Gründerboom in Deutschland
Im Internet herrscht Goldgräberstimmung. Unzählige junge Menschen verwirklichen ihre Ideen und heben eigene Unternehmen aus der Taufe. Wie eine Auswertung unserer Startup-Datenbank zeigt, wurden allein im vergangenen Jahr 323 neue Unternehmen mit dem Schwerpunkt Internet in Deutschland gegründet. Für die Auswertung nicht berücksichtigt wurden sämtliche Projekte, für deren Betrieb kein Unternehmen gegründet wurde. In unserer Datenbank sind derzeit mehrere hundert Einträge (davon sind noch nicht alle online). Selbstverständlich ist diese Auswertung keine allumfassende Erhebung der deutschen Online-Gründerszene. Trends wie der Gründerboom im vergangenen Jahr lassen sich aber sehr wohl daraus ablesen.

Ebenfalls ablesen lässt sich der Schwerpunkt der Neugründungen – dieser liegt eindeutig im Segemt Communitys. Für fast jede Zielgruppe – wie Sportler, Reisefans, Senioren, Tierfreunde, Hundebesitzer, Katzenliebhaber, Feuerwehrleute, Computerspieler, Weintrinker, Familien, Mütter, Väter und Buchliebhaber – gibt es inzwischen eigene soziale Netzwerke. Extrem umkämpft sind dabei die Felder Sport und Reise. Einen Boom erlebte im vergangenen Jahr auch das Segment E-Commerce. Neben Social Communitys für Einkaufstipps aller Art erblickten unzählige Live-Shoppingplattformen, auf denen ein Produkt pro Tag verkauft wird, und mehrere geschlossene Shopping-Gemeinschaften, zu denen nur ausgewählte Nutzer Zugang erhalten, das Licht der Online-Welt.
Ausblick auf 2008
Im laufenden Jahr werden sicherlich ebenfalls wieder unzählige neue Unternehmen an den Start gehen. Das Boomjahr 2007 wird vermutlich trotzdem nicht zu toppen sein. Die Anzahl der Neugründungen im Segment Internet wird sich vermutlich aber deutlich über der Zahl von 2006 bewegen.
Artikel zum Thema
* Berlin ist die Startup-Hauptstadt
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22 Kommentare »
6 Trackbacks »
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Web 2.0 und Internet Gründerboom in Deutschland…
Die Gute Stimmung im Web 2.0 und Internet Sektor hält an. Wie eine Auswertung der Startup-Datenbank von deutsche-startups.de zeigt, wurden allein im vergangenen Jahr 323 neue Unternehmen mit dem Schwerpunkt Internet in Deutschland gegründet. Im Vorjahr…
Trackback von hype.yeebase.com — 26. Februar 2008 @ 09:39
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[...] Im zweistelligen Bereich müssten wir längst angekommen sein. Da passt es auch ganz gut, dass Alexander Hüsing einen Trend festgehalten hat, wonach in Deutschland im letzten Jahr eine Vielzahl von neuen internetaffinen Unternehmen [...]
Pingback von In Deutschland wird weiter gegründet — 26. Februar 2008 @ 10:16
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[...] die Angaben zu den Web-Startups, die jeweils 05, 06 und 07 aus der Taufe gehoben wurden. Die Deutsche Startups bekannt sind, das sind nicht alle natürlich. Was aber tatsächlich hinkommt. Denn der [...]
Pingback von Basic Thinking Blog | 50 97 323 — 26. Februar 2008 @ 13:00
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[...] als die Google Blogsuche: “Gründerboom” als Suchbegriff bringt bei blogato schon den aktuellen Artikel von deutsche-startups.de, während dieser bei Google noch [...]
Pingback von bwl zwei null » blogato im Relaunch! — 26. Februar 2008 @ 14:01
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Online-Studie: Hohe Marketingkosten für Web 2.0 Start-ups…
Gemeinsam mit der FH Bonn-Rhein-Sieg haben wir – wie mittlerweile dank Spiegel-online / Deutsche Startups.de etc. bekannt wurde – im Rahmen einer Studie im November / Dezember 2007 insgesamt 46 Start-ups der Web 2.0-Ära zu ihren Erfahrungen bei de…
Trackback von woobby Blog — 29. Februar 2008 @ 07:31
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[...] one can read it very often that we live in a “Great Times for Entrepreneurs” both the underlying [...]
Pingback von JanBeckers.com » Blog Archive » Great times for Entrepreneurs? Yes! But what are the reasons and how long will it last? — 03. März 2008 @ 03:25
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Nur “junge Menschen”?
Kommentar von Heiko — 26. Februar 2008 @ 08:07
@Alexander
Wo bleibt der Artikel über den polnischen Markt? Ist ja jetzt schon einen Monat her… Immer noch keine Zeit gehabt?
Kommentar von Maddin — 26. Februar 2008 @ 08:12
@ Maddin
Gemach, gemach – alles zu seiner Zeit. Mit Ankündigungen zu Artikeln werde ich mich demnächst wohl besser zurückhalten.
Kommentar von Alexander Hüsing — 26. Februar 2008 @ 08:16
@ Heiko
Junge Menschen ist zum Glück ja ein dehnbarer Begriff!
Kommentar von Alexander Hüsing — 26. Februar 2008 @ 08:17
Der Chart / die Daten haben imho keine Aussagekraft. Sie zeigen einzig, daß Du Dein Blog 2007 gestartet hast
Frisch gegründete Unternehmen haben nunmal das größte Darstellungsbedürfnis. Klar, daß Unternehmen, die 1-2 Jahre alt sind, tendentiell eher weniger in Deiner Datenbank auftreten. Wenn wir noch weiter zurückgehen, werden die Balken mit Sicherheit noch kürzer. Wenn Du Deine Datenbank weiter zurück auswertest, kommst Du sicher zu dem Schluß, daß 2000 kaum Gründungen erfolgt sind.
Hinzu kommen noch die Unternehmen, die es schon nach zwei Jahren (üblicher Finanzierungshorizont) gar nicht mehr gibt. Da imho von den Unternehmen, die 2007 gestartet sind, 2009 max. noch 20% existieren, würde der 2007er Balken für den Fall, daß Du Dein Blog 2009 gestartet hättest vermutlich nur 60 Punkte zeigen.
Aber ich fürchte, daß das Ganz schon als PM unterwegs ist und jede Menge anderer Medien das wieder unkritisch zitieren. Schade eigentlich.
Kommentar von Sebastian Fiebiger — 26. Februar 2008 @ 09:11
Natürlich sind wir erst 2007 gestartet. Und natürlich hat unsere Datenbank noch Lücken – es sind sicherlich auch nicht alle Unternehmen aus dem vergangenen Jahr drin. Deswegen schreibe ich auch, dass diese “keine allumfassende Erhebung der deutschen Online-Gründerszene” ist. Trends lassen sich aus solchen Erhebungen aber trotzdem ablesen.
Kommentar von Alexander Hüsing — 26. Februar 2008 @ 09:24
Naja, wie gesagt, das sehe ich anders. Imho ist die Aussagekraft gleich Null! Schau Dir mal die Daten für Internet- und Technolgiegründungen der ZEW an, dann wird Dir das auch klar.
2006 war nämlich in Bezug auf Technolgie- und Internetgründungen gegenüber 2005 in etwa konstant. Deine Grafik zeigt einen sehr deutlich Anstieg.
Das ist einfach totaler Unsinn und wird Deinem sonstigen Anspruch an Qualität nicht gerecht.
Kommentar von Sebastian Fiebiger — 26. Februar 2008 @ 09:35
Sebastian: Alexander hat doch nun schon zwei Mal angemerkt, dass das eben keine wissenschaftliche Studie und auch kein allumfassende Erhebung ist. Vielmehr dokumentiert er hiermit einen Trend, dem ich so ohne Weiteres zustimmen würde.
Man muss nicht immer alles verteufeln.
Kommentar von Sachar Kriwoj — 26. Februar 2008 @ 10:02
@ Sebastian
Also auch wenn Alex hier keinen statistischen Beweis geliefert hat, ich denke er hat trotzdem recht.
Ich gehe allerdings davon aus, das es sicht nicht um einen Boom handelt sondern um eine Trendwende. Es gibt inzwischen ca. 60 Lehrstühle die sich Entrepreneurship auf ihre Fahnen geschrieben haben. Die meisten davon sind in den letzten Jahren entstanden. Für mich heißt das, das in Deutschland jetzt dauerhaft Absolventen (und Drop Outs
) produziert werden, die nicht nur den Wunsch haben zu gründen sondern auch eine gewisse Ausbildung.
Nebenbei entwickelt sich so auch eine andere Kultur an der Uni, weniger 68er Dutschke dafür mehr 98er Samwers
Kommentar von Sascha — 26. Februar 2008 @ 10:04
Wie man sich über drei!! blaue Balken mit sechs!! Zahlen so aufregen kann.:))
Kommentar von John — 26. Februar 2008 @ 10:05
Die Datenbank vom startupwiki.org zeigt eindeutig, dass die Zahl der Gründungen in den letzten Monaten exorbitant, ja fast unglaublich zugenommen hat
Kommentar von Felix — 26. Februar 2008 @ 10:06
Also ich finde diese Art von statistische Erhebung auch hanebüchen – vor allem da darauf basierend dann eine Argumentation und Trendaussage aufgebaut wird.
Und irgendwie erinnert mich die Argumentation “die Statistik ist zwar scheisse – die Folgerung stimmt aber” sehr an das allgemeine Problem im Internetbusiness. Hier wird einfach eine vernünftige Analyse des Umfelds, der Fakten und der Trends oft radikal vereinfacht und darauf basierend dann irgendwelche dubiosen Schlussfolgerungen abgeleitet.
Als nächstes erwarte ich dann Umfragen unter 10 Usern mit dem Ergebnis, dass X% der Deutschen an irgendwelchen Themen interessiert sind…
Kommentar von Jan — 26. Februar 2008 @ 11:54
@ Alle
Ein Leser, dessen echten Namen ich leider nicht kenne, versucht derzeit hier einen ironischen Kommentar zu dem Thema zu posten. Dagegen ist eigentlich nichts einzuweden. In diesem werde ich mit einer ganz bestimmten Sucht in Verbindung gebracht. Dagegen habe ich etwas – vor allem, weil Suchmaschinen Ironie nicht verstehen. Und Ironie auch von vielen Lesern nicht immer richtig verstanden wird. So wird aus einem vermeintlichen ironischen Kommentar schnell eine Tatsache. Ich bitte um Verständnis.
Kommentar von Alexander Hüsing — 26. Februar 2008 @ 13:00
Da kann ich meinen Vorrednern Sebastian und Jan nur beipflichten. Jeden Tag flattern einem PMs von irgendwelchen Web-Companies auf den Schreibtisch, die niemand braucht, aber sie sind gleich die neuen youtubes. 10 Monate später ist von der Seite meist nichts mehr zu sehen. Wer sagt eigentlich, dass eine Existenzgründung im Internet erfolgreicher sein soll, als in der sonstigen Wirtschaft? Da muss doch erst mal Geld verdient werden, wenn man von einem Erfolg sprechen will, und das ist doch, wenn überhaupt, frühestenz nach ein bis zwei Jahren der Fall. Im Internet kann man allerdings ohne großen finanzellen Aufwand mit ein bißchen Programmierung eine Seite hinstellen, das ist der Unterschied zu konventionellem Business. Ist den Beteiligten eigentlich die geplatzte Internetblase noch bekannt, oder sind sie dafür zu jung?
Kommentar von Axel — 26. Februar 2008 @ 13:01
> Vielmehr dokumentiert er hiermit einen Trend
Ja, und genau das ist das Problem. Diesen Trend gibt es nicht. Ich kann mich doch nicht hinstellen und sagen: “Ja, okay die Zahlen passen vielleicht nicht, aber der Trend, den ich daraus ablese, ist schon da.”
> Die Datenbank vom startupwiki.org zeigt eindeutig
Das leidet unter den gleichen Erhebungsfehlern.. Man hat vor allem Startups angemailt, die eh gerade durch die Blogs geschwubbelt wurden.
> blaue Balken mit sechs!! Zahlen so aufregen kann.
Dieser Kommentar ist nun völlig sinnfrei. Die Kommentarfunktion ist ja gerade dazu da, seine Meinung zu einem Thema zu äußern. Die anderen Kommentare waren jedenfalls allesamt sinnvoller als Deiner
Kommentar von Sebastian Fiebiger — 26. Februar 2008 @ 13:49
Eine Feststellung kann man imho trotzdem machen. Es gibt definitiv einen Hype in der Berichterstattung über Internet Startups. Und der läßt eben bisweilen auch die Wahrnehmung verschwimmen.
Die meisten Unternehmen auf Alex Liste verdienen mit 10-20 Leuten weniger als die Pommesbude an der nächsten Straßenecke. Darüber hätte früher kein Mensch berichtet.
Kommentar von Sebastian Fiebiger — 26. Februar 2008 @ 13:56
Sehr lustig… ich schlage gerade das aktuelle Managermagazin auf…
“Web-Startups” “Gründerwelle ebbt ab”
…
“wurden 2006 in Deutschland 4 Prozent weniger Hightech-Unternehmen gegründet als Jahr zuvor.”
…
“Ein falsches Bild von der Gruppendynamik vermitteln die Millionensummen, die für Unternehmen wie StudiVz ….”
Kommentar von Sebastian Fiebiger — 26. Februar 2008 @ 14:17
@Sebastian: Das war Ironie. Ich wollte damit sagen, dass ein Rückschluss aufgrund der von ds gesammelten Daten irgendwie schwer ist.
Wobei das startupwiki cool ist.
Kommentar von Felix — 26. Februar 2008 @ 15:01
@felix
Oh, das hatte ich nicht verstanden. *grins*
Kommentar von Sebastian Fiebiger — 26. Februar 2008 @ 15:48
Es ist ohnehin interessant, dass manche start-ups anscheinend ausschliesslich blog bzw bar camp marketing machen- dies sind meines erachtens geborene rohrkrepierer. einzige ausnahme sind die überstrapazierten und daher kaum noch auszuhaltenden frühstückjungs aus pa.
durch den hype den die startups in der einschlägigen szene verursachen sind diese zwar im geschlossenen kreis bekannt, aber kaum darüberhinaus……..
nur im blog bekannt zu sein bringt leider nicht viel. hier wird zum beispiel sonntagverdorben.de zu beobachten sein, ob freecoffee auf jedem barcamp ausser erwähnungen bei brotlosen irrelevanten bloggern wirklich realen erfolg bringt?
Kommentar von Johnny D — 26. Februar 2008 @ 17:26
Ich schlage allen Diskutanten folgenden Link als Informationsquelle vor http://www.wigeo.uni-hannover.de/gem2006.html.
@ Jan
das mir in meinem Leben jemand nochmal radikale Vereinfachung unterstellt das finde ich gut Danke
Kommentar von Sascha — 26. Februar 2008 @ 18:21
Ach du Kacke.. jetzt hats diese Statistik sogar bis zu Techcrunch geschafft….
http://uk.techcrunch.com/2008/02/26/german-start-ups-tripled-in-2007
http://www.techcrunch.com/2008/02/29/techcrunch-uk-the-news-wrap/
Kommentar von Jan — 29. Februar 2008 @ 21:08