“Mit dem heutigen Tage beenden wir die Existenz unserer Live-Shopping-Plattform ‘cyberport.24′. Kein leichter Schritt wohlgemerkt, denn die letzten Monate waren für uns eine wertvolle Zeit, in der wir zahlreiche Erfahrungen, positive wie negative, sammeln konnten”, heißt es auf der Website der Live-Shopping-Plattform. “cyberport.24″ – ein Ableger des erfolgreichen Online-Shops “cyberport.de” – erblickte im Oktober des vergangenen Jahres das Licht der Internet-Welt und gehörte damit nach eigenen Angaben “zu den ersten Firmen, die das ‘Woot’-Konzept im letzten Jahr in Deutschland umsetzten”. Knapp 2.000 Onliner besuchten nach Unternehmensangaben jeden Tag die Spotankauf-Filiale.
Im Cyberbloc erläutert Sven Kaulfuß, Projektleiter Neue Medien bei “cyberport.de”, die Hintergründe für das Aus. “Die Alternative wäre gewesen, ‘cyberport.24′ auf heutigem Niveau weiterlaufen zulassen. Doch das ist mir eindeutig zu wenig! Wenn man mit gebundenen Händen dasteht, fällt es sehr schwer, sich zu bewegen. Das Ergebnis wäre ein ‘Zombie-Projekt’ gewesen, das nur vor sich hin vegetiert, aber keine Sprünge mehr vollführen kann. In einem solchen Moment ziehe ich es lieber vor, den Freitod zu wählen, als ‘cyberport.24′ am Tropf langsam dahinscheiden zu lassen”.
“Oftmals nur Kuchenkrümel”
Das Hauptproblem war für Kaulfuß die Warenbeschaffung: “Zu oft verlies ich mich auf eine reine Resteverwertung des normalen Cyberport-Produktkataloges. Ein Umstand, den ich zwar schon früh erkennen konnte, doch nützt dies nichts, wenn dieser Faktor nicht an entscheidender Stelle wahrgenommen wird. Letztendlich durften wir bei ‘cyberport.24′ oftmals nur die Kuchenkrümel vermarkten, der Kuchen selbst indes wurde an anderer Stelle verspeist”.
Die Zukunft des Boomthemas Live-Shopping sieht Kaulfuß kritisch: “Der Deutsche an sich überlegt sich in Zeiten der ‘Geiz ist geil!’-Mentalität eine Anschaffung sehr gründlich; ein spontaner Kauf ist somit sehr ungewöhnlich und selten. Den größten Erfolg bei ‘cyberport.24′ hatten wir mit Aktionen, bei denen wir als Händler die ‘Hosen runterließen’, sprich: mit Verlust kalkulierten. Auf Dauer sicherlich kein Konzept, das sich rechnet – und was uns wieder zur Beschaffungsproblematik bringt, die hier regulierend eingreifen könnte. Ein Teufelskreis, so möchte man meinen”.
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Kommentare
Es scheint, dass Live Shopping nicht gerade die ideale Strategie ist, um Produkte an den Mann (Frau) zu bringen, die sonst auch niemand gekauft hat. Ist das im Sinne von Live Shopping? Ich denke nicht.
Aber was hat dann Live Shopping für Vorteile?
Produkte zu verkaufen, dessen Preis die kurzfristige Preisuntergrenze auch noch unterbietet? Damit sich überhaupt jemand dazu überreden lässt, seine “Geiz ist Geil” Gehirnwindungen anzuregen und zuzuschlagen?
Klar, für den Konsumenten ist das natürlich toll, doch für die Anbieter ein ruinöser Preiskampf (Sofern sie nicht eine andere Strategie verfolgen). Und es werden immer mehr Anbieter, die auf diesen Markt drängen, was die Sache auch nicht leichter macht.
Ich bin mal auf die ersten Marktzahlen gespannt.
Kommentar von Sylvio 19. Juni 2007 @ 18:09Für Restposten und Überproduktionen ist Live-Shopping bestimmt ein guter Vertriebsweg. Ramsch, den auch sonst keiner will, wird man so bestimmt nicht los.
Kommentar von Alexander Hüsing 20. Juni 2007 @ 08:39Cyberport24.de war eine sehr unterhaltsame Plattform. Die Macher haben sich sehr viel Mühe bei der Produktion ihrer Videos gemacht. Offensichtlich war wohl der kommerzielle Erfolg dieser Plattform zu gering.
Kommentar von Lars Denzer 18. Oktober 2007 @ 16:54