das Ergebnis ist zumindest teilweise überraschend.

\'Blogs

In der Blogosphäre kommt laut Studie das noch junge Mütter-Netzwerk netmoms (www.netmoms.de) besonders gut weg. 53 % der deutschsprachigen Bloggerinnen und Bloggern äußerten sich zuletzt positiv über die Plattform. Ebenfalls über gute Werte dürfen sich die Macher von Jappy (www.jappy.de) freuen. 34 % der Äußerungen über das Social Network aus Hauzenberg sind positiv. Nach eigenen Angaben verfügt Jappy über knapp 640.000 aktive Mitglieder und kommt monatlich auf rund 1,45 Milliarden Seitenabrufe. Der dritte Platz bei den positiven Bewertungen überrascht, denn die Bronzemedaille geht mit 28 % an die Schüler-Community schülerVZ (www.schuelervz.net). Gleichzeitig äußerten sich aber knapp 24 % der Blogger im Lande negativ über die kleine Schwester von studiVZ (www.studivz.net) – der schlechteste Wert der Studie. Ebenfalls schlechte Werte erzielten studiVZ (knapp 15 %) und unister.de (www.unister.de) mit knapp 12 %. Die Berichte über rechtsextremistische Inhalte und Jugenschutzverstöße bei schülerVZ sowie die Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen bei studiVZ haben somit deutliche Spuren hinterlassen. Das Business-Netzwerk Xing (www.xing.de) konnte sich mit knapp 7 % negativen Äußerungen dagegen deutlich besser aus der Affäre ziehen.

\'Image

In Foren sieht das Bild anders aus. In diesem Teil der Netzwelt kommt die Schüler-Community schueler.cc (www.schueler.cc) mit 22 % positiven Äußerungen besonders gut weg. Gefolgt von Jappy (14,81 %) und schülerVZ (14,29 %). Besonders häufig negativ bewertet wurden studiVZ (14 %), Jappy (7,41 %) und die Lokalisten (www.lokalisten.de) mit 7,04 %. Auffällig ist dabei, dass es in Foren im Gegensatz zur Blogosphäre nur sehr wenige negative Äußerungen gibt. Die meisten von Ethority entdeckten Nennungen waren neutral. Das mag daran liegen, dass in Foren viele Nutzer einfach nur Links untereinander austauschen oder auf andere Dienste ohne große Bewertungen verweisen.

Worüber spricht das Netz?

Zuvor stellte Ethority bereits deutliche Unterschiede zwischen Blogs und Foren im Bezug darauf fest, über welche Netzwerke überhaupt gesprochen wird. Während die Blogsphäre besonders häufig über Xing (28,7 %), studiVZ (11,3 %) und die Lokalisten (10,9 %) spricht, sind in Foren die Lokalisten (36,7 %), Kwick (17,8 %) und Jappy (14 %) die Topthemen. Xing kommt in der Welt der Foren nur auf magere 8,3 % und studiVZ sogar nur auf 3,6 %. “Das Ranking zeigt, dass sehr viele Blogger das allgemeine Mediengeschehen rund um Xing und studiVZ sehr stark reflektieren und beeinflussen”, sagt Sten Franke, Geschäftsführer von ethority. Im Gegensatz dazu werde in User- und Verbraucherforen eher der Meinungsaustausch und die Empfehlung von nutzwerten Produkteigenschaften gepflegt, so dass hier private Communitys am häufigsten besprochen, verlinkt und weiterempfohlen würden.

Artikel zum Thema
* Details zur Studie “Erfolgsfaktoren von Communitys im Web 2.0″

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Peter

    Lieber Alexander Hüsing,

    Ist die Formulierung “repräsentative Datenerhebung” aus einer Pressemitteilung unkritisch übernommen oder selber formuliert?

    Sie sollten präzisieren. Die Datenerhebung ist vielleicht bei den “heavy internet usern” repräsentativ, aber auch selbst das nicht. Eher bei den “heavy internet usern”, die aktiv Forenkommentare und Blogeinträge schreiben.

  2. Eigentlich sollte dort nur Datenerhebung stehen. War wohl zu sehr vertieft.



  3. Peter

    Wenn man mal auf der Webseite des Unternehmens schaut, bekommt man so ein bisschen erheblichen Zweifel an der Kompetenz der Herren und Damen:

    http://www.ethority.de/index.php?id=324

    1. Aussage (aufgrund dieser Daten? Sorry, da würd ich als anderes Unternehmen ja schon fast wegen Rufschädigung klagen)

    Studie: Netmoms ist Social Network Nummer eins

    2. Aussage (falsch, es wurde nur eine quantitative Analyse gemacht, keine qualitative: wie positiv war positiv, wie negativ negativ…wie hoch war eigentlich der unkritische Abschreibeffekt?)

    Das Online-Netzwerk Netmoms ist bei seinen Usern am beliebtesten.

  4. Ich finde, die Studie macht deutlich, dass mit wachsender Bekanntheit auch die kritischen Stimmen zu den einzelnen Portalen ansteigen. Die Popularitäten der einzelnen Communitys sind in meinen Augen zu unterschiedlich um sie wirklich zu vergleichen.

  5. Pingback: Der meinVZ-Buzz ist vorbei at viralmythen

  6. Deutschland braucht ganz dringend eine Statistik-Polizei. ;-) “Convenience Sample” und so…

  7. Sehr geehrter Herr Peter,

    der von Ihnen gepostete Artikel stammt nicht von uns. Vielmehr ist es ein Artikel der Werben & Verkaufen:

    http://www.wuv.de/news/digbusiness/meldungen/2008/02/87448/index.php

    Unsere Pressmitteilung können Sie unter dem folgenden Link einsehen:

    http://www.ethority.de/index.php?id=328

    Mit den besten Grüssen aus HH

    David Nelles



  8. Kai

    Aehm… was versuchen diese Statistiken und Pseudo-Studien eigentlich zu wider-/belegen?

  9. Pingback: HighText iBusiness Medien-Technik-Wirtschaft

  10. Ich finde es immer wieder spannend, solche Studien zu lesen. Mir hilft es die momentanen Entwicklungen im Netz besser einzuschätzen. Vielen Dank, Christina, Alexander und das dahinter stehende team.

    Jovana

  11. Eine Alternative zu studiVZ/MeinVZ könnte kaioo.de in Kombination mit kaioomusic sein. Mir erscheint diese Seite zumindest als hoffnungsvoller Ansatz in einer mittlerweile sehr stark kommerzialisierten Web 2.0-Welt. Klar wurde kaioo auch durch Schmidtholtz eine kräftige Finanzspritze als Starthilfe zuteil, doch kaioo ist gemmeinnützig und spendet alle künftigen, durch Werbung erzielten Einnahmen an wohltätige Zwecke. Meiner Meinung ist http://www.kaioo.de also eine echte Alternative zu studiVZ/MeinVZ, Myspace, Facebook, StudiVZ, MeinVZ und wie sie alle heißen. Eine Unterstützung durch rege Teilnahme lohnt sich also auf jeden Fall, denn hier kann man sogar Inhalte und AGB durch aktive Teilnahme mitgestaltet und vorgeschlagen werden. Das ist wirklich Web 2.0 und sozial!

  12. Pingback: Nutzer halten Netzwerken die Treue :: deutsche-startups.de

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