Die Deutschen sind bekanntlich Vereinsmeier. Rund 600.000 eingetragene Vereine belegen dies Eindrucksvoll. Bei dieser stattlichen Anzahl an Vereinen und den vermutlich mehrere Millionen Vereinsmitgliedern im Lande ist es kein Wunder, dass gleich mehrere Startups sich voll und ganz diesem Thema widmen. Dabei geht es vor allem darum, die Vereine und Mitglieder bei der Organisation ihres Vereinslebens zu unterstützen. Erst kürzlich ging MeinVerein.de ins Netz. Ausgedacht haben sich diese Organisationsplattform für Vereine der leidenschaftliche Boxer Max Fischer und der Golfer Axel Kmonitzek.

Mit MeinVerein.de wollen die beiden Hamburger aber keinesfalls nur Sportvereine erreichen. Fischer denkt vor allem an die vielen Kaninchenzüchter, Karnevalsanhänger und Pfadfinder im Lande. Allen will er eine “neue, virtuelle Möglichkeiten bieten, ihr Vereinsleben zu optimieren”. Dreh und Angelpunkt des Cyber-Vereinsheims ist ein klassisches soziales Netzwerk mit all den bekannten Kommunikationsmitteln. “Mit dem Unterschied, dass hier nicht der Einzelne, sondern der Verein und das Vereinsleben im Mittelpunkt stehen”, sagt Fischer. Wenige Tage nach dem offiziellen Start tummeln sich knapp 180 Vereine in der Datenbank der Hanseaten. Darunter der Kölner Ratsbläser Trompeterchorps, die Showtanzgruppe Pirna und der Imkerverein An der Trave. Neben der Möglichkeit sein Vereinsleben im Netz darzustellen denken Fischer und Kmonitzek auch an Vereine, die es lieber diskreter mögen. Auf Wunsch können die Vereinsmeier deswegen unter sich bleiben.
Viele neue Anlaufstellen für Vereine
Neben MeinVerein.de machen sich auch einige andere Zeitgenossen Gedanken, wie sie Deutschlands Vereinen, Organisationen und Interessengruppen das Leben erleichtern können. Bei six groups beispielsweise kann sich jede noch so kleine Gruppe in wenigen Schritten ihr eigenes Social Network stricken. Jens Doka wiederum will mit Groops Menschen mit gleichen Interessen zusammenbringen. Die Agentur Boogie Medien hat Klubanhängern mit Klubba ein Cyber-Vereinsheim gezimmert. Die Bilanz nach mehreren Monaten Betrieb fällt mit 26 Vereinen und 117 Mitgliedern allerdings mager aus.
Artikel zum Thema
* Bei six groups findet jeder Topf seinen Deckel
* Groops organisiert Gruppen, Clubs und Vereine
* Klubba organisiert das Vereinsleben
* cre8unity vernetzt die Welt

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Kommentare
Das community-Thema hängt mir langsam zum Hals raus, jeden Tag kommt ein neues Startup auf den Plan, und am Ende machen sie doch alle das Gleiche. Allerdings muss ich sagen, dass meinverein.de einen recht guten Ansatz hat: Das Ganze ist schön clean designed und simpel zu bedienen. Da findet sich wahrscheinlich sogar ein Kaninchenzüchter zurecht.
Kommentar von Hubi 24. Oktober 2007 @ 08:38Die Idee, den Community Gedanken auf die Gruppe und in den Freizeitbereich zu tragen perfekt. Klar haben viele bei xing oder sonst wo ihr Profil, sei es beruflich oder privat. Das gute an dieser Seite ist ja, das alle Mitglieder des Vereins ihre Vereinsseite durch Berichte, Bilder und Videos selbst gestalten können. Somit bleibt alles nicht an einem Admin hängen, sondern Inhalte werden zeitnah der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt. Eine neue Idee, die fruchten wird.
Denkt der Checker
Kommentar von Checker 24. Oktober 2007 @ 09:41Kostenlos seine Gruppe bzw. seinen Verein zu organisieren und unbegrenzt Bilder und Videos hochladen, das kann nur gut sein. Saubere Optik – ich denke, die Community wird das Dings an einigen Ecken noch rundschleifen. Wenn ich mir die unterschiedlichen Vereine und Clubs da so anschaue, dann scheint das Ding zu funktionieren – vom Quad-Club bis zum Junggesellenverein. Sogar einen Verein von Freunden einer bestimmten Fertighausfirma wurden da schon gesichtet (da hat wohl jemand das Internet als Werbeplattform entdeckt ;-) ). Respekt – und viel Erfolg!
Kommentar von dafunky 24. Oktober 2007 @ 10:59Erstmal freut es mich, dass über meinverein jetzt auch hier schon berichtet wird und nicht mehr nur in meinem (noch) unbedeutendem blog. Und dann: Soweit ich das genutzt habe muss ich sagen, dass die einfache bedienbarkeit mich wirklich sehr überzeugt. aber das könnt ihr auch alles auf meinem blog nachlesen insofern weiterhin viel erfolg Herr Fischer…
Kommentar von Paul 24. Oktober 2007 @ 11:29Bestünde nicht die Möglichkeit, sich aus der “Verdienst durch Werbungs-Schlinge” herauszuziehen und einen wirklichen Mehrwert anzubieten, für den die Vereine bereit wären, zu zahlen?
Kommentar von Michael 24. Oktober 2007 @ 12:04Ich könnte mir da bspw. Organisationskomponente für Vereinsevents (Flyer designen, Einladungen versenden…) oder eine Datenbank für potenzielle Sponsorensuchende vorstellen. Natürlich müsste das Ganze entsprechend programmiert und, beinahe noch wichtiger, erfolgreich vermarktet werden.
Vielen Dank für das positive feedback! Wir haben bei der Konzeption großen Wert darauf gelegt, zunächst mit einer einfach zu bedienenden und userfreundlichen Plattform an den Start zugehen, da wir unsere primäre Zielgruppe nicht alleine bei internet- und communityerfahrenen Großstädtern sehen, sondern jedem Mitglied eines Vereins die Möglichkeit geben wollen, die Plattform sinnvoll zu nutzen, auch solchen, die mit Communities bisher nicht in Kontakt gekommen sind. Mittelfristig werden die Plattform selbstverständlich um viele vereinsspezifische Features ergänzen, das langfristige (und bestimmt auch ambitionierte) Ziel ist es, dass ein Verein seine Geschäfte komplett über die Plattform abwickeln kann.
Kommentar von Max 24. Oktober 2007 @ 12:13Viele Grüße aus Hamburg
@Max, das hört sich vielversprechend (und gleichzeitig ambitioniert) an! Viel Erfolg dafür.
Hättet Ihr Interesse an einer StartUp-Präsentation in Form eines Kurzclips?
Grüße und viel Erfolg!
Kommentar von Michael 24. Oktober 2007 @ 12:28