Die Bündelung von Verbraucher-Interessen haben sich Stephan Grell und seine Mannschaft auf die Fahnen geschrieben. Das Projekt der Kölner nennt sich yingiz (www.yingiz.com) und lässt sich am besten als genossenschaftliches Bonusprogramm und Einkaufsgemeinschaft beschreiben. Zum einen können registrierte Nutzer des kostenlosen Dienstes – wie bei vielen anderen Anbietern auch – Provisionen für ihre bei Partnern getätigten Einkäufe kassieren. Dies funktioniert entweder direkt über die yingiz-Website oder über die sogenannte yingBar, eine Erweiterung für Webbrowser. “Diese erkennt bei Aufruf einer Seite aus dem Partnerportfolio automatisch den dahinter stehenden Partner und zeigt dem Nutzer die entsprechende Provisionshöhe an”, teilt das Unternehmen mit.
Besonders die Toolbar-Variante wird von einigen Shop- und Webseitebetreibern allerdings nicht gern gesehen. Dabei geht es vor allem darum, dass Shop-Betreiber so sogar für Nutzer, die direkt auf ihrer Website sind, Provisionen zahlen müssen. Und auch Websitebetreiber, für die Affiliate-Provisionen ein wichtiger Bestandteil des Geschäftsmodells sind, könnten so immer häufiger leer ausgehen. Zum anderen können die Mitglieder von yingiz sich wie früher bei Letsbuyit zu Einkaufsgemeinsschaften zusammenschließen. Die Betreiber der Plattform verhandeln anschließend mit dem Anbieter der gewünschten Ware und versuchen einen “wesentlich günstigeren Preis” für alle Interessenten rauszuholen.
Aktien statt Provision
Diese beiden bekannten Modelle kombinieren bzw. verkomplizieren Grell und sein Team mit einem Genossenschaftskonzept – denn die selbst ernannte Verbrauchergemeinschaft gehört anteilig den Mitgliedern bzw. jedes Mitglied kann statt seine Provisionen einzusacken, Aktien der yingiz GmbH & Co. KGaA erwerben. Auf der Website liest sich das so: “Jede unmittelbare Provisionsgutschrift berechtigt zur Zeichnung von Anteilen am Unternehmen in Höhe von 50 % der gutgeschriebenen Provision”. Wobei die Teilnahme am Aktienprogramm natürlich optional und völlig unverbindlich sei. Als Dividende werde der gesamte Gewinn von yingiz, auf die Gesamtanzahl der ausgegebenen Aktien ausgeschüttet.
Womit yingiz Geld verdient? Ganz einfach: Nur 60 % der erzielten Provisionen werden an die Mitglieder ausgezahlt. Mit den restlichen 40 % sollen die Betriebskosten und die Provisionen, die jedes Mitglied für die Einladungen von weiteren Nutzern bekommt, bezahlt werden. Der verbleibende Gewinn werde als Dividende an alle Aktionäre ausgeschüttet, heißt es in der Unternehmensbeschreibung. Insgesamt ein recht kompliziertes und vor allen Dingen sehr erklärungsbedürftiges Konstrukt. Die Beschreibung des Aktienmodells spricht Bände: “Generell findet eine 40:60%-Verteilung der individuellen Gemeinschaftserlöse zu Gunsten der yingiz-Teilhaber statt. Du erzielst beispielsweise eine Provision von €100,-, davon verbleiben €40,- in der Gemeinschaft, €60,- werden Dir auf Deinem yingiz-Konto gutgeschrieben. Auf das so angesparte Guthaben, das durch Provisionen und andere Vergütungen kontinuierlich wächst, erhältst Du ein 50%iges Zeichnungsrecht und erhältst yingiz-Vorzugsaktien zum Nennwert von je €1,-. Dieses Zeichnungsrecht erhältst Du jedoch, anhand des oben genanntem Beispiels, nicht nur auf €60,-, sondern auf die gesamten €100,-, das bedeutet für Dich, dass Du statt 30 Vorzugsaktienkaufoptionen, 50 zugeteilt bekommst”.
4.000 registrierte Nutzer
Ende November des vergangenen Jahres ging yingiz nach etlichen Monaten Kopfarbeit offiziell ins Netz. Mit der Resonanz ist Grell zufrieden: “Das yingiz-Netzwerk wächst stetig und profitiert dabei von den Empfehlungen seiner äußerst zufriedenen und überzeugten Mitglieder”. Die Zahl der aktiven Mitglieder gibt der geschäftsführende Gesellschafter von yingiz mit mehr als 4.000. “Bis zu 100 neue yingiz-Nutzer kommen täglich hinzu.” Die Registrierung funktioniert aber auch sehr einfach: Man muss nur seine E-Mail-Adresse eintragen und ein Passwort wählen.
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Kommentare
Moin,
finden diese Form alle affili-partner gut ? Das schrammt doch bestimmt oft an den Nutzungsbedingungen für Produktdaten vorbei ?
“Ende November des vergangenen Jahres ging yingiz nach etlichen Monaten Kopfarbeit offiziell ins Netz”
ofiziell ? Bei der waybaykmachine finde ich die Seite schon im März 2007 ?
Dann kauf ich jetzt mal ordentlich ein und übernehmen die Aktienmehrheit bei yingiz :-) Dass mit dem Zeichnungsrecht ist zu vage glaube ich, zu zukünftig, vorzugsaktien aha.
Kommentar von wigger 11. Februar 2008 @ 08:31Warum holen sich die Techniker und BWLer so selten einen Kommunikationsexperten an Bord. Der würde ihnen sagen, dass man nicht immer alles komplizierter machen sollte, nur damit alle sehen was für tolle Dinge man entwickeln kann ;-)
Kommentar von Sharif T. 11. Februar 2008 @ 08:31Also ich hab mir gerade mal die Seite angeschaut und finde die Umsetzung und die Idee eigentlich super. Es ist auch viel einfacher zu verstehen, wenn man sich deren Grafik auf der Startseite anschaut. ;-)
Ich hatte auch schon so eine aehnliche Idee, war mir aber nach den ersten Ueberlegungen fast sicher, dass das mit den Affiliate-Partnern rechtlich nur schwer zu vereinbaren waere. (siehe Kommentar 1). Aber ich denke, die Jungs haben das Rechtliche vorab geklaert.
Viel Glueck! :-)
Kommentar von Kai 11. Februar 2008 @ 09:02Das hört sich ein wenig nach store4you.de an. Glaube, die haben auch in etwa das Prinzip.
Kommentar von Tobias Tadysiak 11. Februar 2008 @ 09:06Ich finde diese Idee eigentlich auch ganz gut!
Kommentar von Sonja 11. Februar 2008 @ 09:33Also auf den ersten Blick sieht die Seite richtig gut aus – das Konzept müsste aber wesentlich einfacher erläutert werden.
Der Börsengang ist ja wohl auch schon angedacht und geht durch die entsprechenden Gazetten – bin ja mal gespannt!
LG doctea
Kommentar von doctea 11. Februar 2008 @ 09:34stehen nicht die Jungs von Tradedoubler (IT Leiter von Tradedoubler) aus München dahinter?
Kommentar von marc 11. Februar 2008 @ 09:57Also sorry, aber bei einer solchen Unternehmung von einem IPO zu reden, ist wohl wirklich schwachsinnig (bezogen auf die Gründer, nicht auf Kommentar 6!). Allerdings wäre zu unterscheiden, ob evtl. auf die KgaufAktien angespielt wurde, oder wirklich ein Listing in einem der Indizes in Deutschland (??!) in Betracht gezogen wird…
Kommentar von Michael 11. Februar 2008 @ 09:59Ich glaube, dass es schwierig wird das Konzept an die Masse zu bringen, wenn man bedenkt, dass ein Großteil der deutschen Bevölkerung nicht studiert ist.
Sogar für Studierten, wird es nicht einfach sein zu verstehen was eine Kommandit Gesellschaft auf Aktien ist,
Deswegen bin ich dem Konzept gegenüber sehr skeptisch!
Kommentar von marc 11. Februar 2008 @ 10:00Yep, find ich auch! Vom Design her gut gemacht, aber Konzeptvereinfachung wäre wohl dem Börsengang vorzuziehen…
Kommentar von Stefan 11. Februar 2008 @ 10:01Zum Thema Börsengang haben sich die Macher kürzlich selbst zu Wort gemeldet.
http://blog.yingiz.com/?p=38
“Nein, wir bereiten im November 2008 natürlich keinen klassischen Börsengang vor, auch wenn es durch ein paar Presseartikel (z. B. http://www.finanzen.net/eurams/eurams_topnews.asp?pkNewsNr=658456 ) den Anschein erweckt hat. Wir werden also kein Aktienpaket an die Börse bringen, da wir keine institutionellen Anleger suchen bzw. benötigen. Aber da yingiz eine Kommanditgesellschaft auf Aktien ist, ist natürlich das Ziel, dass wir durch die Börsennotiz im November unseren Mitgliedern ermöglichen, ihre Aktienkaufoptionen in Aktien umzuwandeln.”
Kommentar von Alexander Hüsing 11. Februar 2008 @ 10:02dir ehemalige firma hieß übrigens: letsbuyit.com :)
ansonsten gibt es reichlich dieser ideen und ich wenn ich rabatt haben will, dann spreche ich die anbieter direkt an.
Kommentar von Alex 11. Februar 2008 @ 10:06Für jene BWLer unter uns, die sich nicht mehr ans Studium erinnern, und natürlich jene, die sich nie zwingen mussten, in der Gesellschaftsrechtsvorlesung zu schmoren, hier ein kleiner Auszug aus Wikipedia zur Verdeutlichung:
“An der KGaA sind zwei verschiedene Gesellschaftertypen beteiligt:
Die persönlich haftenden Gesellschafter (phG oder Komplementäre) unterliegen im Wesentlichen dem Personengesellschaftsrecht, § 278 Abs. 2 AktG. Sie sind geschäftsführungs- und vertretungsbefugt; es gelten die §§ 161 Abs. 2, 115, 116, 125 HGB. Einzelne persönlich haftende Gesellschafter können durch Satzungsbestimmung von der Geschäftsführung und Vertretung ausgeschlossen werden.
Die Kommanditaktionäre verfügen über dieselben mitgliedschaftlichen Rechte wie die Aktionäre einer AG, § 278 Abs. 3 AktG. Sie bringen das in Aktien zerlegte Grundkapital der KGaA auf, haften aber darüber hinaus nicht für Forderungen gegen die Gesellschaft.”
http://de.wikipedia.org/wiki/Kommanditgesellschaft_auf_Aktien
Kommentar von Michael 11. Februar 2008 @ 10:07Na wie auch immer! In einigen Wochen/Momaten wissen wir ob das Konzept gut oder eher verbesserungswürig war…Trotzdem Glückwunsch. Die Idee hat auf jeden Fall was!!
Kommentar von Stefan 11. Februar 2008 @ 10:20Also diese Erregungen über Börsengänge-
jedesmal wenn irgendwelche Unternehmer als Ziel “IPO” streuen gibt es irgendwelche Schreiberlinge die das allen ernstes wiederkäuen und selbst hier wird darüber diskutiert.
Lasst die Jungs erst einmal demonstrieren, ob ihr Projekt am Markt ankommt- denn wer zeichnet schon für ein erfolgloses Unternehmen?
Kommentar von Johnny D 11. Februar 2008 @ 13:08was ich mich immer wieder frage ist, wie die große anzahl an mitgliedern erreicht wird. hier in dem artikel sind es 4.000, gut, sicherlich nicht die große anzahl im vergleich zu andren startups. dennoch existiert das wie.
Kommentar von bastian 11. Februar 2008 @ 14:53so groß ist die mitgliederanzahl wirklich nicht, 4000 ist wirklich wenig,
wie mitglieder erreicht werden?
Kommentar von marc 11. Februar 2008 @ 16:23Ja , durch Werbung
Vom Start weg 4000 Nutzer finde ich viel…
Kommentar von Tobias Worzyk 11. Februar 2008 @ 17:37Jungs, es sind schon 5 Monate her seit dem Launch. 4000 User ist Witz!!
Kommentar von marc 12. Februar 2008 @ 01:51“Die Registrierung funktioniert aber auch sehr einfach: Man muss nur seine E-Mail-Adresse eintragen und ein Passwort wählen.” <— wirkt irgendwie sehr negativ :D Ist es neuerdings schlecht, eine einfache Registrierung zu haben?! ;)
Kommentar von Philipp 12. Februar 2008 @ 04:32Es ist nicht schlecht, wenn eine Registrierung einfach ist. Ich wollte auch nur ausdrücken, dass sich viele Leute bei einer solch einfachen Prozedur schneller anmelden. Vor allem, weil man dann keine Daten für ein Profil oder so eingeben muss.
Kommentar von Alexander Hüsing 12. Februar 2008 @ 09:43Ich finde yingiz phantastisch. Nutze es bereits seit einigen Monaten. Ich habe bereits in 3 Monaten Nutzung mehr Provisionen zurückerhalten, als ich 2 Jahren mit Payback oder Happydigits gesammelt habe. Die yingbar – Erweiterung für den Browser – macht das Ganze supereinfach in der Bedienung. Selbst wenn yingiz nicht die ganze Provision an den Nutzer ausschüttet, stehe ich viel besser da, als wenn ich z.B. den komplizierten Umweg über die Payback-Site wähle. Zum Verhandeln von Rabatten habe ich keine Zeit und ich glaube auch nicht, dass sich irgendein Betreiber auf solche Verhandlungen einlassen würde.
Kommentar von Nicolas Bell 12. Februar 2008 @ 21:23Auch finde ich den Dienst Payback langsam grenzwertig, seitdem die eine moderne Variante des Abzock-Geschäftsmodell der Kaffeefahrt anbieten. Ich habe bereits zwei Mailing gesehen, bei denen die ein kostenloses Abendessen oder eine superpreiswerte Türkeireise anbieten, gesponsort von einem Unternehmen , das mir dort was verkaufen möchte.
Fazit: Mit Yingiz kann man sparen und ich finde das Angebot glaubwürdig. Ich freue mich schon auf die Überweisung von Yingiz.