Noch immer wagen sich kleinere Händler nur zögerlich ins Web. “Viele Händler scheuen die hohen Einstiegskosten, einigen dauert die Umsetzung des eigenen Webshops zu lange und wieder andere haben Angst vor Zahlungsausfällen oder Abmahnungen”, sagt Tobias Kobier. Damit mehr kleine Händler den Weg ins Netz finden, hat er gemeinsam mit Beate Rank “tradoria” ins Leben gerufen. Mit “tradoria” will Geschäftsführer Kobier “Händlern eine Lösung anbieten, die alle Prozesse des Internethandels abbildet”. Das Schlagwort dafür lautet Multi-Commerce-System. “tradoria” fungiere dabei als zentraler Fulfillment-Anbieter und gewährleiste die Einhaltung der Rechtsvorschriften, die Payment-Abwicklung mit Treuhandservice, das Versand- und Retourenmanagement sowie den Support.
Händler können sich mit “tradoria” zu aller erst ihren ganz persönlichen Cyber-Verkaufsstand zimmern und diesen unter ihrer eigenen Domain betreiben. Zusätzlich bündelt „tradoria“ alle kleinen Shop in einem großen Cyber-Warenhaus. Der Clou: Kunden können alle Waren der unterschiedlichsten Händler in einen gemeinsamen Warenkorb legen, zusammen bestellen und bezahlen. Als dritter Baustein im “tradoria”-Konzept kommt schließlich eine Marketing-Plattform ins Spiel. Über diese können alle Händler via Affiliate-Marketing (Me-Shops, Shopping-Widgets, Banner-Ads), Event-Shopping oder E-Mail-Marketing neue Kunden für ihre Produkte gewinnen.
An den Start ging “tradoria” Anfang April. Knapp 70 Händler haben sich nach eigenen Angaben seitdem für die neue Shoppinglösung entschieden. Rund 30 davon seien schon online, sagt Kobier. Die Händler müssen für die Nutzung von “tradoria” einmalig 98 Euro zahlen. Ansonsten will sich das Unternehmen über Provisionen finanzieren – 8,5 % vom Brutto-Bestellwert verlangt „tradoria“. Bis Jahresende will Kobier, der auch Geschäftsführer der Agentur isynion ist, die Zahl seiner Shoppingpartner auf 1.000 steigern. Derzeit macht er mit Direktmarketing und Online-Werbung auf sich aufmerksam. Mitte des Jahres soll zudem eine Werbekampagne für Endkunden starten, das gemeinsame Cyber-Warenhaus braucht schließlich Kunden. Noch fehlt den Bambergern für richtig große Werbesprünge aber das nötige Kleingeld.


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Kommentare
8,5 Prozent Provision vom Bruttoverkaufswert, pauschal bei jedem Verkauf. Angesichts der mittlerweile üblichen Margendiskussionen im Markt scheint dieser Wert utopisch. Und warum überhaupt vom Bruttowert? Im Markt üblich sind Nettoverkaufsprovisionen. Umgerechnet wären das, wenn ich mich jetzt nicht irre, sogar mehr als 10 Prozent. Das ist in den meisten Sortimenten gar nicht möglich ohne es an den Endverbraucher weiterzureichen, wodurch wettbewerbsunfähige Preise entstünden. Insofern halte ich das Geschäftsmodell für Händler persönlich als fragwürdig. Dennoch wünsche ich dem engagierten Team viel Erfolg!
Kommentar von CBS 26. April 2007 @ 15:28@CBS: Grundsätzlich gebe ich dir recht. Es kommt allerdings darauf an, was man für die 8,5% alles bekommt als Händler. Vielleicht können sich die Macher von Tradoria dazu äußern?
Kommentar von Christian Vollmann 26. April 2007 @ 16:08@Chrisitian:
Sehr gerne nehmen wir natürlich dazu Stellung, was in den 8,5% Verkausprovision enthalten ist (ich versuche mich kurz zu fassen):
- Webbasierte Shopsoftware, mit der Sie Ihren eigenen Shop unter eigener Domain (Layout vollständig individualisierbar) betreiben können (inkl. Hosting, & Traffic)
- + 2 zusätzliche Vertriebskanäle (Shopping-Portal Tradoria + Marketingplattform mit Affiliate-Vertrieb)
- Komplette Paymentabwicklung (Vorauskasse, ELV, Kreditkarte inkl. Treuhandservice und Retoure- und Gutschriftüberweisungen)
- Vollständige Übernahme des Zahlungsausfallrisikos bei Lastschriften und Kreditkartenbuchungen
- Versand über DHL-Rahmenvertrag zu sehr günstigen Konditionen (inkl. Adressprüfung und Generierung von Versandetiketten)
- Kostenloser telefonischer Support (Mo-Fr) + E-Mail-Support (Mo-So)
- Rechtliche Sicherheit durch Kooperation mit legalershop.de (ständige zentrale Anpassung der Software an aktuelle Rechtslage)
… und viele Features mehr, die hier den Rahmen sprengen würden. Bei der Kostenanalyse eines klassischen Shopsystems dürften Sie (bei Realisierung eines ähnlichen Funktionsumfangs und unter Einbeziehung von Hosting, Lizenzen, Disagio, Zahlungsausfällen, Kosten für Rechtsberatung …) somit einen deutlich höheren Kostenanteil je Produkt haben.
Kommentar von Tobias Kobier 26. April 2007 @ 17:23http://shopify.com/ :-)
Kommentar von Roland Moriz 26. April 2007 @ 18:07Gutes Stichwort, Shopify in CA/US nimmt 3 Prozent (wovon genau ist nicht auf Anhieb ersichtlich), allerdings habe ich jetzt keinen genauen Leistungsvergleich gemacht. Ansich finde ich den Ansatz von Tradoria lobenswert, aber wie bei allen “all inclusive”-Angeboten zahlt jeder alles mit (unabhängig vom Bedarf). Hinzukommt dass der Händler bei Tradoria dadurch völlig abhängig zu werden scheint (auch bei Marketingmaßnahmen). Das schränkt gerade etwas professionellere Händler aus meiner Sicht zu sehr ein.
Kommentar von CBS 26. April 2007 @ 18:26Das Angebot finde ich nicht schlecht. Insbesondere die Übernahme des Chargeback Risikos ist was wert.
Am Ende des Tages wird es jedoch entscheidend sein, wie attraktiv es ist, als Shop auf tradoria.de eingebunden zu sein. Nur wenn da gut was los ist, macht es Sinn.
Kommentar von Christian Vollmann 26. April 2007 @ 19:05Ich freue mich zuerst einmal über das Projekt an sich. Super Idee, auf die ich selbst schon lange gewartet habe!!!
Kommentar von Matias 26. April 2007 @ 22:588,5% stören mich, der ich nebenbei auch Einzelhändler bin, nicht sooo sehr. Denn solch ein Portal ist sicherlich vor allem für Long Tail Produkte interessant. Und da spielt der Endpreis nicht die übergeordnete Rolle. Wer Sdchnäppchen machen will, geht eh woanders hin.
Aber was Händler aktuell nicht hinter dem Ofen hervorlocken wird: wo sind die Kunden? Was nutzt mir eine Shoppingplattform auf der sich keine Kunden tummeln?! Und dafür zahle ich keinen einzigen Cent…
Also muss mittelfristig jemand mit ins Boot, der dafür sorgt dass viele viele Kunden den Weg zu Tradoria finden. Erst dann wirds interessant für Händler dort gute, interessante, ausgefallene Waren anzubieten.
Richtig, letzteres ist das Problem der meisten neuen Social-Commerce-”Insellösungen”. ;-)
Ich bin gespannt auf die Affiliate-Lösung von Tradoria. Aber auch hier bin ich skeptisch, denn ein Parallelangebot zu zanox, affilinet und Co. macht heutzutage nur noch begrenzt Sinn.
Aber noch mal, der Ansatz der Plattform ist gut und lobenswert, aber ob es funktionieren wird, ist abzuwarten. Ich drücke jedenfalls die Daumen. Vielleicht gibt es ja auch Möglichkeiten die Plattform zu unterstützen.
Kommentar von CBS 27. April 2007 @ 10:20Die Idee ist Klasse!
Und eigentlich würde ich liebend gerne sofort Aufspringen, ja, evtl. sogar meinen eigenen Webshop einstampfen …. Aber Leider kann ich mich aber nicht anschließen ;-(
8,5 % vom Bruttobestellwert je abgewickelter Bestellung,, zzgl. USt.
Das ist schlicht zu viel denn die Kosten sind hier noch nicht einmal am Ende.
Machen wir ein rein durchschnittliches und fiktives Gedankenspiel und verkaufen mal etwas ………
Kunde kauft einen Artikel für 50,- € – Bezahlt, wird beliefert und ist zufrieden … Und nun dröseln wir mal das Geld auf …. ( rein fiktiv natürlich ;-))
Umsatz: 50,00 €
Tradoriagebühren inkl. USt.: - 05,06 €
USt vom VK: - 09,50 €
Versand (inkl. Pack &Füll) - 04,50 €
EK Ø 50% vom Brutto VK - 25,00 €
Bleibt…. 05,94 €
Das ist aber noch nicht alles. Von diesem Geld muss noch anteilig 198,- € Jährliche Servicepauschale an Tradoria bezahlt werden ;-)
Ausserdem noch die üblichen Lager, Personal-, Energie-, Versicherungs-, und sonstigen Kosten.
Ich möchte hier bitte nicht falsch verstanden werden, ich finde das Konzept phantastisch und würde lieber heute als morgen Teil nehmen… aber der Ertrag von Tradoria ist höher als mein eigener bei nahezu null Risiko auf Seiten von Tradoria …
Da muss ich leider passen.
Gruß
Michael
Kommentar von Michael 10. Januar 2008 @ 18:56Das Konzept von Tradoria ist sehr gut aber die Kosten sind doch sehr hoch, dazu der kostenlose Versand, ich als Händler würde zwar die günstigen Versandkosten über den Rahmenvertrag zahlen doch wenn ein Kunde für nur 10 Euro bestellt zahle ich 8,5%, dann die Versandkosten und jährlich über 200 Euro. Das dies mehr wie bei ebay ist haben viele wohl noch nicht gemerkt oder mal errechnet.
Ich habe neulich http://www.ziper.de egefunden, echte Klasse, Kostenloser Profishop und nur 5% Verkaufsprovision! Dazu ein Netzwerk aus Partnern da jeder ein hkostenloses Web-Portal eröffnen kann un damit sämtliche Produkte bewirbt und aus jedem Verkauf 2% verdient. Das nenne ich ein gutes Konzept!!
Katleen
Kommentar von Katleen 01. Mai 2008 @ 11:17Tobias Kobier schriebt ja über die Vorteile im Beitrag Nr. 3: Wenn man alle Vorteile (die in den Gebühren enthalten sind) streicht die eigenständige Shopsysteme ja schon haben, bleibt Zahlungsausfallrisiko und Kreditkartengebühren übrig. Disagio bei normalen Verträgen von mittleren Händlern so um 2,5% bei kleinen Händlern bis 2,9% und Ausfallrisiko ca. 0,5%. Da tradoria sicher einen Massenvertrag mit den KK-Gesellschaften hat, zahlen sie evtl. sogar unter 2% Disagio und bei 3d_Secure gibt es ohnehin kein Zahlungsausfallrisiko! Das bleibt dann nur noch bei ELV, wo heute ja Boni-Prüfungen aber schon deutlich sparen helfen.
Da lange nicht alle Bestellungen über die kostenpflichtigen Zahlsysteme wie KK oder Paypal laufen entsteht ein Mittelwert Prozentsatz für die Paymentkosten, mit dem man sicher gut rechnen kann.
Bei Google sind Tradoria Artikel kaum zu finden (sicher noch zu neu) und das angebotene Shopsystem bietet evtl. 20% der Funktionen eines ausgewachsenen epages oder POWERGAP. Ist nicht mal mehrsprachig (Bitte um Korrektur, falls ich was übersehen habe)! Was schon für die Mehrheit, die ja auch ins Ausland wachsen möchten ein KO-Kriterium ist.
Für viele kleine Wohnzimmerverkäufer bietet sich damit aber eine Möglichkeit einzusteigen, ohne gleich hohe Anfangsinvestitionen zu haben.
Kommentar von rz 27. Mai 2008 @ 15:06So finde ich hat Tratoria doch sehr geschickt eine Lücke im Bedarf des Marktes geschlossen und wird sicher länger bestehen bleiben wie mancher hier vermutet.
Im Grundsatz ist es richtig nach einer Lösung zu suchen, die sich auch für kleine Online-Händler rechnet. Was tradoria bietet ist nicht einzigartig. Alleinstellungsmerkmal ist die geschickte Öffentlichkeitsarbeit.
Ich betreibe zwei tradoria shops, werde aber wegen zu weniger Besucherzahlen und Verkäufe, meinen Vertrag nicht verlängern. Ich möchte mindestens 50 Besucher am Tag, das ist mit tradoria nicht zu schaffen.
Zugegeben, es gibt einen sehr freundlichen Service, und Tips für das Plazieren von Beiträgen und Berichten auf verschiedenen Seiten gibt es auch genug. Aber der Aufwand und Ertrag stehen leider nicht im Verhältnis.
Jeder Händler möge selbst entscheiden. Die Testphase von 30 Tagen ist eindeutig zu kurz. Nur Versuch macht klug.
Kommentar von markusdeal 24. Oktober 2008 @ 11:55Nicht nur die Kosten sind eindeutig zu hoch. Ich finde es bedenklich, wenn tradoria in seiner Pressearbeit von über 1.000 Händlern spricht. Dabei ist bekannt, das jeder tradoria Händler zwei kostenlose Subdomains hat. Wieviele Händler sind es denn nun wirklich. Werden auch die nicht mehr angemeldeten Shops gezählt?
Kommentar von beatnik 23. Dezember 2008 @ 19:14Ich würde mir wünschen das tradoria endlich etwas tut um die Findbarkeit der Shops und der angebotenen Artikel zu verbessern.